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Theaterstück soll Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen steigern und vor Cybermobbing und sexueller Gewalt schützen – Regionales Netzwerk für Sicherheit und Aufklärung leistet wichtigen Beitrag zur Vorbeugung

(Pressemitteilung Nr. 168/2011 vom 13.05.2011)
Marburg-Biedenkopf – Mit einem Theaterstück möchte das Netzwerk für Medien, Sicherheit und Aufklärung im Landkreis Marburg-Biedenkopf („MEDISA“) auf die Themen Cybermobbing und sexuelle Gewalt im Internet aufmerksam machen. Mit diesem Theaterstück sollen die relevanten Zielgruppen, Kinder und Jugendliche und deren Eltern, für dieses Thema sensibilisiert werden. Aufgeführt wird das Theaterstück mit dem Titel „click it!2“ am 26. und 27. Mai 2011 im Bürgerhaus in Dautphe“ vom Verein „Zartbitter“ aus Köln.

„Wir möchten ohne den erhobenen pädagogischen Zeigefinger eine Beitrag dazu leisten, dass Kinder, Jugendliche, Eltern und auch pädagogische Fachkräfte noch mehr Medienkompetenz entwickeln“, erklärte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern am Freitag bei der Vorstellung des Projekts und unterstrich dessen Präventionscharakter.

Dautphetals Bürgermeister Bernd Schmidt begrüßte diese Initiative: "Als Gemeinde unterstützen wir dieses Projekt sehr gerne. Die Kooperation mit dem Netzwerk ist auch für die Jugendarbeit sehr wichtig sei."

Cybermobbing und sexuelle Gewalt im Internet bagatellisieren Jugendliche oftmals als nicht reales Spiel oder als „Scherz“. Dabei ist diese Form der Gewalt für die Opfer extrem belastend. In besonderem Maße leiden sie darunter, dass ihr privater Lebensbereich die Funktion als Schutzraum verliert: Über Handy sind die Opfer überall und jederzeit erreichbar, der Computer steht meist im eigenen Wohn- und Schlafraum.

Das Theaterstück „click it!²“ überwindet die Isolation des Opfers vor dem Bildschirm: Das junge Publikum erlebt in Identifizierung mit den Darstellern Silvio und Billa, dass Cybermobbing und die Konfrontation von Kindern mit pornografischem Bildmaterial oder Horrorbildern im Internet keineswegs „witzig“ sind. „click it!²“ zeigt keine Bilder der Gewalt, sondern fördert die Empathie für und Solidarität mit Opfern, indem die Zuschauerinnen und Zuschauer die Reaktionen auf Mobbing durch andere Jugendliche miterleben.

Die positiven Erfahrungen des Familienmedientages im vergangenen Jahr als erstes Angebot des Netzwerkes „MEDISA“, das den Familienaspekt verfolgt, haben gezeigt, dass die Arbeit des Netzwerkes einen wichtigen Beitrag zur Vorbeugung vor Gewalt gegen Mädchen und Jungen sowie zur Entwicklung von Medienkompetenz bei Jugendlichen, Eltern und pädagogischen Fachkräften leistet. „An diesem Punkt galt es, noch weitere innovative Wege zu finden, auf der einen Seite nicht nur Jugendliche durch Angebote und pädagogische Fachkräfte und Lehrkräfte durch Fortbildungen zu erreichen, sondern die Familien in ihrer Gesamtheit“, erklärte Dr. McGovern.

Der Verein „Zartbitter“ aus Köln ist eine der ältesten Einrichtungen gegen sexualisierte Gewalt in Deutschland und entwickelt neben Materialien für Kinder, Jugendliche und Erwachsene immer wieder auch innovative Projekte. So gehört zu dem Verein auch seit einigen Jahren das „Präventionstheater“. Mit großem Erfolg tourte das letzte Theaterstück durch den gesamten deutschsprachigen Raum und wurde von mehr als 350.000 Mädchen und Jungen gesehen.

Nun ist das Zartbittertheater mit seinem neuen Stück unterwegs: „click it!²“ thematisiert nicht mehr die Gefahren durch Fremdtäter, sondern Gewalt unter Jugendlichen im Internet – in Chatrooms, in sozialen Netzwerken wie „SchülerVZ“, „Facebook“ oder Messenger-Programmen wie „MSN“ und „ICQ“. Damit berücksichtigt die Neuinszenierung die Tatsache, dass in der Statistik des Bundeskriminalamtes ein Drittel aller Tatverdächtigen bei Sexualdelikten Jugendliche unter 18 Jahren sind.

