Link auf das Hauptmenü Link auf die Untermenüpunkte Link auf Inhaltsbereich
Wie können Ehrenamtliche Gewaltopfer unterstützen? – Landkreis bot Seminar für ehrenamtliche Helfer von Geflüchteten

(Pressemitteilung 203/2016 vom 18.05.2016)

Marburg-Biedenkopf. Anlässlich der bundesweiten Europawoche 2016 und dem Europäischen Jahr gegen Gewalt an Frauen bot der Landkreis Marburg-Biedenkopf mit seinem Frauenbüro ein zweiteiliges Aufklärungsseminar zum Thema „Gewalt gegen besonders schutzlose Gruppen unter Geflüchteten, wie Frauen und Kinder“.

Das Seminar richtete sich an ehrenamtlich Tätige, die sich für geflüchtete Menschen im Landkreis Marburg-Biedenkopf und der Stadt Marburg engagieren. Dem Aufruf zur Teilnahme folgten 14 Frauen, die von Landrätin Kirsten Fründt und der Frauenbeauftragten Claudia Schäfer begrüßt wurden.

Das Seminar galt der Sensibilisierung der ehrenamtlichen Helferinnen für spezifische Gewaltsituationen sowie der Erkennung von psychischer, physischer oder sexualisierter Gewalt gegenüber ihren Schützlingen. „Geflüchtete Frauen und Kinder bedürfen eines besonderen Schutzes, da sie einem hohen Risiko ausgesetzt sind, Opfer von Gewalt zu werden“, sagte Landrätin Kirsten Fründt.

Aus diesem Grund setzt das Bundesfamilienministerium derzeit ein umfassendes Schutzkonzept insbesondere für Frauen und Kinder in Flüchtlingsunterkünften um. Hierzu werden zum Beispiel bauliche Schutzmaßnahmen wie abschließbare Wohneinheiten und Schutzräume für Frauen und Kinder oder geschlechtergetrennte Sanitäranlagen gefördert.

Wie für die Helfer konkret die Abwendung von möglicher Gewalt gegenüber ihren Schützlingen aussehen kann, wurde von den Seminarteilnehmerinnen diskutiert. Ein Ergebnis war der Hinweis, den Betroffenen ihre rechtlichen Möglichkeiten aufzuzeigen. Auch das bundesweite Schutzkonzept bewirbt mittlerweile in 15 Sprachen die bereits vorhandenen Beratungs- und Schutzangebote. Weiterhin wurden der Umgang mit traumatisierten Menschen und die eigenen Grenzen als Helfer thematisiert.

Die Teilnehmerinnen bieten in verschiedenen Bereichen Hilfe für Geflüchtete an und haben selbst Gewalterfahrungen erlebt. Mit dieser Seminarreihe bot der Landkreis eine wichtige Plattform zur Schulung, zum Austausch und zur Vernetzung. „Der Umgang mit Gewalt ist ein wichtiges Thema beim gesellschaftlichen Miteinander, das bestimmt wird durch unterschiedliche Lebensentwürfen, die sich gegenseitig bereichern können – unabhängig von Geschlecht und Nation oder gesellschaftlicher Stellung“, waren sich Landrätin Kirsten Fründt und Frauenbeauftragte Claudia Schäfer einig. Stärkere Beachtung wird auch in Zukunft die Frage benötigen, wie auch Jungen und Männer für die Auseinandersetzung mit diesem Thema gewonnen werden können.

Das Seminar leitete die Beraterin und Mediatorin Heike Spohr, die Kommunen unter anderem bei der Planung und Durchführung von Integrationsprozessen berät. Sie ist selbst als Ehrenamtliche in einer Gemeinschaftsunterkunft im Landkreis Gießen aktiv.

Zu den Schutzangeboten des Bundesfamilienministeriums gehören die beiden Hilfs-Telefonnummern „Gewalt gegen Frauen“: 08000 116 016 und „Schwangere in Not“: 0800 40 40 020. Unter diesen Telefonnummern wird an allen Tagen im Jahr und rund um die Uhr eine kostenlose, vertrauliche Beratung in 15 Sprachen angeboten.

Anlässlich der bundesweiten Europawoche 2016 und dem Europäischen Jahr gegen Gewalt an Frauen bot der Landkreis Marburg-Biedenkopf mit seinem Frauenbüro ein zweiteiliges Aufklärungsseminar zum Thema „Gewalt gegen besonders schutzlose Gruppen unter Geflüchteten, wie Frauen und Kinder“. (Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

Anlässlich der bundesweiten Europawoche 2016 und dem Europäischen Jahr gegen Gewalt an Frauen bot der Landkreis Marburg-Biedenkopf mit seinem Frauenbüro ein zweiteiliges Aufklärungsseminar zum Thema „Gewalt gegen besonders schutzlose Gruppen unter Geflüchteten, wie Frauen und Kinder“. (Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

[ schließen ]