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Tipps und Hinweise im Umgang mit Wespen – Entgegen der häufig vorkommenden Meinung sind Wespen nützlich und schützenswert
(Pressemitteilung Nr. 209/2013 vom 06.06.2013

Marburg-Biedenkopf – Immer wieder kommt es in der warmen Jahreszeit zu Interessenskonflikten zwischen Mensch und Wespe. Dabei sind es nur zwei der rund 700 bei uns heimischen Wespenarten, die uns Menschen lästig werden, nämlich die Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris). Diese sind es, die uns im Sommer unseren Kuchen oder unsere Limonade „streitig“ machen wollen.

Allerdings erfüllen Wespen auch eine Vielzahl an nützlichen Funktionen. Sie spielen z.B. eine wichtige Rolle bei der Bestäubung von Zier- und Nutzpflanzen. Außerdem ernähren sich Wespen vor allem räuberisch von anderen Insekten. So fängt ein großes Hornissenvolk täglich rund 500 g Fliegen, Mücken, Blattläuse oder Ähnliches.

Doch was ist zu beachten, wenn man ein Wespennest im Garten hat? Vor allem gilt es, Ruhe zu bewahren. Auch wenn uns beispielsweise Hornissen durch ihre Größe und ihr lautes Brummen beeindrucken, ist ihr Stich nicht gefährlicher als der einer Biene oder der Stich anderer Wespen. Außerdem sind Hornissen eher friedfertig, gehen uns Menschen in der Regel aus dem Weg und stechen nur im äußersten Notfall.

Um dennoch Auseinandersetzungen mit den Tieren zu vermeiden, sollte man sich insbesondere im Spätsommer auf ein Miteinander mit diesen Insekten einstellen und ein paar kleine Regeln einhalten. Hier einige Beispiele:

-          Trinken Sie nie aus einem Glas ohne vorher hineingeschaut zu haben und verwenden Sie enge Trinkhalme für Kinder.

-          Wischen Sie Kindern nach dem Verzehr von Süßem den Mund und die Hände ab.

-          Räumen Sie Tische nach den Mahlzeiten zügig ab und entfernen Sie etwaige Speisereste.

-          Seien Sie vorsichtig beim Einwerfen von Müll in nicht abgedeckte Abfallbehälter.

-          Sollten Ihnen die Tiere doch einmal zu nahe kommen, reagieren sie mit langsamen Bewegungen (niemals hektisch herumfuchteln).

-          Halten Sie einen Sicherheitsabstand von etwa 5 Metern zum Wespennest ein und entfernen Sie sich langsam, falls Sie dem Nest doch einmal zu nahe gekommen sind.

-          Blockieren Sie niemals Ein- bzw. Ausfluglöcher!

-          Das Anbringen von Fliegennetzen oder ähnlichem an Fenstern und Terrassentüren erspart Ihnen diese ungebetenen Gäste im Haus.

Grundsätzlich sollte man immer auch an die positiven Effekte von Wespen denken, die etwa unliebsame Mücken im Schlafzimmer ersparen können. Zudem beschränkt sich das Miteinander nur auf einen äußerst begrenzten Zeitraum, denn ein Wespennest wird immer nur einen Sommer lang bewohnt. Spätestens ab November sind alle Tiere aus dem Nest verschwunden und die neuen Königinnen suchen im Frühjahr des nächsten Jahres nach geeigneten Neststandorten.

Grundsätzlich besteht für alle frei lebenden Tiere ein gesetzlicher Schutz, der unter anderem besagt, dass kein Tier in seinem Lebensraum mutwillig beeinträchtigt werden bzw. seine Lebensstätte (Nester) zerstört werden darf. Hornissen gehören sogar zu den besonders geschützten Arten, das heißt sie unterliegen noch strengeren Schutzbestimmungen. Sollte man sich durch ein Wespennest bedroht fühlen oder weitere Fragen zu den Tieren haben, steht die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises gerne für eine weitere Beratung zur Verfügung (06421 405-1393 oder 405-1395). Dort verfügt man über ein ausgedehntes Netz von geschulten Beratern, welche bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite stehen. Zudem liegt ein Flyer mit weiteren Informationen zu diesem Thema im Landratsamt aus bzw. kann auf der Homepage des Landkreises (bauen-umwelt/downloads-und-links/veroeffentlichungen/) abgerufen werden.


Das Foto stammt von Hajo Hornberg aus der Veröffentlichung "Von Menschen und Wespen - Ein friedliches Zusammenleben ist möglich!" des Landkreises Marburg-Biedenkopf, der Stadt Marburg und der Feuerwehr Marburg.
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Das Foto stammt aus der Veröffentlichung "Von Menschen und Wespen - Ein friedliches Zusammenleben ist möglich!" des Landkreises Marburg-Biedenkopf, der Stadt Marburg und der Feuerwehr Marburg.
Foto: Hajo Hornberg

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