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Weltgesundheitstag am 7. April 2016 – 2016 steht unter dem Motto „Diabetes mellitus Typ 2“

(Pressemitteilung 135/2016 vom 06.04.2016)

Marburg-Biedenkopf - Jedes Jahr am 7. April macht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf ein Thema mit globaler gesundheitspolitischer Relevanz aufmerksam, weltweit, bis in die Landkreise und Städte hinein. Die WHO wurde am 7. April 1948 als die UN-Organisation zur Koordination des internationalen öffentlichen Gesundheitswesens gegründet. Ihre Verfassung bestimmt den Zweck: allen Völkern der Erde zur Erreichung des bestmöglichen Gesundheitsniveaus zu verhelfen. Damit WHO-Gesundheitspolitik auch allen Menschen in ihren sehr unterschiedlichen Lebenssituationen gerecht werden kann, folgen weitere Gesundheitsbehörden in einem hierarchischen System.

Für unseren Kontinent arbeitet das WHO-Regionalbüro für Europa mit Sitz in Kopenhagen. Es bündelt eine hohe Fachexpertise und kommuniziert mit nationalen Einrichtungen wie in Deutschland dem Bundesministerium für Gesundheit oder der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Diese wiederum sind mit den auf Landesebene zuständigen Gesundheitsbehörden verbunden, in Hessen dem Ministerium für Soziales und Integration; die Regierungspräsidien schließen sich an. Als untere Behörde nimmt das Gesundheitsamt des Landkreises Marburg-Biedenkopf seine Aufgaben zur gesundheitlichen Versorgung, zum Gesundheitsschutz, zur Information sowie zur Steuerung und Koordinierung in allen gesundheitlichen Fragen vor Ort wahr. Hier sind die Wege kurz und der Bedarf ist offensichtlich.

Der Weltgesundheitstag 2016 steht unter dem Motto „Diabetes mellitus Typ 2“. Dieser Typ, früher auch Altersdiabetes genannt, ist mit 95 % die häufigste Form des Diabetes und weltweit auf dem Vormarsch. Waren im Jahr 2013 schon 382 Millionen Menschen davon betroffen, wird bis 2035 ein weiterer Anstieg um 55 % auf 592 Millionen Typ-2-Diabetikern erwartet. Auch in Deutschland erkranken immer mehr Menschen. Mit einer Anzahl von 7,3 Millionen Typ-2-Diabetikern (8,8 %, IDF-Atlas 2014) zählt Deutschland zu den zehn europäischen Ländern mit der höchsten Diabeteshäufigkeit. Betroffen sind vor allem Personen ab dem 50. Lebensjahr und Personen mit geringem Sozialstatus, zum Beispiel aufgrund von geringem Einkommen. Aber auch bei Kindern kommt diese Form des Diabetes immer häufiger vor. Das hat vor allem mit mangelnder Bewegung und ungesunder Ernährung zu tun. Waren die Kinder noch vor 15 oder zwanzig Jahren oft den ganzen Tag über draußen zum Spielen unterwegs, sind heute die Spielkonsolen, Tabletts und PC´s im Sitzen zu bedienen.

Zwar lässt sich mit einer gut eingestellten Stoffwechsellage leben, gravierend sind aber die diabetesbedingten Schädigungen an Blutgefäßen mit Folgeerkrankungen an Augen, Nieren und Nerven, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Je schlechter die Stoffwechsellage, desto früher und stärker können die Komplikationen einsetzen.

Die Risikofaktoren der Erkrankung sind bekannt und können vermieden werden, daher liegt eine enorme Chance in der Prävention. „Ich kann selbst aktiv etwas dagegen unternehmen. Es ist kein Schicksal!“, stellte die stellvertretende Fachbereichsleiterin des Gesundheitsamts, die Ärztin Andrea Schroer, fest. Oft reicht allein das Halten eines normalen Körpergewichts durch regelmäßige Bewegung und ausgewogene Ernährung, um gesund zu bleiben. Das sogenannte „Check-up-35-Programm“ in der hausärztlichen Praxis kann bestehende Risikofaktoren für Menschen ab 35 Jahre aufdecken und präventive Maßnahmen einleiten.

„Wir haben einfach bequeme Lebensverhältnisse bei uns“, sagte Christiane Kappelhoff, Ökotrophologin beim Gesundheitsamt. Das fördere durch die Inaktivität im Zusammenhang mit der ungesunden, in der Werbung aber oft angepriesenen Ernährung die deutliche Zunahme dieser Erkrankung. Diabetes Typ 2 ist vermeidbar, weltweit und bei uns. Jeder Mensch kann selbst etwas tun, und die Bundespolitik ist bei der Formulierung einer Nationalen Diabetes-Strategie mit konkreten Maßnahmen zur Prävention gefordert, das heißt Maßnahmen zur Bekämpfung von ungesunder Ernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und Armut vom frühen Alter an.

Informationen bietet das Gesundheitsamt des Landkreises Marburg-Biedenkopf auf den Internetseiten (http://marburg-biedenkopf.de/fachbereich-gesundheitsamt).

Kontakt: Fachbereich Gesundheitsamt, Marion Dersch, Tel. 06421 405-4102.

Im Gesundheitsamt des Kreises machten die Ärztin Andrea Schroer (li.) und die Ökotrophologin Christiane Kappelhoff auf die deutlich zunehmende Krankheit Diabetes Mellitus 2 aufmerksam. Foto: LandkreisIm Gesundheitsamt des Kreises machten die Ärztin Andrea Schroer (li.) und die Ökotrophologin Christiane Kappelhoff auf die deutlich zunehmende Krankheit Diabetes Mellitus 2 aufmerksam.

Foto: Landkreis

Mit einer gesunden Ernährung und ein wenig Sport kann man selbst aktiv etwas gegen die Erkrankung an „Diabetes Mellitus Typ 2“ tun. Foto: Landkreis

Mit einer gesunden Ernährung und ein wenig Sport kann man selbst aktiv etwas gegen die Erkrankung an „Diabetes Mellitus Typ 2“ tun.

Foto: Landkreis

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