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Zehn Jahre KreisJobCenter: Spitzenreiter bei der Arbeitsmarktintegration hessen- und bundesweit – "Den Menschen dort abholen, wo er steht" als Erfolgsrezept für mehr Nachhaltigkeit in der Arbeitsvermittlung / KreisJobCenter feiert am 26. Juni 2015 ein Bürgerfest

(Pressemitteilung 170/2015 vom 08.05.2015)

Marburg-Biedenkopf – Erster Kreisbeigeordneter Marian Zachow präsentierte zusammen mit der Leiterin des KreisJobCenters, Andrea Martin und ihrem Stellvertreter, Joachim Hikade, sowie der Fallmanagerin im Projekt comeback@50, Myriam Volk, die Jahresbilanz des KreisJobCenters. Marian Zachow bedankte sich bei den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des KreisJobCenters für ihre erfolgreiche und engagierte Arbeit, die eine so positive Bilanz möglich gemacht haben. Er dankte aber auch den Firmen und Betrieben, die langzeitarbeitslosen Menschen eine Chance auf einen Arbeitsplatz geben und erfolgreich mit dem KreisJobCenter zusammenarbeiten.

Im Rückblick auf zehn Jahre Arbeit des KreisJobCenters erinnerte Zachow daran, dass die Umsetzung der Reformen am Arbeitsmarkt im Jahr 2005 im Landkreis Marburg-Biedenkopf durch die Gründung des KreisJobCenters von der Öffentlichkeit und der Politik sehr aufmerksam begleitet wurde. „Die große Frage war damals, ob es in kurzer Zeit gelingen würde, eine neue, rein kommunale Behörde aufzubauen, die in der Lage sein würde, sich neben der Sicherstellung der Leistungsgewährung für die Kunden als echter Dienstleister am Arbeitsmarkt zu behaupten“, so Marian Zachow.

„Doch wir konnten bereits im ersten Vergleich der Zahlen der hessischen Kommunen, die das Sozialgesetzbuch II (SGB II) in Eigenregie umsetzen, sehen, dass das KreisJobCenter auf dem Spitzenplatz lag. Wir schienen auf dem richtigen Weg zu sein. Zehn Jahre später hat sich das bewahrheitet“, sagte Zachow mit einem Blick auf die Statistik.

Der Blick auf das vom KJC zum Jahresabschluss erzielte Ergebnis bei der Integration in den ersten Arbeitsmarkt zeigt ein hervorragendes Ergebnis. In Hessen liegt das KreisJobCenter bei den sozialversicherungspflichtigen Integrationen mit seinem aktuellen Wert von 31,3 Prozent (Integrationen in der Jahressumme bezogen auf den Bestand der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten) an der Spitze und in dem seit 2014 geltenden Vergleichstyp des Benchmarking der vergleichbaren Regionen bundesweit ebenfalls auf Rang 1.

„Insbesondere bei der Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt fallen unsere Ergebnisse auf“, so Andrea Martin. „Die bereits jahrelang bestehende, sich ständig weiter entwickelnde Arbeit unseres Kind-und-Karriere-Centers mit dem Angebot der Qualifizierung und Kinderbetreuung für Familien trägt hier riesengroße Früchte“. Durch die intensive Betreuung von Familien im SGB II gelingt es auch, die Mittel des im Jahre 2011 eingeführten Bildungs- und Teilhabepaketes, tatsächlich bei den bedürftigen Familien ankommen zu lassen. Das Jahresergebnis 2014 zeigt für das KJC hier mit 73,91 Prozent die höchste Quote der aktiven Inanspruchnahme antragsabhängiger Leistungen in Hessen. Der Durchschnitt in Hessen liegt um 20 Prozent niedriger. Erstmals gelang es im Jahr 2014, mit Mitteln des Bildungs- und Teilhabepaketes nicht nur Regelangebote im kulturellen oder sportlichen Bereich für Kinder zu fördern, sondern in der Kinderbetreuung des KJC sogar musikalische Früherziehung für die dort betreuten Kinder anzubieten. „Diese kleinen, feinen Projekte sind in keiner Statistik zu finden, aber sie zeigen unsere Ernsthaftigkeit im Bemühen um die Unterstützung unser Kunden“, so Martin weiter.

„Die oft gestellte kritische Frage nach der Nachhaltigkeit der erfolgten Vermittlungen in Arbeit ist berechtigt“, so Joachim Hikade. „Den Jobcentern wird oft vorgeworfen, dass nur die kurzfristige Integration in Arbeit zählt und nicht der nachhaltige, durch Qualifizierung erreichte, dauerhafte Erfolg. Das war nie unsere Strategie und das kann man auch in den Ergebnissen erkennen. Von den bundesweit in unserem Vergleichstyp vertretenen Jobcentern liegt nur eines vor uns, mit 0,1 Prozent Vorsprung“.

