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Gerüstet für die spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen – Nach erfolgreicher Ausbildung stehen der Höhenrettungsgruppe des Landkreises Marburg-Biedenkopf acht neue Retter zur Verfügung

(Pressemitteilung 203/2014 vom 05.06.2014)

Marburg-Biedenkopf – Ein Kranführer erleidet 70 Meter über dem Boden in seiner Kanzel einen Herzinfarkt. Für eine Rettung sind die Leitern der Feuerwehr zu kurz. Spezialisten müssen her, die den Betroffenen in schwindelnder Höhe versorgen und ihn aus seiner misslichen Lage retten – ein typischer Einsatz für speziell ausgebildete Höhenretter. Dem Landkreis Marburg-Biedenkopf stehen für seine Einsatzgruppe „Spezielles Retten aus Höhen und Tiefen“, die beim Fachbereich Gefahrenabwehr angesiedelt ist, jetzt acht neue Höhenretter zur Verfügung. Sie absolvierten alle mit Erfolg die anspruchsvolle Ausbildung und die Abschlussprüfungen und sind nun offiziell „spezielle Retter aus Höhen und Tiefen“. Die Ernennung zum Höhenretter erfolgte durch Kreisbrandinspektor Lars Schäfer, der die Urkunden übergab.

Der erste Grundlehrgang in dieser Form dauerte acht Tage mit insgesamt 80 Ausbildungsstunden in Theorie und Praxis. Geplant, vorbereitet und durchgeführt wurde der Lehrgang von dem Leiter der Gruppe, Harry Schulz (Landkreis Marburg-Biedenkopf), seiner Stellvertreterin Simone Werkmeister (Freiwillige Feuerwehr Marburg) sowie Daniel Kottas (Werkfeuerwehr Behring).

Die neu ausgebildeten Höhenretter sind fester Bestandteil der Höhenrettungsgruppe des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Diese Gruppe kommt dann zum Einsatz, wenn es um das Retten von Personen oder um technische Hilfeleistungen in Höhen oder Tiefen geht. Das sind Einsätze, bei denen die Feuerwehren und Rettungsdienst mit ihren herkömmlichen Mitteln und Fachwissen an ihre Grenzen stoßen.

Aufgaben von Höhenrettern sind unter anderem das Retten von hilflosen Menschen aus exponierten Lagen, also extremen Höhen oder Tiefen, mittels Abseiltechniken. Ebenso können sie zur Unterstützung des Rettungsdienstes angefordert werden, sollte ein Patiententransport nicht auf dem normalen Wege stattfinden können.

Von der Leistungsfähigkeit dieser speziellen Einsatzgruppe hat Landrätin Kirsten Fründt selbst überzeugt. Sie kam bei dem Übungsobjekt, das Hochhaus in der Gisselberger Straße („Affenfelsen“) in Marburg vorbei um sich anzusehen, wie weit der Ausbildungsstand der angehenden Höhenretter ist. Um sie davon zu überzeugen haben die Höhenretter die Landrätin spontan in ein praktisches Übungsszenario eingebunden und von einem Balkon aus dem 4. Obergeschoss „gerettet“, also abgeseilt.

„Das war eine sehr interessante Erfahrung und ich bin froh, dass wir auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf auf Profis zählen können, wenn es um solche extremen Rettungsaktionen geht“, sagte die Landrätin nachdem sie wieder festen Boden unter den Füßen hatte.

Die Höhenrettungsgruppe des Landkreises Marburg-Biedenkopf besteht derzeit aus 16 Einsatzkräften, die sich zur Hälfte aus Freiwilligen Feuerwehrleuten aus dem Landkreis und aus Mitarbeitern der DRK Rettungsdienst Mittelhessen GmbH zusammensetzen. Auch Notärzte gehören zum Team. „Durch diese personelle Zusammensetzung bündeln wir technische und medizinische Kompetenzen, Kenntnisse und Fähigkeiten von Feuerwehr und Rettungsdienst“, erläuterte Harry Schulz. So könne für Betroffene bestmöglich Hilfe gewährleistet werden.

