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Jugendförderung des Landkreis Marburg-Biedenkopf setzt die Trendsportart „Le Parkour“ als Methode in der Jugendarbeit ein – Mit kalkuliertem Risiko eigene Grenzen erkennen und erweitern
(Pressemitteilung Nr. 107/2013 vom 03.04.2013)

Marburg-Biedenkopf - Wenn man von der Trendsportart „Le Parkour“ hört, hat man schnell Bilder von waghalsige Sprüngen und Fassadenkletterern vor Augen. Dr. Katja Ferger vom Institut für Sportwissenschaft der Universität Gießen stellte im Rahmen einer Fachveranstaltung der AG Jungenarbeit im Landkreis Marburg-Biedenkopf für haupt-, neben- und ehrenamtlich Tätige in der Jugendarbeit die Grundphilosophie dieser Trendsportart dar, die mit Waghalsigkeit oder Leichtsinn nichts zu tun hat. Der möglichst direkte Weg ist das Ziel und die Bewegung der Weg. Je nach eigenem Können, Kreativität und Zielsetzung werden Hindernisse wie Mauern, Zäune oder Abgründe überwunden. Die fünf Grundpfeiler sind Konkurrenzfreiheit, Vorsicht, Respekt, Vertrauen und Bescheidenheit.

Schnell entstand in der Gruppe der Wunsch, sich nicht nur theoretisch mit Parkour auseinanderzusetzen, sondern eine Fortsetzung dieser Veranstaltung mit praktischen Elementen durchzuführen. Diese praktischen Erfahrungen konnten bereits 15 Jugendliche aus dem Landkreis in einem viertägigen Sportseminar in der Gesamtschule Ebsdorfergrund in Heskem sammeln, das in den Osterferien vom Fachbereich Familie, Jugend und Soziales des Landkreises Marburg-Biedenkopf veranstaltet wurde.

Unter dem Titel „ Le Parkour, das kalkulierte Risiko - Grenzen erkennen und erweitern“ konnte ein körperbezogener Zugang zu Grenzen, die durch die Umwelt aber auch durch die Jugendlichen selbst gesetzt werden, gesucht werden. Der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern zeigte sich erfreut, „dass mit einer neuen Methode ein Angebot für Jugendliche gestaltet wurde, das die Grundgedanken der außerschulischen Jugendbildung im Landkreis aufgreift. Lernen ist dabei keine Pflichtaufgabe sondern erfolgt aus eigenem Antrieb, folgt der eigenen Neugier und findet ohne Bewertung und Leistungsdruck statt. Das Erkennen eigener Grenzen, deren Akzeptanz und vorsichtige Überwindung sind eine wichtige Kompetenz für die selbstständige Lebensführung und fördern das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten.“

Als Seminarleiter konnte ein Student der Marburger Philipps Universität gewonnen werden, der dieses Seminar als Praxisbeispiel im Rahmen seiner Examensarbeit durchführt. Dieser wird durch ehrenamtlich Mitarbeitende des Fachdienstes Jugendförderung unterstützt. Der Fachbereichsleiter Uwe Pöppler sieht hier ein weiteres gutes Beispiel für die Zusammenarbeit mit den beiden mittelhessischen Universitäten und der Begegnung zwischen Wissenschaft und Praxis.

15 Jugendliche aus dem Landkreis konnten in einem viertägigen Sportseminar in der Gesamtschule Ebsdorfergrund Erfahrungen zur Trendsportart Le Parkour sammeln. Foto: Landkreis
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15 Jugendliche aus dem Landkreis konnten in einem viertägigen Sportseminar in der Gesamtschule Ebsdorfergrund Erfahrungen zur Trendsportart Le Parkour sammeln.
Foto: Landkreis

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