Link auf das Hauptmenü Link auf die Untermenüpunkte Link auf Inhaltsbereich
Erste Jahresbilanz des Pflegestützpunkts fällt positiv aus: Mehr als 500 Menschen suchten bereits Rat und Hilfe – Beratungseinrichtung des Kreises und der Pflegekassen bietet individuelle und passgenaue Unterstützung für Pflegebedürftige und Angehörige

(Pressemitteilung Nr. 111/2011 vom 31.03.2011)
Marburg-Biedenkopf – Georg Steinbach aus Weimar ist dankbar: Mit Unterstützung des Pflegestützpunktes gelang es ihm, ein umfassendes Hilfearrangement für seine schwerkranke Frau zu organisieren. „Der Pflegestützpunkt hat uns gut beraten und geholfen, dass meine Frau und ich mit Hilfe wieder gemeinsam zu Hause leben können“.

507 Hilfebedürftige und Angehörige suchten Rat und Unterstützung im Pflegestützpunkt Marburg-Biedenkopf. Das ist die überaus positive Jahresbilanz der am 1. April in gemeinsamer Trägerschaft der Pflege- und Krankenkassen und des Landkreises Marburg-Biedenkopf eröffneten Beratungseinrichtung. Hinter dieser Zahl verbergen sich insgesamt 2003 persönliche und telefonische Kontakte, die im Rahmen der individuellen Hilfeorganisation notwendig waren.

Damit Pflegebedürftige und ihre Angehörige mit Ihren vielfältigen Fragen und Problemen nicht mehr „von Pontius zu Pilatus“ laufen müssen, beschloss die Bundesregierung im Jahre 2008 die Einrichtung von Pflegestützpunkten. Hier erhalten Ratsuchende umfassende und trägerunabhängige Information und Beratung sowie Unterstützung bei der Organisation von Hilfen zur Bewältigung einer Pflegesituation. Gewährleistet wird dies durch die Zusammenarbeit von Fachkräften der Kommunen und der Pflegekassen unter einem Dach.

Zunächst untergebracht im Landratsamt, fand der Pflegestützpunkt im Sommer vergangenen Jahres seine endgültige „Heimat“ im ehemaligen Marburger Volksbankgebäude am Rudolphsplatz im neu errichteten „Beratungszentrum mit integriertem Pflegestützpunkt“, kurz „BIP“ genannt. Seither beraten die spezialisierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landkreises und der Pflegekasse Menschen aus dem gesamten Kreisgebiet in allen Fragen rund um das Thema Hilfe und Pflege.

„Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass häufig Informationen über Leistungsansprüche sowie über mögliche Hilfs- und Entlastungsangebote nachgefragt werden“, erläutert der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Dr. Karsten McGovern. Bemerkenswert sei der Wunsch Vieler, die häufig äußerst schwierige und belastende häusliche Pflegesituation selbst zu meistern. Entsprechend gehören Hilfe zur Selbsthilfe und der Erhalt der Selbständigkeit zu den vorrangigen Zielen der Pflegestützpunktarbeit, wenngleich auch ein geordneter Umzug in ein Heim manchmal durchaus Sinn macht. „Die jeweilige Situation und der Wunsch des Einzelnen sind dabei entscheidend“, so Diana Gillmann-Kamm, Mitarbeiterin des Pflegestützpunktes.

Wenn es erforderlich ist, werden Betroffene bei der Bewältigung einer Pflegesituation auch über einen längeren Zeitraum begleitet. „Eine solche Begleitung benötigen vor allem Alleinstehende und Demenzkranke mit vielfältigem Unterstützungsbedarf, der sich auch mal rasch ändern kann, was neue Maßnahmen erfordert“, betont Gillmann-Kamm. In der abgestimmten Zusammenarbeit von Pflegeberater und Sozialberater sieht Ruth Schlichting von der Stabsstelle Altenhilfe des Landkreises Marburg-Biedenkopf eine besondere Chance, alle Aspekte einer Pflegesituation, gezielt zu erkennen und zu bearbeiten. „Dies unterscheidet den Pflegestützpunkt von anderen Beratungsangeboten“, so Ruth Schlichting.

Dr. McGovern zeigt sich erfreut über den guten Start: „Die Zahlen übertreffen unsere Erwartungen. Mit dem Pflegestützpunkt konnten wir nicht nur ein qualifiziertes Serviceangebot für ratsuchende Bürgerinnen und Bürger schaffen. Es entwickeln sich auch neue Formen der Zusammenarbeit mit Dienstleistern und Ehrenamtsgruppen, die für eine gute Versorgung enorm wichtig sind.“ Gute Unterstützung kommt auch von den Städten und Gemeinden des Landkreises, die Ansprechpartner als Mittler zum Pflegestützpunkt benannt haben.

Für Ratsuchende, die den Pflegestützpunkt nicht persönlich aufsuchen können, sind auch Hausbesuche möglich. „In der Häuslichkeit lassen sich die aktuelle Situation und der Unterstützungsbedarf oft am besten erfassen. Hier kann alles in Ruhe besprochen und gemeinsam geplant werden“, so Dieter Kurth, Pflegeberater im Pflegestützpunkt.

Der Pflegestützpunkt ist montags bis freitags zwischen 10:00 Uhr und 16:00 Uhr telefonisch erreichbar. Telefon: 06421/405-7401 und -7402; per E-Mail: pflegestuetzpunkt@marburg-biedenkopf.de ). Sprechstunden finden mittwochs und freitags von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr und am Donnerstag von 14:00 bis 17:00 Uhr statt.
 

  Pflegeberaterin Nicola Konnerth (links) und Sozialberaterin Ingrid Labitzke besprechen im Pflegestützpunkt in Marburg eine Beratungssituation. (Foto: Landkreis)
Pflegeberaterin Nicola Konnerth (links) und Sozialberaterin Ingrid Labitzke besprechen im Pflegestützpunkt in Marburg eine Beratungssituation.
(Foto: Landkreis)

Download Druckversion

zurück