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Der Arbeitskreis Lokalgeschichtsforschung des Landkreises befasste sich mit dem Thema Route der Industriekultur – Prof. Dr. Otto Volk vom Landesamt für geschichtliche Landeskunde hielt den Vortrag dazu

(Pressemitteilung 189/2014 vom 30.05.2014)

Marburg-Biedenkopf – In einem echten Zeugnis regionaler Industriekultur traf sich der vom Landkreis organisierte Arbeitskreis Lokalgeschichtsforschung zu einem Treffen, um mehr über das Thema „Route der Industriekultur in Mittelhessen“ zu erfahren. Prof. Dr. Otto Volk vom Landesamt für geschichtliche Landeskunde erläuterte in seinem Vortrag, wie vielseitig und interessant die Zeugnisse industrieller Entwicklung in Mittelhessen und besonders im Landkreis sind. Er nannte und zeigte dabei viele Industriebauten, Fabrikgebäude, Brauereien, Gebäude der Stromversorgung und vieles mehr im Landkreis, von denen eine ganze Reihe eher unbekannt und fast kaum noch erkennbar sind (wie beispielsweise die Bergbaugruben), aber auch andere, die besonders herausragend (wie z.B. das Eisenbahnviadukt in Bad Endbach-Hartenrod oder auch die Carlshütte bei Buchenau).

„Die Route der Industriekultur in Mittelhessen wird vom Verein Mittelhessen e.V. getragen. Der Verein koordiniert die Bemühungen und Aktivitäten zur Route der Industriekultur, tritt nach außen als Träger und Veranstalter auf und ist Ansprechpartner für alle organisatorischen Fragen. Landkreise, Kommunen, Industrie- und Handelskammern, Unternehmen und Einrichtungen sind aufgerufen, die Route der Industriekultur Lahn-Dill in ihrem Bereich besonders zu unterstützen und zu fördern“, so ist in einem Informationsblatt zum Thema zu lesen.

Prof. Volk bezeichnet die Route der Industriekultur als Teil einer regionalen Kulturarbeit. Einige der früher industriell genutzten Gebäude sei bereits bei der Einstellung der Betriebe und Anlagen abgebaut und beseitigt worden, anderes sei auch verfallen oder umgenutzt worden, sodass diese nicht mehr zur Verfügung stehen. Er machte jedoch deutlich, dass mit dieser Route die interessante Geschichte der industriellen Vergangenheit und Gegenwart der mittelhessischen Region und auch des Landkreises wieder stärker in das öffentliche Bewusstsein gerückt werden solle. Es gehe auch darum, diese Gebäude zu schützen. Derzeit habe man rund 65 Objekte allein im Landkreis Marburg-Biedenkopf ausgewählt, die eine Rolle für diese Route der Industriekultur im Landkreis spielen könnten. Vorraussetzung sei allerdings, dass man sich diese Objekte gefahrlos von außen und gegebenenfalls von innen ansehen könne und Hinweise über die Geschichte der Nutzung angebracht würden. Prof. Volk nimmt gerne Hinweise auf weitere infrage kommende Industriekulturobjekte im Landkreis entgegen ( otto.volk@hlgl.hessen.de ).

Die Carlshütte könnte letztlich selbst ein wichtiger Ankerpunkt einer Route der Industriekultur im Landkreis werden. Jürgen Westmeier stellte ein Konzept zur möglichen Nutzung der Carlshütte als Kultur-, Museums- und Veranstaltungsort vor. Weitere Nutzungen etwa als Archivraum wurden diskutiert. Schließlich erläuterte die Eigentümerin Christel Ulrich die interessante Geschichte des Gebäudes.

Das Gebäude benötigt letztlich dringend eine neue Funktion, um es dauerhaft sichern zu können. Es handelt sich um ein bedeutendes Industriedenkmal, das auch weithin sichtbar ist und durch seine Lage an der Bahnlinie, am Radweg und in direkter Nähe der Bundesstraße eine sehr gute verkehrstechnische Anbindung erfährt. Auch hier sind weitere gute Ideen für die künftige Nutzung und vor allem für die Finanzierung für ein solches Projekt gefragt.

In der Carlshütte fand ein Treffen des Arbeitskreises Lokageschichtsforschung des Landkreises statt. Foto: Landkreis

In der Carlshütte fand ein Treffen des Arbeitskreises Lokageschichtsforschung des Landkreises statt.

Foto: Landkreis

Nach dem Treffen stellten sich viele Teilnehmer noch für ein Gruppenbild vor der Carlshütte auf. Foto: Landkreis

Nach dem Treffen stellten sich viele Teilnehmer noch für ein Gruppenbild vor der Carlshütte auf.

Foto: Landkreis

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