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These im Vortrag des Existenzgründertreffens des Landkreises lautet: Unternehmen sollten aus eigenem Interesse feste Stellen für Gründende im Unternehmen einrichten! – Prof. Dr. Rüdiger Kabst aus Paderborn referierte

(Pressemitteilung 174/2015 vom 13.05.2015)

Marburg-Biedenkopf – Der Landkreis Marburg-Biedenkopf veranstaltet durch seine Stabsstelle Wirtschaftsförderung regelmäßig kostenfreie Vortragsveranstaltungen für interessierte Existenzgründer und Gründerinnen. Das vergangene Treffen mit dem Titel „Innovationsgeschwindigkeit und Unternehmergeist - Wie Gründende und gestandene Unternehmen voneinander profitieren!“, verfolgte dabei ein besonderes Ziel. Schon eingangs betonte der Referent Prof. Dr. Rüdiger Kabst, dass heute gezielt gestandene Unternehmen angesprochen werden sollen, um diese zu einer engen Zusammenarbeit mit Existenzgründenden zu motivieren. Kabst, der neun Jahre lang einen Lehrstuhl an der Universität Gießen inne hatte und dort die Gründerszene wesentlich prägte, ist heute Leiter des Technologietransfer- und Existenzgründungs-Centers (TecUP), Vorsitzender des Forschungsrats des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn und Lehrstuhlinhaber für International Business an der Universität Paderborn und weiß somit gut, wovon er spricht.

Gestandene Unternehmen sind gut im weiterführen von Innovationen hin zur „Innovation 2.1.“ aber nicht zu einer echten „Produktrevolution“. Sie entwickeln eine sogenannte „organisationale Trägheit“, besonders dann, wenn sich große Erfolge eingestellt haben. Große Unternehmen, wie Nokia und Sony mussten genau diese Erfahrung durch die Entwicklung des Smartphones von Apple machen.

Prof. Dr. Kabst sieht insgesamt in unserer Wirtschaft die Zeit für eine neue Unternehmensphilosophie gekommen. Noch ist es nicht so, dass die Menschen, die innovativ denken in Führungspositionen gelangen, sondern genau das Gegenteil ist der Fall. Innovation wird in unserer Gesellschaft auch noch zu wenig belohnt.

In seinen Ausführungen zur „Industrie 4.0.“ erläuterte er anschaulich, dass in Zukunft Menschen benötigt werden, die über Kompetenzen verfügen, in völlig neuen Strukturen zu denken. Genau dies, so Kabst, zeichnet die Gruppe der Existenzgründerinnen und Gründer aus. Daher plädiert er dafür, dass gestandene Unternehmen Existenzgründenden Raum in ihren Unternehmen schaffen. So profitieren diese von dieser Innovationskompetenz und im Gegenzug gewinnen Gründende durch die längjährigen Erfahrungen z.B. im Vertrieb einer Firma. Prof. Kabst stellte dazu zahlreiche Beispiele vor. So hatte das Unternehmen Bosch in einem Pilotprojekt eine Reihe von Stellen für Gründende geschaffen. Zunächst waren diese Gründenden jedoch derart mit den hausinternen Sicherheitsauflagen, dem Controlling und dem Berichtswesen befasst, dass zu wenig Zeit und Energie für die eigentlichen Innovationen blieb. Bosch hat daraus gelernt und diese „Auflagen“ auf ein Minimum reduziert.

In dieser Kombination von Unternehmen und Gründenden sieht Dr. Frank Hüttemann, Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung, ein chancenreiches Zusammenspiel. „Für einige Firmen kann es interessant sein, ihre Innovationsfähigkeit auf diese Art zu beleben und für Gründende steigen durch den starken und erfahrenen Partner an der Seite die Chancen, ihr neues Unternehmen zum Erfolg zu führen. Grundsätzlich sind unterschiedliche Kooperationsstufen zwischen Gründenden und etablierten Unternehmen denkbar.“

Die Präsentation zum Vortrag wird in Kürze auf der Homepage der Stabsstelle Wirtschaftsförderung unter http://www.wifoe.marburg-biedenkopf.de/existenzgruendung/existenzgruendertreffen eingestellt.

Weitere Informationen: Landkreis Marburg-Biedenkopf / Stabsstelle Wirtschaftsförderung / Dr. Frank Hüttemann, Tel: 06421 405-1225, E-Mail: HuettemannF@marburg-biedenkopf.de

Prof. Dr. Rüdiger Kabst (re.) - hier zusammen mit Dr. Frank Hüttemann von der Wirtschjaftsförderung des Landkreises - verdeutlichte die Bedeutung von Gründenden für Unternehmen. Foto: Landkreis

Prof. Dr. Rüdiger Kabst (re.) - hier zusammen mit Dr. Frank Hüttemann von der Wirtschjaftsförderung des Landkreises - verdeutlichte die Bedeutung von Gründenden für Unternehmen.

Foto: Landkreis

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