Link auf das Hauptmenü Link auf die Untermenüpunkte Link auf Inhaltsbereich
Fünf Jahre erfolgreiche Arbeit im Pflegestützpunkt Marburg-Biedenkopf – Landrätin: Pflegestützpunkt trägt mit seinem Angebot dazu bei, die Probleme abzumildern, mit denen alte, behinderte und pflegebedürftige Menschen täglich zu kämpfen haben

(Pressemitteilung 133/2015 vom 21.04.2015)

Marburg-Biedenkopf - Das Thema Pflegebedürftigkeit ist auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf ein wichtiges Thema. Landrätin Kirsten Fründt erläuterte das im Rahmen eines Termins im BIP anlässlich des fünfjährigen Bestehens des Pflegestützpunktes im Beratungszentrum mit integriertem Pflegestützpunkt (BiP):

„Ende 2013 gab es nach unseren und den Berechnungen des Hessischen Statistischen Landesamtes insgesamt 9.228 Pflegebedürftige im Landkreis. Darunter befanden sich 3.623 Personen mit einer erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz. In Heimen wurden davon 2.095 Personen versorgt, das heißt, mit 77 Prozent sind es mehr als Dreiviertel der Pflegebedürftigen, die zu Hause versorgt werden!“ Zudem verdeutlichte sie, dass davon 34 Prozent zusammen mit bzw. durch Pflegekräfte betreut würden und sogar 66 Prozent ausschließlich durch Angehörige! Außerdem müsse ergänzt werden, dass es neben den statistisch erfassten Pflegebedürftigen geschätzt mindestens noch einmal so viele, nicht erfasste Menschen mit Hilfebedarf in unserem Landkreis gib. Das sei eine enorme Herausforderung.

„Das macht aber auch die Dimension der Aufgabe deutlich. Umso wichtiger ist es, dass bei den vielen Fragen, die in diesem Zusammenhang bei den Betroffenen oder deren Angehörigen entstehen, effektive Beratung und Hilfe im Pflegestützpunkt angeboten wird“, ergänzte die Landrätin, die sich gleichzeitig bei dem Team im Pflegestützpunkt für die dort geleistete gute Arbeit bedankte.

Die 89-jährige Herta Förster, eine Klientin des Pflegestützpunktes, dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Pflegestützpunkts. „Es kommt plötzlich, dass man nicht mehr kann! Die Kinder sind weit weg und ich möchte noch zu Hause bleiben. Das Angebot kann man ja nicht überschauen und daher war die Beratung hier eine so große Hilfe für mich.“

Jeder Versicherte, jede Bürgerin und jeder Bürger hat Anspruch auf eine Pflegeberatung. Zu den Aufgaben der Pflegestützpunkte gehören eine unabhängige Auskunft und Beratung zur Auswahl und Inanspruchnahme von Sozialleistungen und Unterstützungsangeboten, die Koordinierung wohnortnaher Versorgung und Betreuung von gesundheitlichen, pflegerischen und sozialen Hilfs- und Unterstützungsangeboten, sowie die Vernetzung aufeinander abgestimmter pflegerischer und sozialer Versorgungs- und Unterstützungsangebote.

Die Errichtung der Pflegestützpunkte erfolgte in der Erwartung und in dem Wissen, dass eine solche Beratungsinstanz durch seine Arbeit maßgeblich dazu beitragen kann, Ratsuchenden einen Zugang zu dem zunehmend unüberschaubaren Anbietermarkt zu erleichtern, Lebensqualität und Selbständigkeit pflegebedürftiger Menschen möglichst lange zu sichern, Pflegebereitschaft und -fähigkeit von Angehörigen zu erhalten, Schnittstellen abzubauen und vorhandene Angebote optimal zu nutzen sowie einen Beitrag zur Entwicklung der Versorgungsstruktur zu leisten, führten Ruth Schlichting (Leiterin der Stabsstelle Altenhilfe) sowie Dieter Kurth, Astrid Fichte (beide Pflegeberater) und Andrea Gockel (Sozialberaterin im Pflegestützpunkt) gemeinsam aus.

„Wir konnten in dieser Zeit 2.623 Personen beraten und hatten fast 7.000 fallbezogene Kontakte (Erstberatung, Folgeberatungen, Hausbesuche, Begleitung zu Behörden etc.). Die Ratsuchenden selbst kamen zu jeweils 27 Prozent aus Marburg und aus dem Hinterland und der Rest aus dem ganzen Landkreis verteilt“, zeigte Dieter Kurth auf. Ruth Schlichting ergänzte, dass der räumliche Zusammenschluss verschiedener Träger im BiP (Alzheimer Gesellschaft, Freiwilligen Agentur, Verein für Selbstbestimmung und Betreuung, Pflegebüro Stadt Marburg) eine sinnvolle, effektive, trägerübergreifende Zusammenarbeit mit den für die Arbeit im Pflegestützpunkt relevanten Institutionen bzw. Organisationen ermögliche.

