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Fachleute raten: Für die Gesundheit auch selbst Verantwortung übernehmen – Die Reihe „Der Gesundheit auf der Spur“ endete mit einer Podiumsdiskussion

(Pressemitteilung 204/2016 vom 17.05.2016)

Marburg-Biedenkopf – Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe „Der Gesundheit auf der Spur“ gingen in einer Podiumsdiskussion fünf Fachleute der Frage „Quo vadis Gesundheitssystem – wer ist eigentlich verantwortlich für meine Gesundheit?“ nach. 130 interessierte Gäste waren der der Einladung der Volkshochschule (vhs) Marburg-Biedenkopf, der Opera Sociale (Firma Ferrero) und der Stadt Stadtallendorf gefolgt.

Die Theatergruppe der Opera Sociale leitete mit dem eigens für diesen Zweck geschriebenen Stück „Sherlock Holmes der Gesundheit auf der Spur“ auf das Thema hin. Unter Leitung der Theaterpädagogin Sabine Kröning, die als Sherlock Holms die Gesundheit suchte, zeigten die anderen fünf Damen die modernen Stressfaktoren: Mobbing, Hektik, Stress, Alkohol, zu wenig Bewegung und ungesunde Ernährung. Doch hatte das Stück einen guten Ausgang: Sherlock fand die Gesundheit (Doris Siegel) umringt von einer joggenden Dame (Christine Axt), einer die sich gesund ernährt (Gisela Drossel) und zwei Damen (Inge Gerdes und Christina Mühlbach), die sich mit Yoga in den vhs-Kursen entspannen.

Bei der anschließenden Diskussion erfuhren die Besucher, wie sich die Podiumsteilnehmer selbst fit halten: Vom Treppensteigen in den 7. Stock bis zum Segeln gab es zahlreiche Anregungen. Auf dem Podium saßen Jürgen Merz, Gesundheitsökonom von der AOK Hessen, Cornelia Opitz, ehrenamtliche Patientenfürsprecherin, der Apotheker Stephan G. Schröder, Dr. med. Ortwin Schuchardt, Sprecher der Ärztegenossenschaft PRiMA sowie Haus- und Betriebsarzt (Ferrero) sowie Dr. med. Eckhard Starke von der Kassenärztlichen Vereinigung.

Petra Hinzmann, Leiterin des Programmbereichs Gesundheit der vhs, moderierte die Runde und rückt bei ihren Fragen die Themen Prävention, gesundheitliche Eigenverantwortung und die Perspektiven des Gesundheitssystems in den Fokus.

Der Vertreter der AOK, Jürgen Merz, wies darauf hin, dass die Hausärzte zukünftig individuelle Präventionsempfehlungen über Leistungen von Anbietern in der Gesundheitsförderung geben – „Bewegung auf Rezept“. Diese Kurse werden, sofern sie den Qualitätsvorgaben entsprechen, durch die Krankenkassen bezuschusst. So könnten die Ärzte Einfluss nehmen auf den Erhalt und die Verbesserung der Gesundheit ihrer Patienten.

Dr. Ortwin Schuchardt ist von unserem Gesundheitswesen überzeugt: „Die Hausärzte in Deutschland zählen zu den besten der Welt. Sie genießen eine fundierte Ausbildung, der Beruf ist vielfältig und erfüllend.“ Leider herrsche in einigen Teilen von Hessen schon jetzt ein Mangel an Hausärzten. Besonders betroffen davon seien demnach die ländlichen Regionen. Fehlende Infrastruktur sei häufig der Grund, warum sich keine Ärzte niederlassen.

„Die Praxen sollten besser neben den Baumärkten liegen“, bestätigte Dr. Eckhard Starke von der Kassenärztlichen Vereinigung den Aspekt fehlender Einkaufsmöglichkeiten: „Dann kann die Frau den Arzt aufsuchen und der Mann kann so lange im Baumarkt stöbern.“ Er ergänzte, dass wir uns auf das solidarische Gesundheitssystem verlassen könnten, propagierte jedoch eine Abkehr von der „Vollkasko-Mentalität“: „Die Gesundheit gehört Ihnen allen. Wir müssen für unsere Gesundheit selbst Verantwortung übernehmen.“

Auch der Apotheker Stefan Schröder ist der Meinung, dass man zwar viel Geld für Nahrungsergänzungsmittel ausgeben könne, aber durch eine vielseitige Ernährung ausreichend frische Luft und Bewegung den Grundstein für eine gesunde Lebensweise lege.

Der persönliche Tipp von der Patientenfürsprecherin Cornelia Opitz war, bei einem Krankenhausaufenthalt eine Person der Vertrauens einzubinden: „Vier Ohren hören mehr – und auf den Nachttisch immer Stift und Zettel legen, damit man die Fragen an Ärzte oder das Pflegepersonal, die einem in der Nacht oder am Tage einfallen, auch aufschreiben kann.“

Die Veranstaltung war die letzte von zwölf Vorträgen und Exkursionen in denen die Teilnehmenden der Gesundheit auf die Spur kamen. Den Veranstaltern war es wichtig, sich dem Thema in ungewöhnlicher Perspektive zu nähern. Ob es um die scheinbare positive oder negative Wirkung eines Arzneimittels, um den Atem als Lebensenergiequelle, um genussvolles Essen oder die unbekannten Aufgaben des Darms geht – entscheidend ist, dass man das eigene Gesundheitsverhalten im Blick hat.

Auf dem Podium diskutierten (v. li.) Dr. med. Ortwin Schuchardt (PRiMA), Jürgen Merz (AOK), Stephan G. Schröder (Apotheker), Dr. med. Eckhard Starke (KV) und Cornelia Opitz (Patientenfürsprecherin)

Auf dem Podium diskutierten (v. li.) Dr. med. Ortwin Schuchardt (PRiMA), Jürgen Merz (AOK), Stephan G. Schröder (Apotheker), Dr. med. Eckhard Starke (KV) und Cornelia Opitz (Patientenfürsprecherin)

Die Theatergruppe mit (v. li.) Inge Gerdes, Gisela Drossel, Doris Siegel (sitzend), Christine Axt, Christina Mühlbach und Sabine Kröning setzte das Thema Gesundheit unterhaltsam in Szene.

Die Theatergruppe mit (v. li.) Inge Gerdes, Gisela Drossel, Doris Siegel (sitzend), Christine Axt, Christina Mühlbach und Sabine Kröning setzte das Thema Gesundheit unterhaltsam in Szene.

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