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Stadt Wetter präsentierte sich stark bei dem Gemeindebesuch von Landrat Robert Fischbach – Nutzung erneuerbarer Energien stand im Vordergrund
(Pressemitteilung Nr. 175/2013 vom 16.05.2013)
Marburg-Biedenkopf – Im Rahmen seiner Gemeindebesuche stattete Landrat Robert Fischbach der Stadt Wetter einen Besuch ab. Bürgermeister Kai-Uwe Spanka empfing zusammen mit Vertretern des Gemeindeparlaments sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung den Landrat und einige seiner Führungskräfte. Landrat Fischbach besucht in unregelmäßigen Abständen innerhalb einer Legislaturperiode die Städte und Gemeinden im Landkreis, um sich vor Ort ein Bild von den Problemen aber auch von den neuesten Maßnahmen oder Initiativen zu machen. „Es ist immer lohnenswert, sich einmal Maßnahmen und Projekte direkt vor Ort anzuschauen. Das hinterlässt einen ganz anderen Eindruck, als wenn man diese nur aus der Akteneinsicht kennt“, erläuterte Landrat Fischbach. Er lobte die vielfältigen Anstrengungen der Stadt Wetter, die unter anderem dazu dienen, dass das Thema Erneuerbare Energien einen besonderen Stellenwert einnimmt.

Auf dem Programm stand beispielsweise die Besichtigung des Hallenbades in Wetter verbunden mit der Vorstellung des aktuellen Sanierungsstands. Verschiedene Schulen des Landkreises nutzen das Hallenbad für den Schulsport. Wegen der derzeitigen Sanierung des Hallenbades ist die Nutzung seit Dezember 2012 nicht möglich, sodass das Schulschwimmen vorübergehend auf andere Bäder innerhalb und außerhalb des Landkreises verlegt werden muss. Man hofft, dass das Hallenbad vielleicht schon Ende Juni wieder eröffnet werden kann.

Es folgte die Besichtigung der Nahwärmeversorgung der Wollenbergschule Wetter, ein Biogas-Blockheizkraftwerk. Die Stadtwerke Wetter haben 2012 das innerstädtische Nahwärmenetz übernommen. Es soll eine Pacht- und Nutzungsvereinbarung zum Betrieb des Blockheizkraftwerkes zwischen Landkreis und Stadt Wetter vereinbart werden. Die Umbaumaßnahmen an der Wollenbergschule und im BHKW-Gebäude sollen nach Angabe der Stadtwerke im Wesentlichen in den Sommerferien 2013 erfolgen. Auch die Besichtigung der Cafeteria in der Wollenbergschule hinterließ einen sehr guten Eindruck.

Die Besichtigung des Bioenergiehofs „Vor den Tannen GmbH“ war für die Gruppe von großem Interesse. Das rund 3,5 ha große Grundstück liegt zwischen Oberrosphe, Mellnau und Wetter. 80 Prozent der Substrate werden durch Flächen in einem Radius von 2,5 km Entfernung gedeckt. Die restlichen 20 Prozent der Substrate können in einem Radius von fünf km angedient werden. „Hier ist also die regionale Komponente sehr ausgeprägt“, hob Landrat Fischbach besonders hervor. Seit 2011 werden in der Biogasanlage durch Vergärung nachwachsender Rohstoffe (rund 65 Prozent) und Wirtschaftsdünger (rund 35 Prozent) Biogas erzeugt. Das Biogas wird in einem kleineren Blockheizkraftwerk am Standort in Strom und in Wärme umgewandelt. Der Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist, die Wärme dient dem Vergärungsprozess in der Biogasanlage. Der größte Teil des produzierten Gases wird über eine Mikrogasleitung zu einem Satelliten-Blockheizkraftwerk in Oberrosphe geleitet und dort ebenfalls in Strom und Wärme umgewandelt. Der Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist. Die anfallende Wärme wird dem vorhandenen Wärmenetz von Oberrosphe zugeführt. Eine weitere Mikrogasleitung zum geplanten Wärmenetz in Unterrosphe ist angedacht. Die 590 kW-Anlage produziert pro Jahr rund 4,5 Millionen KWh Strom und rund 5,5 Millionen KWh Wärme, dies entspricht einem Heizöläquivalent von 550.000 Litern. Als sekundäres Produkt fällt Gärrest an, welcher als hochwertiges Düngesubstrat auf die landwirtschaftlichen Flächen in der Umgebung aufgebracht wird. Landrat Fischbach machte deutlich, dass diese modernen Formen der Nutzung erneuerbarer Energien vor Ort sehr zukunftsweisend sind und lobte die Betreiber für diese Anlage. Das sind neben dem Anlagenbetreiber Stephan Lölkes auch der Landwirt Günther Vaupel sowie die Stadt Wetter, die Bioenergiegenossenschaft Oberrosphe, weitere Landwirte der Region sowie Privatpersonen. Stephan Lölkes verdeutlichte einerseits die schwierigen bundespolitischen Rahmenbedingungen, aber andererseits sagte er, dass es auch Spaß mache, wenn man nicht gegen Behörden eine solche Anlage bauen müsse, sondern mit der vollen Unterstützung von Stadt und Landkreis, insbesondere des Landrats ein solches Projekt realisieren könne.

Abschließend gab es Gespräche mit den Vertretern der Feuerwehr in Wetter. In den Einsatzabteilungen versehen derzeit 190 Feuerwehmänner und 12 Feuerwehrfrauen ihren Dienst. In den Jugendfeuerwehren sind 50 Jungen und 7 Mädchen aktiv. Hier ist besonders zu erwähnen, dass für die Freiwillige Feuerwehr Oberndorf und Warzenbach auf deren Wunsch ein gemeinsames Feuerwehrhaus in Warzenbach gebaut wurde. Beide Einsatzabteilungen verstehen sich heute als eine Einheit. Dies war die bislang unproblematischste Zusammenlegung von Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis, so das Lob des Landrates, der den Feuerwehrkameradinnen und -kameraden für diesen außergewöhnlichen und teilweise selbst gefährdenden Einsatz rund um die Uhr besonders dankte. Stadtbrandinspektor Klaus Prinz hob die gute Zusammenarbeit mit der Stadt hervor. Hier würde es keine Probleme, sondern nur Lösungen geben.

"Man sieht, dass das Thema Erneuerbare Energien in Wetter einen hohen Stellenwert genießt. Hier arbeiten Stadt und Kreis Hand in Hand", verdeutlichte Fischbach das auch für den Landkreis so bedeutsame Schwerpunktthema. Er bedankte sich für die ehrenamtlichen Politiker und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die diesen eindrucksvollen und positiven Gemeindebesuch begleiteten.

Bürgermeister Kai-Uwe Spanka dankte dem Landrat für den Besuch und lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis. Er verdeutlichte die vielen interessanten Ansätze in der Stadt und verwies auch auf die wichtigen Straßenbauprojekte. 

Die Stadt Wetter hinterließ bei der Delegation einen sehr guten Eindruck.

Stephan Lölkes (3.v.re.) schilderte Landrat Robert Fischbach (2.v.re.) und Bürgermeister Kai-Uwe Spanka (re.) die Funktionen der Biogasanlage. Foto: Landkreis
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Stephan Lölkes (3.v.re.) schilderte Landrat Robert Fischbach (2.v.re.) und Bürgermeister Kai-Uwe Spanka (re.) die Funktionen der Biogasanlage.
Foto: Landkreis


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