Um diesen Lehrgang für die Teilnehmer so interessant wie möglich zu gestalten, fand die praktische Ausbildung täglich an anderen Orten und Objekten statt, zu denen die meisten Menschen sonst keinen Zutritt haben. Harry Schulz dankte in diesem Zusammenhang dem Landkreis Marburg-Biedenkopf sowie Carmen Werner und Holger Spuck von der Freiwilligen Feuerwehr Marburg für die Unterstützung, dem Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Marburg, für die Nutzung der Dächer des Uni-Klinikums, sowie für die gute Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des Hochhauses in der Gisselberger Straße, der Geschäftsführung der Firma Raiffeisen in Heskem und DRK Rettungsdienst Mittelhessen GmbH.

Während der Ausbildung tranierten die angehenden Höhenretter auch, wie Verletzte von einem Dach abgeseilt werden. Als Übungsobjekt diente hier ein Flachdach des Marburger Universitätsklinikums. (Foto: Ronald Henning)

Während der Ausbildung tranierten die angehenden Höhenretter auch, wie Verletzte von einem Dach abgeseilt werden. Als Übungsobjekt diente hier ein Flachdach des Marburger Universitätsklinikums.

(Foto: Ronald Henning)

Höhenretter kommen dann zum Einsatz, wenn Betroffene aus großen Höhen oder Tiefen gerettet werden müssen und die üblichen Rettungsmethoden, etwa über Leitern der Feuerwehr, nicht mehr ausreichen. Dafür müssen die Höhenretter natürlich schwindelfrei sein, im Team arbeiten und absolutes Vertrauen in ihr Material haben. (Foto: Ronald Henning)

Höhenretter kommen dann zum Einsatz, wenn Betroffene aus großen Höhen oder Tiefen gerettet werden müssen und die üblichen Rettungsmethoden, etwa über Leitern der Feuerwehr, nicht mehr ausreichen. Dafür müssen die Höhenretter natürlich schwindelfrei sein, im Team arbeiten und absolutes Vertrauen in ihr Material haben. 

(Foto: Ronald Henning)

Landrätin Kirsten Fründt überzeugte sich selbst von den Fähigkeiten der Höhenretter und ließ sich aus dem 4. Stock eines Hauses abseilen. (Foto: Ronald Henning)

Landrätin Kirsten Fründt überzeugte sich selbst von den Fähigkeiten der Höhenretter und ließ sich aus dem 4. Stock eines Hauses abseilen.

(Foto: Ronald Henning)

Das sind die neu ausgebildeten Höhenretter: (vorne, v. li.) Dominik Rhiel (Feuerwehr Lahntal), Olaf Jacob (DRK Rettungsdienst Mittelhessen), Florian Haffer (Feuerwehr Angelburg), Martin Sassen (Notarzt) und Ronald Henning (Notarzt) sowie (hinten, v. li.) Lutz Schmidt (Feuerwehr Biedenkopf), Maik Weise (DRK Rettungsdienst Mittelhessen), Simone Werkmeister (stv. Leiterbin der Höhenrettungsgruppe) und Johannes Ivo (Feuerwehr Amöneburg).   (Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)


Das sind die neu ausgebildeten Höhenretter: (vorne, v. li.) Dominik Rhiel (Feuerwehr Lahntal), Olaf Jacob (DRK Rettungsdienst Mittelhessen), Florian Haffer (Feuerwehr Angelburg), Martin Sassen (Notarzt) und Ronald Henning (Notarzt) sowie (hinten, v. li.) Lutz Schmidt (Feuerwehr Biedenkopf), Maik Weise (DRK Rettungsdienst Mittelhessen), Simone Werkmeister (stv. Leiterbin der Höhenrettungsgruppe) und Johannes Ivo (Feuerwehr Amöneburg).  

(Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

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