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Kreisausschuss bedauert Alleingang der Kassenärztlichen Vereinigung bei dem Thema Ärztlicher Bereitschaftsdienst – Bevölkerung wollte mitgenommen werden
(Pressemitteilung Nr. 157/2013 vom 30.04.2013)

Marburg-Biedenkopf – „In einem Schreiben vom 30.4.2013 wurde mir mitgeteilt, dass die Kassenärztliche Vereinigung den Ärztlichen Bereitschaftsdienst bis April 2014 neu organisieren will. Demnach ist vorgesehen, die bisherigen Bereitschaftsdienste in Biedenkopf, Gladenbach und Stadtallendorf schrittweise zu schließen und nach und nach Richtung Marburg-Wehrda zu verlegen“, erläuterte der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Dr. Karsten McGovern mit.

Das hier vorgestellte Modell des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes sieht einen zentralen Bereitschaftsdienst in Marburg-Wehrda vor, der alle Orte im Landkreis abdeckt. In einem ersten Schritt, so sehen es die Pläne der Kassenärztlichen Vereinigung (= KV) vor, sollen sich zum 1. Juli 2013 die Bereitschaftsdienste Gladenbach und Biedenkopf zusammenschließen. Gemeinsamer Standort des „Ärztlichen Bereitschaftsdienstes Hinterland“ soll zunächst bis Ende September die Bereitschaftsdienst-Zentrale am DRK-Krankenhaus in Biedenkopf werden. Zum 1. Oktober 2013 wechselt die Ärztliche Bereitschaftsdienst-Zentrale dann zum Diakoniekrankenhaus in Marburg-Wehrda. In einem weiteren Schritt sollen sich dann im April 2014 die Ärztlichen Bereitschaftsdienste Marburg, Hinterland und Ostkreis zum neuen „Ärztlichen Bereitschaftsdienst Marburg-Biedenkopf“ zusammenschließen. Auch die Notdienstzentrale in Stadtallendorf soll dann geschlossen werden. Das ärztliche Personal in der Bereitschaftsdienst-Zentrale in Wehrda entscheidet dann nach telefonischer Rücksprache mit den Patienten, ob diese, wenn sie ausreichend mobil sind, nach Wehrda kommen sollen oder ob ein Hausbesuchsdienst die Patienten aufsucht. Um aus den Randbezirken des Landkreises Fahrzeiten zu verkürzen, sollen Patienten aus diesen Bereichen auch die Ärztlichen Bereitschaftsdienste in Dillenburg oder in Schwalmstadt Ziegenhain aufsuchen können.

„Ganz unabhängig von der Qualität des gewählten Modells der Kassenärztlichen Vereinigung finde ich es sehr bedauerlich, dass die KV hier im Alleingang und trotz des großen öffentlichen Interesses eine Entscheidung getroffen hat, ohne sich mit der Region abzustimmen. Diese Chance, auch die Bevölkerung mitzunehmen, wurde leider vertan“, teilte Dr. McGovern mit.

Das Thema sei für den Kreisausschuss insgesamt sehr wichtig und natürlich ist es auch in den Städten und Gemeinden intensiv diskutiert worden. Der Kreistag hatte sich in seiner Märzsitzung noch für den Erhalt der vier Standorte ausgesprochen.

Dieses Vorgehen der KV führe bestimmt zu Enttäuschungen bei vielen Beteiligten. Bei dem großen Engagement für dieses Thema in den Städten und Gemeinden, sei dieses eine unnötige Hürde für das neue Modell, so Dr. McGovern.

„Es geht gar nicht darum, dieses Modell zu bewerten, es geht um den Umgang miteinander. Als Gesundheitsdezernent des Landkreises habe ich ein großes Interesse an einer guten Versorgung. Wichtig ist mir zudem, jungen Ärztinnen und Ärzten Perspektiven in unserem Landkreis zu bieten und dafür ist die Regelung des Bereitschaftsdienstes ein wichtiger Punkt“, so Dr. McGovern.



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