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Zwischenbilanz zum Modellprojekt „NULL bis SECHS“ – Erste Erfahrungen mit dem Angebot der Präventiven Beratung für Eltern und Kindertagesstätten im Landkreis Marburg-Biedenkopf sind positiv

(Pressemitteilung Nr. 210/2011 vom 14.06.2011)
Marburg-Biedenkopf – Im Rahmen des Konzepts „Frühe Förderung für Kinder – Integration und Prävention verbinden“ geht der Landkreis Marburg-Biedenkopf mit dem Projekt „NULL bis SECHS“ seit gut zwei Jahren einen neuen Weg. „Mit diesem Projekt sollen die Startchancen aller Kinder verbessert und diese möglichst frühzeitig und gut gefördert werden“, erläuterte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern. Nun liegt ein erster Zwischenbericht zu dem Projekt vor, der eine positive Entwicklung bescheinigt.

„NULL bis SECHS“ wurde zum Kindergartenjahr 2009/2010 in Trägerschaft des Kinderzentrum Weißer Stein Marburg-Wehrda e. V. eingerichtet. In Dautphetal und Gladenbach gab es bereits vorher ein Pilotprojekt. Kernstück des zunächst auf drei Jahre angelegten Projekts ist die gezielte Beratung und Unterstützung aller Eltern mit Kindern zwischen 0 und 6 Jahren sowie der pädagogischen Fachkräfte in den Kindertagesstätten. Auch Tagesmütter und –väter können das neue, kostenfreie Angebot nutzen.

Mit den Grundpfeilern des Projekts – Vorbeugung, Früherkennung und das Einleiten einer frühen Förderung – sollen Entwicklungsverzögerungen und Verhaltensauffälligkeiten von Kindern rechtzeitig erkannt und vermindert werden.

Insgesamt sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bauen landkreisweit dieses Unterstützungsangebot auf. Für Zuwandererfamilien steht ein Mitarbeiter mit türkischen Wurzeln zur Verfügung. „NULL bis SECHS“ ist wohnortnah und ohne lange Wartezeiten in den fünf Anlaufstellen erreichbar. Zudem werden in vielen Kindertagesstätten im gesamten Landkreis offene Sprechstunden angeboten. Hier können die Mitarbeiterinnen regelmäßig zu den Bring- und Abholzeiten der Kinder angesprochen werden. In der Regel stehen den Ratsuchenden bis zu fünf persönliche und telefonische Beratungskontakte zur Verfügung. Auch anonyme Beratungen sind möglich.

Regionale Gruppenangebote für Eltern mit Kleinkindern, die noch keine Kindertagessstätte besuchen, sowie Informationsveranstaltungen mit Inhalten, die bei Baby-, Klein- und Kindergartenkind-Eltern Thema sind (zum Beispiel „Konsequent erziehen: Wie setze ich Grenzen?“ „Schlafprobleme im Kindesalter“, „Förderung der kindlichen Sprachentwicklung“) erweitern das Angebot von „NULL bis SECHS“.

Ein erster Zwischenbericht liegt nun vor, das Angebot wird gut angenommen – regional etwas unterschiedlich, auch abhängig von der jeweiligen sozialräumlichen Struktur. Insgesamt wurden bis Ende 2010 mehr als 600 Anfragen aller Zielgruppen an „NULL bis SECHS“ gerichtet, die meisten von ratsuchenden Eltern. Mit der Inanspruchnahme ist Uwe Pöppler, Leiter des Fachbereichs Familie, Jugend und Soziales sehr zufrieden.

Die Anfragegründe waren demnach sehr vielfältig und betrafen nahezu sämtliche Entwicklungsbereiche vom Baby- bis ins Vorschulalter. Die Früherkennung von Auffälligkeiten, Verzögerungen oder drohenden Behinderungen der kindlichen Entwicklung, vor allem im sprachlichen, sozialen und sensorischen Bereich war dabei ein wesentlicher Schwerpunkt. Eltern suchten aber auch Hilfe zur Stärkung ihrer Erziehungskompetenz, etwa im Umgang mit kindlichen Wutanfällen oder schwierigem Essverhalten. Sie erhielten Informationen über altersentsprechende Entwicklungsverläufe und Empfehlungen für entwicklungsfördernde Angebote, die auch zuhause umsetzbar sind.

„Viele der Anliegen konnten sofort, spätestens aber im Verlauf der gleichen Woche besprochen werden. Über den muttersprachlichen Mitarbeiter sowie das Kooperationsprojekt VIP – Verbund Integration und Prävention für Zuwandererfamilien mit Vorschulkindern – eröffnete sich auch ein guter Zugang für Familien mit Migrationshintergrund. Enge Kontakte bestehen unter anderem auch zur Familienschule Adebar in Stadtallendorf“, sagte Dr. McGovern.

Eine Weitervermittlung in Diagnostik, Therapie oder psychosoziale Begleitung für das Kind oder seine Eltern erfolgte in der Hälfte der Fälle. Der Großteil der Anfragen bezog sich auf die Altersgruppe der 2- bis 4jährigen. Mehr als 200 Mal wurden Eltern auch zuhause aufgesucht. Ebenso viele Verhaltensbeobachtungen fanden in Kindertagesstätten statt, um weitere Empfehlungen für die Förderung der Kinder geben zu können.

„Die Zugangswege zu ,NULL bis SECHS’ sind vielfältig. Ein häufiger Zugang ist der über die betreuende Kindertagesstätte oder den behandelnden Kinderarzt. Von großer Bedeutung ist auch die Empfehlung anderer Eltern, die das Angebot bereits in Anspruch genommen haben“, erläuterte Uwe Pöppler.

„Das Projekt ist um eine enge Vernetzung des Beratungsangebots mit den regionalen und überregionalen sozialen Einrichtungen und Diensten bemüht. Ziel ist es, das präventive Beratungsangebot im gesamten Landkreis so zu etablieren, dass die Kinder und ihre Familien bei einer frühzeitigen Kontaktaufnahme, möglichst noch vor Aufnahme in den Kindergarten, eine entsprechende Unterstützung erhalten, die rechtzeitig greift“, so Dr. McGovern.

Telefonisch sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von „NULL bis SECHS“ erreichbar:
Region WEST I (Biedenkopf, Breidenbach, Dautphetal, Steffenberg): 06468 / 911152 (Frau Peter).

Region WEST II (Angelburg, Bad Endbach, Gladenbach): 06462 / 4970125 (Frau Konur).
Region MITTE I (Cölbe, Lahntal, Münchhausen, Wetter): 06421 / 9161579 (Frau Lambrecht).

Region MITTE II (Amöneburg, Ebsdorfergrund, Fronhausen, Lohra, Weimar): 06426 / 930649 (Frau Haberhausen).

Region OST (Kirchhain, Neustadt, Rauschenberg, Stadtallendorf, Neustadt): 06422 / 8991903 (Frau Marwedel).

Türkeistämmige Familien (regionenübergreifen): 06428 / 4472209 (Herr Kalay)
oder zentral 06462 / 4970125 (Projektleitung Frau Konur).
 

 
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