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Erfolgreiche Informationsveranstaltung zum Thema Windkraft im Landratsamt: Bürgerbeteiligung ist Schlüssel zum Erfolg – Rund 130 Interessierte hören informative Vorträge im voll besetzten Sitzungssaal

(Pressemitteilung Nr. 210/2012 vom 23.05.2012)
Marburg-Biedenkopf – Mit rund 130 interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern und informativen Vorträgen ist die Informationsveranstaltung des Kreises zum Thema Windkraft erfolgreich verlaufen. Der Landkreises Marburg-Biedenkopf hatte am Dienstagnachmittag Vertreter von Kommunen, Wirtschaft, Handwerk, Landwirtschaft und interessierte Bürgerinnen und Bürger ins Marburger Landratsamt eingeladen.

Landrat Robert Fischbach betonte, dass mit der Energiewende in den kommenden Jahren eine Herkulesaufgabe zu bewältigen sei. „Deshalb ist es wichtig, umfassend zu den verschiedenen Themen zu informieren. Denn in dem fortschreitenden Prozess lernen alle immer wieder neu dazu“ sagte Landrat Fischbach. Und auch das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs in Kassel habe beim Thema Windkraft neue Aspekte gebracht.

Darauf ging auch der erste Referent ein: Harald Metzger vom Dezernent Regionalplanung beim Regierungspräsidium in Gießen informierte über das Thema Planungs- und Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen. Er bezeichnete dabei transparente Verfahren, offene Kommunikation, die frühzeitige Information und die interkommunale Zusammenarbeit als wichtige Säulen. Er teilte auch mit, dass das Land Hessen derzeit gerade einen Erlass zu den naturschutzrechtlichen Vorgaben bei der Planung von Windkraftanlagen erarbeitet. So würden klare Vorgaben geschaffen, so Harald Metzger. Durch das Urteil des Verwaltungsgerichtshofes falle zunächst die überörtliche Steuerung der Windenergieentwicklung in Mittelhessen durch den Regionalplan weg. Er betonte aber auch, dass die Methodik zur Ausweisung von Vorranggebieten durch das Gericht nicht beanstandet worden seien. Er stellte nochmals klar: „Der Regionalplan legt keine Standorte für Windkraftanlagen fest. Er schafft nur die planerischen Grundlagen.“ Größere zeitliche Verzögerungen in der Planung von Windenergieanlagen sieht er durch das Urteil nicht.

Evelyn Bamberger von der Firma Wagner & Co. stellte verschiedene Formen der Bürgerbeteiligung für Energieanlagen vor. Am Beispiel verschiedener Solaranlagen erläuterte sie Betreibermodelle wie Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), GmbH, Genossenschaft oder Sparbrief. Diese Modelle lassen sich nach ihrer Ansicht auch auf Windkraftanlagen übertragen.

Dr. Birgit Richtberg, Bürgermeisterin vom Romrod im Vogelsberg berichtete über die Energiegenossenschaft Vogelsberg. Dieses erfolgreiche Modell sei ein Instrument, um Bürgerbeteiligung in die Tat umzusetzen. Die Genossenschaft war im August 2011 mit 58 Mitgliedern gestartet – jetzt verzeichnet sie bereits 194 Mitglieder. „Die Energiegenossenschaft Vogelsberg ist eine gute Möglichkeit, die Chancen der Zukunft und der Energiewende zu gestalten und die Gestaltungsmöglichkeiten dafür vor Ort zu behalten“, so die Bürgermeisterin. Die Genossenschaft garantiere eine Wertschöpfung in der Region, biete Bürgerbeteiligung und eine gerechte Verteilung des wirtschaftlichen Ertrages, die Bevölkerung könne sich zudem mit den Projekten identifizieren und der Kapitalabfluss aus der Region werde minimiert. Die Wertschöpfung in der Region bezeichnete sie, gerade für wirtschaftlich schwächere Regionen, als eine Art Rettungsschirm.

Das bekräftigte auch Landrat Fischbach und sagte, dass die Bürgerbeteiligung ein großer Schlüssel zum Erfolg sei. „Der Landkreis hat im Prozess der Energiewende eine Moderatoren- und Koordinatorenrolle inne und hilft den Kommunen, tragfähige Rahmenbedingungen zu schaffen.
 

  Information zur Bürgerbeteiligung bei der Windkraft: (v. links) Dr. Helmut Otto (Fachbereichsleiter Ländlicher Raum und Verbraucherschutz), Evelyn Bamberger (Wagner & Co.), Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern, Dr. Birgit Richtberg (Bürgermeisterin vom Romrod), Harald Metzger (Regierungspräsidium Gießen) und Landrat Robert Fischbach. Foto: Landkreis
Information zur Bürgerbeteiligung bei der Windkraft: (v. links) Dr. Helmut Otto (Fachbereichsleiter Ländlicher Raum und Verbraucherschutz), Evelyn Bamberger (Wagner & Co.), Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern, Dr. Birgit Richtberg (Bürgermeisterin vom Romrod), Harald Metzger (Regierungspräsidium Gießen) und Landrat Robert Fischbach. Foto: Landkreis

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