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Rettungsdienstleitstellen der Landkreise in Hessen stehen bereit, künftig auch den Ärztlichen Bereitschaftsdienst zu koordinieren – Hessens Landkreise fordern die Kassenärztliche Vereinigung Hessen mit Nachdruck dazu auf, bei der geplanten Reform des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes auf Bürgernähe zu achten und vorhandene Synergien zu nutzen
(Pressemitteilung Nr. 176/2013 vom 16.05.2013)

Marburg-Biedenkopf – "Leider ist die Kassenärztliche Vereinigung Hessen nicht auf unser Angebot eingegangen, künftig den Ärztlichen Bereitschaftsdienst (hausärztlicher Notdienst) über die Rettungsdienstleitstellen der 21 hessischen Landkreise disponieren zu lassen. Vielmehr soll die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung nun in der kommenden Woche beschließen, alle Anrufer die in der Nacht, an Feiertagen oder am Wochenende einen Arzt benötigen über zwei Call-Center für ganz Hessen zu steuern. Diese Lösung ist weder bürgernah, noch nutzt sie die vielfältigen Synergien, die durch eine unmittelbare Verknüpfung von Rettungsdienst und Ärztlichem Bereitschaftsdienst möglich wären. Wir fordern die Kassenärztliche Vereinigung daher mit Nachdruck auf, die aktuellen Pläne fallen zu lassen und zu gemeinsamen Gesprächen über die künftige Disposition des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes über die Rettungsdienstleitstellen zurückzukehren", appelliert der Präsident des Hessischen Landkreistages, Landrat Robert Fischbach, nachdem die Kassenärztliche Vereinigung in der vergangenen Woche in einem Spitzengespräch die Vorschläge der Landkreise abgelehnt hat über den Hessischen Landkreistag.

„Die Vorstellung, dass nunmehr ein anonymes Callcenter Telefonanrufe an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst entgegennimmt, trägt nicht gerade dazu bei, dass die Bevölkerung sich gut versorgt fühlt. Auch ist eine wirtschaftliche Lösung für die KV noch lange keine gute Lösung für die Patienten“ ergänzte der Gesundheitsdezernent und Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern.

Die zentralen Leitstellen der Landkreise und kreisfreien Städte koordinieren seit Jahren erfolgreich die Einsätze im Rettungsdienst und im Brand- und Katastrophenschutz für die über 6 Millionen Menschen in Hessen. Modernste Infrastruktur, bestens geschultes Fachpersonal und umfangreiche Ortskenntnisse sorgen dafür, dass die Menschen vor Ort ohne Umweg und Zeitverlust Hilfe bekommen.

Diese Leistung könnte auch bei uns durch das zusätzliche Disponieren des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes – wie dies modellhaft und erfolgreich beispielsweise schon im Lahn-Dill-Kreis und im Landkreis Bergstraße erfolgt – weiter optimiert werden.  

Die Entscheidung über die Zuweisung zum Rettungsdienst (Notarzt) oder zum Ärztlichen Notdienst (Hausarzt) kann mit diesem Ansatz aus einer Hand erfolgen - dadurch werden die Hilfewege kürzer, bei Bedarf schneller ein Notarzt zum Patienten geschickt, Fehleinsätze reduziert sowie finanzielle Einsparungen im Rettungsdienst und im Ärztlichen Bereitschaftsdienst möglich. Das geplante System der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, das den Ärztlichen Bereitschaftsdienst über zwei eigene Call-Center für Hessen steuern soll, lässt dagegen die sich bietenden einmaligen Chancen für das hessische Gesundheitssystem komplett ungenutzt und birgt die Gefahr extremer Bürger- und Patientenferne.

"Wir haben der Kassenärztlichen Vereinigung belegt, dass die Leitstellen der Landkreise in kurzer Zeit in der Lage sind, auch den Ärztlichen Bereitschaftsdienstes zu disponieren und damit den Menschen vor Ort eine Anlaufstelle in gesundheitlichen Notlagen - und dies verknüpft mit dem Brand- und Katastrophenschutz - zu bieten. Leider ist die Kassenärztliche Vereinigung aber nicht gewillt, diesen innovativen, bürgernahen und (gesundheits-) ökonomisch sinnvollen Weg mit uns zu gehen. Den Patienten in Hessen bleibt dadurch ein Stück Qualität verwehrt. Wir stehen daher weiterhin für Gespräche über gemeinsame Lösungen bereit. Zugleich appellieren wir aber auch an Herrn Gesundheitsminister Grüttner, sich jetzt in die Diskussion einzuschalten und mit ganzer politischer Kraft für die Disposition des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes über die Rettungsdienstleitstellen der Landkreise einzusetzen", so Landrat Fischbach in seiner Eigenschaft als Präsident des Hessischen Landkreistages.



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