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Amtsarzt rät zur Vorsicht vor Zecken: Spinnentiere können Borreliose und FSME übertragen – Warnzeichen der Borreliose erkennen / Impfung gegen FSME wird vor allem für Menschen empfohlen, die sich häufig in der Natur aufhalten

(Pressemitteilung Nr. 153/2011 vom 05.05Marburg-Biedenkopf – Der Fachbereich Gesundheit des Landkreises Marburg-Biedenkopf ruft dazu auf, sich jetzt durch eine Impfung gegen FSME für die bevorstehende Zeckensaison zu schützen und rät gleichzeitig dazu, die Warnzeichen der ebenfalls durch Zecken übertragenen Borreliose zu beachten. „Das Frühjahr ist der ideale Impfzeitpunkt, um sich wirksam gegen Erreger der lebensgefährlichen Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) zu schützen, die auch in unseren Breiten von Zecken übertragen werden kann“ erklärte der Leiter des Fachbereichs Gesundheit, Amtsarzt Dr. Ingo Werner.

2010 wurden in Hessen 12 FSME-Fälle gemeldet, in 2009 waren es 20 Fälle. In Hessen zählt der Osten des Landkreises Marburg-Biedenkopf rund um Stadtallendorf und Neustadt zu den Risikogebieten. Aus dem Gebiet um Stadtallendorf wurde 2009 und 2010 jeweils eine Erkrankung gemeldet.

„Gefährdet sind vor allem Personen, die sich in Beruf oder Freizeit viel im Wald aufhalten. Diese sollten sich möglichst bald impfen lassen“, rät Dr. Werner. Die Impfung wird von den niedergelassenen Ärzten angeboten, die Kosten der Impfung werden in Risikogebieten von den Krankenkassen übernommen.

Während bei der durch Viren ausgelösten FSME eine Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns ausgelöst wird, sind bei der Borreliose Bakterien die Auslöser der Krankheit, die auch Lyme-Krankheit genannt wird. Diese bakterielle Infektion kann ebenfalls durch Zecken übertragen werden. Die Bakterien können jedes Organ, das Nervensystem oder auch die Gelenke befallen.

„Die FSME-Impfung schützt nicht vor Borreliose!“, betont Dr. Werner. Diese sei im Gegensatz zur FSME nicht nur auf bestimmte Gebiete beschränkt, sondern komme überall in Deutschland vor. „Einen Impfstoff gegen Borreliose gibt es noch nicht. Deshalb ist bei jedem Zeckenstich erhöhte Aufmerksamkeit nötig, auch wenn die FSME-Impfung in Anspruch genommen wurde“, sagt Dr. Werner.

Da die Borrelioseerkrankung im Frühstadium gut auf Antibiotika anspricht, sollten alle, die von einer Zecke gestochen werden, die Stichstelle beobachten. Kommt es innerhalb der nächsten Wochen zu einer Rötung oder Hautveränderung oder aber, auch ohne Rötung, zu grippe- oder rheumaartigen Beschwerden, muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden, der die Antibiotikabehandlung einleiten kann.

Besonders wichtig ist der Schutz vor Zecken. Hierfür empfiehlt sich Kleidung, die möglichst viel Körperoberfläche bedeckt. Das Auftragen von Insektenmitteln auf der Haut bietet einen zeitlich begrenzten Schutz. Wenn sich eine Zecke festgebissen hat, sollte sie vorsichtig mit einer Pinzette entfernt werden. Dies kann das Infektionsrisiko vermindern, da die Viren und Bakterien vermutlich mehrere Stunden brauchen, um in die Blutbahn des Menschen zu gelangen. Beim Entfernen sollte die Zecke vorher aber nicht mit Klebstoff oder Reinigungsmitteln behandelt werden. Die Zecke sollte mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange möglichst dicht über der Haut gefasst und herausgezogen werden. „Links- oder rechts herum drehen bringt dabei nichts – Zecken haben kein Gewinde“, sagt Dr. Werner.
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