Link auf das Hauptmenü Link auf die Untermenüpunkte Link auf Inhaltsbereich
Gemeinsame Pressemitteilung: Landkreis und Stadt geben Startschuss für „Inklusion bewegt“

(Pressemitteilung 156/2015 vom 05.05.2015)

Marburg-Biedenkopf/Marburg – Knapp 100 Menschen waren am 25. April ins Technologie- und Tagungszentrum gekommen. Die Auftaktveranstaltung zu „Inklusion bewegt“ hat darüber informiert, wie in der Universitätsstadt Marburg und im Landkreis Marburg-Biedenkopf künftig inklusive Projekte in der Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche entwickelt und gefördert werden können. Dabei sollen diese Projekte allen Kindern und Jugendlichen unabhängig von Herkunft, Behinderung oder anderen Merkmalen offenstehen.

Stadt und Landkreis finanzieren „Inklusion bewegt“ mit zusammen 10 000 Euro bei der Projektunterstützung und die Koordinierungsstelle mit 80 000 Euro.

„Modellregion wird man nur, wenn man dem Land Nachhaltigkeit und Ausbaufähigkeit präsentiert“, betonte Landrätin Kirsten Fründt und Bürgermeister Dr. Franz Kahle verwies darauf, dass es bereits gute Erfahrungen freier Träger auf dem Gebiet der Inklusion gebe, beispielsweise mit gemeinsamen Ferienspielen in Zusammenarbeit mit dem fib und dem Verein für bewegungs- und sportorientierte Jugendsozialarbeit (bsj) im Landkreis. „Jetzt wollen wir gemeinsam nach Wegen und Lösungen suchen, Inklusion auf den Weg zu bringen, damit es eine Erfolgsgeschichte wird“, ergänzte Kahle. Fründt verdeutlichte, dass Akteure ermutigt werden sollen, eigene Ideen zu entwickeln. Insgesamt 20 Projekte können mit jeweils bis zu 4.500 Euro gefördert werden.

Wolfgang Urban, Geschäftsführer des Vereins zur Förderung behinderter Menschen (fib) erinnerte daran, dass bereits 2012 zusammen mit Akteuren der Jugend- und Behindertenhilfe sowie weiterer Träger das Netzwerk Inklusion ins Leben gerufen wurde, unter dessen Dach nun auch das neue Projekt laufe. Bisher bewegten sich Kinder zu sehr in unterschiedlichen Lebenswelten, und zwar schon in der Schule.  „Ideen zu sammeln, wie man das aufbrechen kann, das muss das Ziel sein“. Es gelte, Interessierte zusammenzubringen, um das Netzwerk nachhaltig auszubauen.

Das auf zwei Jahre angelegte Projekt „Inklusion bewegt“ fußt laut Urban auf zwei Säulen. Von der Aktion Mensch wird eine Koordinierungsstelle unter der Leitung von Anna Kaczmarek-Kolb in der Weidenhäuser Straße 17 unter dem Dach des fib mit 230 000 Euro finanziert. Zum anderen sind die Universitätsstadt Marburg und der Landkreis Marburg-Biedenkopf seit dem 1. April Modellregion des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration zur Umsetzung der UN-Behindertenrechts-kommission.

Winfrid Kron, Leiter des zuständigen Referats im Sozialministerium, erinnerte daran, dass die Konvention bereits seit 2009 gelte und sich etwa 150 Länder verpflichtet haben. „Das Land Hessen hat zunächst einen Aktionsplan erstellt, um sie umsetzbar zu machen“, so Kron. Seit 2013 würden Modellregionen gezielt gefördert, insgesamt inzwischen zehn mit jeweils 100 000 Euro. Alle hätten völlig unterschiedliche Akzente, „denn das Thema Inklusion prägt das gesamte gesellschaftliche Leben.“ Ziel sei es, ganz konkret zu erproben, wie gemeinsames Leben möglich ist. Den Ansatz, bereits bei Kindern und Jugendlichen anzusetzen, lobte Kron ausdrücklich.

Susanne Hofmann, Fachdienstleiterin Jugendförderung der Stadt, und Stephan Landmann,  Fachdienstleiter Jugendförderung beim Landkreis, erläuterten, dass über Anträge ein Begleitausschuss entscheiden wird. In ihm sind Mitglieder der Kinder- und Jugendparlamente, Protagonisten der Jugend- und Behindertenhilfe sowie Menschen mit Behinderung vertreten. Anträge können ab sofort bei der Koordinierungsstelle eingereicht werden. Deren Unterstützung ende aber keinesfalls bei den 20 Projekten, betonte  Kaczmarek-Kolb, Leiterin der Koordinierungsstelle. Die Stelle sei Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema.

Die Auftaktveranstaltung stieß auf großes Interesse: Vertreter von Vereinen waren ebenso gekommen wie zahlreiche Eltern. Vorgestellt wurden auch inklusive Projekte, die bereits erfolgreich laufen. Einen Fachvortrag zum Thema „Freizeit Inklusive“ hielt Professor Reinhard Markowetz aus München. „Wenn die Inklusion ein gesellschaftlicher Auftrag ist, dann bietet sich der Freizeitbereich zur Umsetzung besonders gut an“, sagte er. Die vielfältige Welt der Vereine in Deutschland sei etwas ganz Besonderes, die es zu nutzen gelte. Interesse müsse geweckt werden und durch die zahlreichen Partner könne eine hohe Qualität erreicht werden.

Wer im Rahmen von „Inklusion bewegt“ inklusive Ideen im Freizeitbereich in Marburg und im Landkreis Marburg-Biedenkopf verwirklichen möchte, kann sich bei der Koordinierungsstelle unter 06421-6977239 oder 6977240 sowie per E-Mail an info@inklusionbewegt.de melden.

[ schließen ]