„Cybermobbing ist aktuell ein sehr präsentes Thema unter Jugendlichen und an den Schulen wohlbekannt. Der Besuch des Theaterstückes bietet daher eine gelungene Möglichkeit, das Thema mit den Schülerinnen und Schülern zu bearbeiten“, stellte Dr. McGovern fest.

Geplant sind jeweils zwei Schultheateraufführungen für die „älteren“ Schulklassen am Donnerstag- und Freitagvormittag. Durch die zu erwartende positive Resonanz soll erreicht werden, dass viele Familien mit den „jüngeren Geschwistern“, also mit Kindern ab zehn Jahren, den Freitagabend nutzen, um einmal in anderem Rahmen Theaterkultur und Medienkompetenz zu einem Thema, das allen unter den Nägeln brennt, miteinander zu verbinden.

Die Geschichte von „click it!²“ greift die Erfahrungen vieler Mädchen und Jungen auf, die gemeinsam mit „Zartbitter“ in mehr als 20 Workshops die Produktion vorbereiteten. Ebenso flossen Erfahrungen der Beratungsstelle „Zartbitter“ in Fällen von Missbrauch durch erwachsene Mitarbeiter aus Institutionen ein.

Theateraufführungen für Schulklassen ab der 7. Jahrgangsstufe
Donnerstag, 26. Mai 2011, um 9:30 Uhr, Bürgerhaus Dautphe
Freitag, 27. Mai 2011 um 9:30 Uhr, Bürgerhaus Dautphe
Zur Überbrückung von Wartezeiten können nach vorheriger Absprache die Klassen in den Räumen des Bürgerhauses Einzelfragen mit Vertreterinnen und Vertretern des Netzwerkes „MEDISA“ besprechen. Das Stück dauert inklusive einer Nachbesprechung 1 1/2 Stunden.

„MEDISA“ ist ein Netzwerk für Medien, Sicherheit und Aufklärung im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Es besteht aus der Polizeijugendkoordination, Pro familia, Wildwasser Marburg e.V. und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf mit dem Fachbereich Familie, Jugend uns Soziales.

Abendaufführung für Erwachsene mit Kindern ab 11 Jahren, interessierte
Bürgerinnen und Bürger sowie Jugendgruppen
Freitag, 27. Mai 2011, um 19:00 Uhr, Bürgerhaus Dautphe

Eintritt
2,50 Euro für Kinder und Jugendliche
5,00 Euro für Erwachsene

Weitere Informationen zu der Veranstaltung
Landkreis Marburg-Biedenkopf, Fachbereich Familie, Jugend und Soziales, Fachdienst Jugendförderung, Angela Schmidt, Telefon: 06421/405-1684, E-Mail: jugendfoerderung@marburg-biedenkopf.de

 

  In der Kreisverwaltung wurde auf das Theaterstück Click It2 hingewiesen, das vom Umgang mit Mobbing und mit sexueller Gewalt im Internet sowie über Mobiltelefone berichtet, v.l.n.r: Uwe Pöppler (Fachbereich Familie, Jugend und Soziales des Landkreises), Bernd Christmann (pro familia), Angela Schmidt (Fachbereich Familie, Jugend und Soziales), Jutta Laucht (Polizeidirektion Marburg-Biedenkopf), Katharina Jörg (Wildwasser), Bürgermeister Bernd Schmidt (Dautphetal) und Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern). Foto: Landkreis
In der Kreisverwaltung wurde auf das Theaterstück Click It2 hingewiesen, das vom Umgang mit Mobbing und mit sexueller Gewalt im Internet sowie über Mobiltelefone berichtet, v.l.n.r: Uwe Pöppler (Fachbereich Familie, Jugend und Soziales des Landkreises), Bernd Christmann (pro familia), Angela Schmidt (Fachbereich Familie, Jugend und Soziales), Jutta Laucht (Polizeidirektion Marburg-Biedenkopf), Katharina Jörg (Wildwasser), Bürgermeister Bernd Schmidt (Dautphetal) und Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern).
Foto: Landkreis

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Foto: Theatergruppe Zartbitter
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