Nachhaltige Arbeit im SGB II bedeutet nicht nur Qualifizierung der Kunden, sondern auch intensive Unterstützung durch das Fallmanagement und, wenn notwendig, auch ergänzende spezialisierte Beratung. So gelang es auch Ulrich Herminghaus, beruflich dauerhaft Fuß zu fassen. Trotz vielfacher gesundheitlicher Beeinträchtigungen, einem Alter von 57 Jahren und  Enttäuschungen bei der Suche nach Arbeit, gab er nicht auf. Mehrfach musste er Rückschläge auf dem Weg in Arbeit verkraften, geplante Qualilfizierungen kamen nicht zustande oder scheiterten an gesundheitlichen Problemen. Letztlich bekommt er eine Chance beim Amtsgericht in Marburg. Nur die fehlende Mobilität von Herrn Herminghaus stellt ein Hindernis dar, aber auch hier kann seine Fallmanagerin aus dem Projekt comeback@50, für ältere arbeitslose Menschen, Myriam Volk, helfen: Herr Herminghaus erhält eine Mobilitätshilfe, um sich einen Pkw für die Fahrten zum Arbeitsplatz zuzulegen. Am 1. August 2013 begann Herr Herminghaus seine Tätigkeit beim Amtsgericht und ist mit dieser Stelle auch heute sehr zufrieden.

„Das Beispiel von Herrn Herminghaus zeigt, dass die Betreuung und Begleitung von arbeitslosen Menschen nicht nach Schema „F“ funktioniert“, erklärt Myriam Volk. „Man muss die Menschen dort abholen, wo sie stehen. Es ging mir in der Arbeit mit Herrn Herminghaus ähnlich wie ihm. Auch ich durfte mich nicht frustrieren lassen, mich immer wieder neu ausrichten, und gemeinsam mit ihm neue Wege suchen, um ihm effektiv helfen zu können. Es ist ein gemeinsamer Prozess.“

Als Fazit zehnjähriger Arbeit des KJC stellen die Beteiligten fest, dass es trotz schwieriger Rahmenbedingungen, zu knapper Budgets und ständig wechselnder gesetzlicher Bestimmungen in sehr vielen Fällen gelungen ist, Bürgern des Landkreises in schwierigen Lebenssituationen Perspektiven zu bieten. Daher ist die Anzahl der Menschen im Landkreis, die auf Leistungen nach dem SGB II angewiesen sind, in den letzten Jahren auch deutlich gesunken.

„Die gemeinsamen Erfolge möchten wir feiern und deshalb werden wir in diesem Jahr am 26. Juni ein Bürgerfest veranstalten. Vertreterinnen und Vertreter der Politik, anderer Institutionen, Arbeitsmarktpartner, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KJC und Bürgerinnen und Bürger des Landkreises sind dazu herzlich eingeladen. Ob sie Kundinnen oder Kunden des KJC sind, ist ohne Belang. Wir werden von unseren Kundinnen und Kunden in Projekten hergestellte Objekte präsentieren, einen Kinderbekleidungs- und Kinderspielzeug-Bazar veranstalten sowie gebrauchte, gut erhaltene Sportartikel und Sportbekleidung verkaufen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KJC werden selbstgebackenen Kuchen gegen Spenden abgeben, die dem Aktionsfonds Kinderarmut zu Gute kommen sollen“, so Marian Zachow. Dieses Fest am 26. Juni soll auf dem Parkplatz des KreisJobCenters in der Raiffeisenstraße 6 von 13:00 Uhr bis 16:30 Uhr stattfinden.

Nähe zu den Menschen ist das Ziel: Der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow (li.) und die Leiterin des KreisJobCenters, Andrea Martin (re.), präsentieren gemeinsam mit Martins Stellvertreter Joachim Hikade (2. v. re.) und Arbeitsvermittlerin Myriam Volk die erfolgreiche Bilanz des KreisJobCenters. Mit dabei war auch Ulrich Herminghaus, ein zufriedener Kunde des KreisJobCenters, der erfolgreich in Arbeit vermittelt wurde. Er berichtete von seinen positiven Erfahren. Der KreisJobCenter Marburg-Biedenkopf nimmt im bundes- und landesweiten Vergleich eine Spitzenposition bei der nachhaltigen Integration von langzeitarbeitslosen Menschen ein. (Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

Nähe zu den Menschen ist das Ziel: Der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow (li.) und die Leiterin des KreisJobCenters, Andrea Martin (re.), präsentieren gemeinsam mit Martins Stellvertreter Joachim Hikade (2. v. re.) und Arbeitsvermittlerin Myriam Volk die erfolgreiche Bilanz des KreisJobCenters. Mit dabei war auch Ulrich Herminghaus, ein zufriedener Kunde des KreisJobCenters, der erfolgreich in Arbeit vermittelt wurde. Er berichtete von seinen positiven Erfahren. Der KreisJobCenter Marburg-Biedenkopf nimmt im bundes- und landesweiten Vergleich eine Spitzenposition bei der nachhaltigen Integration von langzeitarbeitslosen Menschen ein.

(Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

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