Das Land Hessen beauftragte die Verbände der Kranken- und Pflegekassen des Landes, in jedem hessischen Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt – gemeinsam mit den örtlichen Sozialhilfeträgern - jeweils einen Pflegestützpunkt zu errichten. Die Pflegekassen stellen eine Personalstelle für einen „Pflegeberater“, die Sozialhilfeträger eine Personalstelle für einen „Sozialberater“, berichtete Erhard Gessner, Leiter des Servicezentrums, DAK Gesundheit, Marburg.

„Der Pflegestützpunkt trägt mit seinem Angebot dazu bei, die Probleme abzumildern, mit denen alte, behinderte und pflegebedürftige Menschen täglich zu kämpfen haben, unerwünschte oder nicht notwendige Heimunterbringung zu vermeiden und ein Leben im gewohnten sozialen Umfeld - trotz Hilfebedarf - aufrecht zu erhalten“, so Fründt.

Um eine qualifizierte und effektive Hilfeplanung und -koordination leisten zu können, engagiert sich der Pflegestützpunkt für eine enge Zusammenarbeit mit Pflegeanbietern, mit Bürger- und Selbsthilfegruppen, mit Kliniken und den Kommunen. Ratsuchende werden bei der Lösungssuche aktiv eingebunden.

Die Beratung ist kostenlos und anbieterneutral. Bei Bedarf findet der Beratungstermin in der Häuslichkeit statt.

Kontakte und Sprechzeiten:

Offene Sprechstunden in Marburg (Am Grün 16 in Marburg):

Mittwoch und Freitag: 10 bis 12 Uhr, Donnerstag: 14 bis 17 Uhr

Telefonische Erreichbarkeit: Montag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr

Pflege- und Sozialberatung:

Dieter Kurth/Mike Escherig: Tel.: 06421 405-7401

Andrea Gockel/Astrid Fichte: Tel: 06421 405-7402

E-Mail:  pflegestuetzpunkt@marburg-biedenkopf.de


Die Arbeit des Pflegestützpunktes wird ergänzt durch zwei Außenstellen in Biedenkopf und Stadtallendorf. Sie bieten Bürgerinnen und Bürgern aus dem Ost- und Westkreis wohnortnahe Anlaufstellen und erleichtern ihnen den Zugang zum Beratungsangebot.


Gesundheits- und Pflegestützpunkt West

Offene Sprechzeiten im Landratsamt, Kiesackerstr. 12, 35216 Biedenkopf

Dienstag und Mittwoch jeweils von 10 Uhr bis 12 Uhr

Donnerstag von 13 Uhr bis 15 Uhr

Weitere Termine bei Bedarf auch zu Hause, im Krankenhaus oder Pflegeheim nach Vereinbarung

Telefon: 06461 79-3118, E-Mail: GSP-West@marburg-biedenkopf.de


Gesundheits- und Pflegestützpunkt Ost

Offene Sprechzeiten im Rathaus/KreisJobCenter, Bahnhofstr. 2, 35260 Stadtallendorf

Dienstag 13 Uhr- 15 Uhr

Mittwoch und Donnerstag jeweils von 10 Uhr bis 12 Uhr.

Weitere Termine bei Bedarf auch zu Hause, im Krankenhaus oder Pflegeheim nach Vereinbarung

Telefon: 06428 447-2161, E-Mail: GSP-Ost@marburg-biedenkopf.de

Seit fünf Jahren hilft das Team des Pflegestützpunktes Menschen durch Pflegeberatungen (v.l.n.r.): Erhard Gessner, Dieter Kurth, Andrea Gockel, Karin Boscidlo, Herta Förster, Maren Findt, Astrid Fichte, Ruth Schlichting und Landrätin Kirsten Fründt.    Foto: Landkreis

Seit fünf Jahren hilft das Team des Pflegestützpunktes Menschen durch Pflegeberatungen (v.l.n.r.): Erhard Gessner, Dieter Kurth, Andrea Gockel, Karin Boscidlo, Herta Förster, Maren Findt, Astrid Fichte, Ruth Schlichting und Landrätin Kirsten Fründt.   

Foto: Landkreis

[ schließen ]