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Landrat Fischbach und Erster Kreisbeigeordneter Dr. McGovern ließen sich das MRSA-Screening in der Uniklinik in Marburg erläutern – Großes Lob für das gewählte Verfahren und die getroffenen Maßnahmen

(Pressemitteilung Nr. 207/2012 vom 23.05.2012)
Marburg-Biedenkopf – Landrat Robert Fischbach sowie Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent Dr. Karsten McGovern besuchten das Uniklinikum Gießen-Marburg, Standort Marburg, um den dortigen Umgang mit dem gefährlichen MRSA-Erreger zu erfahren. Der Fachbereich Gesundheit (ehemals Gesundheitsamt) des Landkreises ist die Hygieneaufsicht für die Krankenhäuser im Landkreis. Landrat Robert Fischbach verwies auf die gute Zusammenarbeit des Uniklinikums mit dem Landkreis im Netzwerk der Gesundheitsregion Marburg-Biedenkopf. Von dem vorbildlichen Umgang mit den Gefahren durch den MRSA-Erreger gehe ein gutes Signal aus. Dafür machte er der Klinik ein Kompliment.

Dr. McGovern verwies darauf, dass der Landkreis mit seinem Fachbereich Gesundheit von den Erfahrungen des Uniklinikums profitiere. Es sei wichtig, dieses Verfahren kennenzulernen. Aus seiner Sicht ist das MRSA-Screening des Uniklinikums vorbildlich.

Unter Leitung des Ärztlichen Direktors des Universitätsklinikums Marburg, Prof. Dr. Jochen A. Werner wurde eindrucksvoll das dort gewählte Verfahren zur Eindämmung des MRSA-Erregers aufgezeigt. Seit Ende letzten Jahres wird ein spezielles Überwachungsverfahren an Patientinnen und Patienten durchgeführt. Damit soll eine mögliche Besiedelung mit dem bekannten Krankheitserreger "MRSA" bereits bei der Aufnahme in der Klinik festgestellt und entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Patienten wie auch der Mitarbeiter eingeleitet werden können.

Die beiden Hygieneexperten des Klinikums, Prof. Michael Lohoff (Leiter des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene) und Prof. Reinier Mutters (Institut für Medizinische Mikrobiologie) zeigten auf, wie der Erreger einzustufen ist und wie man diesem Erreger begegnet. In den Forschungen kam heraus, dass es gewisse Risikogruppen gibt, die dem Screening unterzogen werden sollten. Das sind zum Beispiel Personen, die kürzlich einen Krankenhausaufenthalt hatten, Personen, die aus Alters- und Kinderheimen kamen, Personengruppen, die in Mastbetrieben tätig sind oder etwa Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten.

Neben anderen Fachleuten aus dem Klinikum erläuterte der Leiter des Zentrums für Notfallmedizin, Privatdozent Dr. Clemens Kill, wie die Patientenaufnahme im Hinblick auf das MRSA-Screening funktioniert. Bei jeder Aufnahme werden die Patienten entsprechend abgefragt und alle potentiellen Risikopatienten werden auf MRSA untersucht, wobei man je nach Fall auf zwei verschiedene Zellkulturtests zurückgreifen kann. Auf diese Art und Weise lässt sich der Erreger insgesamt ziemlich eingrenzen und entsprechend behandeln.

Diese Untersuchungen erfolgen sowohl bei Notfallpatienten in der Zentralen Notaufnahme wie auch bei geplanten Aufnahmen. Ende Oktober 2011 hatte das Klinikum mit diesem Screening begonnen und von den rund 16.000 Patienten bis Ende April 2012 wurden 4.878 Patienten nach dieser Risikoeinstufung überprüft. Davon waren 2,7 Prozent Träger des MRSA-Erregers. Das wichtigste Ergebnis aus Sicht der Fachleute war, dass 93,2 Prozent der MRSA-Fälle von außen mitgebracht wurden.

Die bedeutsamsten Maßnahmen sind zusammengefasst neuartige Matratzen, deren Auflage leicht gewaschen werden kann sowie das Tragen von Einmal-Schutzkitteln und -Handschuhen bei den Risikogruppen, sowohl zum Selbstschutz der Mitarbeiterschaft als auch zur Verhinderung von Übertragungen. Die Matratzen gelten allgemein als großer Gefahrenherd für die Übertragungen, deswegen sind die schon zu großen Teilen eingesetzten neuen Matratzen im Uniklinikum besonders wichtig.

Deutlich wurde dabei auch, dass die Patienten und die Mitarbeiter des Uniklinikums das Screening positiv bewerten, da es letztlich für alle ein Stück zusätzliche Sicherheit darstellt. Die Übertragung dieses Erregers kann dadurch ganz entschieden vermindert werden und für die Patienten kommt es zu einer deutlich höheren Sicherheit durch gezielte Therapien, selbst im Falle einer Trägerschaft des Erregers.
 

  Der Leiter des Zentrums für Notfallmedizin, Privatdozent Dr. Clemens Kill (links), erläuterte im Beisein des Ärztlichen Direktors des Universitätsklinikums Marburg, Prof. Dr. Jochen A. Werner (3.v.l.), Landrat Robert Fischbach (2.v.l.) sowie Erstem Kreisbeigeordneten Dr. Karsten McGovern das MRSA-Screening der Uniklinik.  Foto: Landkreis
Der Leiter des Zentrums für Notfallmedizin, Privatdozent Dr. Clemens Kill (links), erläuterte im Beisein des Ärztlichen Direktors des Universitätsklinikums Marburg, Prof. Dr. Jochen A. Werner (3.v.l.), Landrat Robert Fischbach (2.v.l.) sowie Erstem Kreisbeigeordneten Dr. Karsten McGovern das MRSA-Screening der Uniklinik.
Foto: Landkreis

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