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Gemeinsame Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration und des Landkreises Marburg-Biedenkopf – Gesundheit und Pflege: Land fördert neue Gesundheits- und Pflegestützpunkte in Biedenkopf und Stadtallendorf

Pressemitteilung 108/2014 vom 25.03.2014)

Marburg. Der Hessische Gesundheitsminister Stefan Grüttner stellte heute in Marburg das neue Förder-Programm „Bildung regionaler Gesundheitsnetze“ und das daraus finanzierte Projekt des Landkreises vor. Grüttner nannte die Arbeit in Marburg vor Ort „wegweisend für die medizinische und pflegerische Versorgung im ländlichen Raum.“

„Ich freue mich, dass wir den Landkreis Marburg-Biedenkopf in den Jahren 2014 und 2015 mit insgesamt 250.000 Euro zum Aufbau von zwei Gesundheits- und Pflegestützpunkten in Biedenkopf und Stadtallendorf mit Landesmitteln unterstützen können.“

Mit dem Programm werden die Erstellung von regionalen Versorgungskonzepten auf der Basis von lokalen Versorgungsanalysen sowie daraus ableitend erste Umsetzungsprojekte finanziell unterstützt. Nach einer ersten Ausschreibung des Förder-Programms im Herbst 2013 gingen 23 Bewerbungen ein, wovon neun gefördert werden. Das Land stellt insgesamt 800.000 Euro in 2014 zur Verfügung. Für 2015 ist ein vergleichbarer Betrag angedacht. Eine Fortsetzung dieser Fördermaßnahmen in den kommenden Jahren ist beabsichtigt.

Durch die demografische Entwicklung wird mit einer Zunahme von Patientinnen und Patienten mit chronischen und mehrfachen Erkrankungen zu rechnen sein, die ein interdisziplinäres Zusammenwirken der Gesundheits- und Pflegeberufe zunehmend erforderlich machen wird. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich der demografische Wandel landesweit nicht gleichmäßig, sondern regional und lokal differenziert vollzieht. Damit auch künftig eine bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige medizinische und pflegerische Gesundheitsversorgung möglich ist, sind Lösungen notwendig, die sich aus der regionalen Entwicklung der Demografie und Morbidität der Bevölkerung ergeben.

„Der Landkreis Marburg-Biedenkopf stellt sich dieser Aufgabe bereits seit Jahren vorbildlich. Aus den bestehenden Netzwerkkonferenzen heraus entstand das Konzept einer wohnortnahen Betreuung insbesondere von älteren Menschen im ländlichen Raum durch Gesundheits- und Pflegestützpunkte“, führte der Minister aus. „Solche Prozesse und Entscheidungskompetenzen werden von mir gerne gefördert, weil vor Ort viel besser eingeschätzt werden kann, wie genau die Situation und wo Bedarf ist. Das Land stellt hierfür die Rahmenbedingungen“, erklärte Grüttner. „Wichtig ist, dass die Akteure vor Ort – wie das Ärztenetz PriMa - mit ihrer Kompetenz und Erfahrung von Anfang an bei der Entwicklung neuer, passgenauer Versorgungsstrukturen eingebunden werden“, betonte der Gesundheitsminister.

„Über die Unterstützung des Landes freuen wir uns gerade im Hinblick auf die Einrichtung der Pflegestützpunkte im Landkreis, die für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger eine sehr effektive Hilfe leisten“, sagte Landrätin Kirsten Fründt bei dem Termin. „Derzeit gibt es rund 9.200 Pflegebedürftige im Landkreis Marburg-Biedenkopf“, erläuterte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern. „Bis zum Jahr 2030 steigt ihre Zahl um 26 Prozent. Viele von ihnen haben medizinische Probleme oder benötigen Alltagshilfen. Mit den beiden neuen Gesundheits- und Pflegestützpunkten wird das bisherige Beratungsangebot des Pflegestützpunktes in Marburg sinnvoll ergänzt. Die beiden neuen Gesundheits- und Pflegestützpunkte werden zu dem bisherigen Beratungsangebot ergänzend Hausbesuche bei hilfebedürftigen und in der Mobilität eingeschränkten Patientinnen und Patienten machen, auch wenn keine Pflegebedürftigkeit besteht. Sie bieten ihnen Hilfe, Beratung und soziale Unterstützung. Benötigte Hilfen sollen so früh wie möglich organisiert und koordiniert werden, um den Verbleib in der eigenen Wohnung so lange wie möglich zu erhalten. Damit wirken die beiden Stützpunkte präventiv.“

Mit über 260 Ärztinnen und Ärzten aller Fachrichtungen sind in der Ärztegenossenschaft "PriMa eG" etwa 60 Prozent aller niedergelassenen Ärzte im Landkreis Marburg Biedenkopf organisiert. “Im Rahmen des geförderten Projekts trägt PriMa mit der Weiterbildung Medizinischer Fachangestellter (früher “Arzthelferinnen und Arzthelfer”) zu “Versorgungsassistentinnen und -assistenten in der Hausarztpraxis” (VERAH) zur Sicherung einer flächendeckenden, patientenzentrierten Versorgung gerade auch in ländlichen Regionen bei”, sagte Dr. Müller-Brodmann.

Die Förder-Regionen haben sich verpflichtet, über ihre Arbeitsergebnisse in den überregionalen Gesundheitskonferenzen nach dem Hessischen Krankenhausgesetz zu berichten. „Auf diese wird ein Erfahrungsaustausch unter den Regionen organisiert“, erläuterte der Minister. „Zudem können die Landkreise dort unmittelbar Einfluss auf die Planungen auf Landesebene nehmen“, sagte Grüttner. „Auf diese Weise wird ein strukturierter Gesundheitsdialog als so genannter „Bottom-Up“-Prozess (von der örtlichen zur Landeseben) im Land etabliert.“

 
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Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
Dostojewskistraße 4
65187 Wiesbaden
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Hessens Sozialminister Stefan Grüttner (Mitte) lobte im Beisein der Landrätin Kirsten Fründt und des Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Karsten McGovern die beispielhafte Arbeit des Pflegestützpunktes in Marburg.  (Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)


Hessens Sozialminister Stefan Grüttner (Mitte) lobte im Beisein der Landrätin Kirsten Fründt und des Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Karsten McGovern die beispielhafte Arbeit des Pflegestützpunktes in Marburg.  

(Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

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