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Illustriertes Schul-Entlassungszeugnis im Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf – Exponat des Monats April wurde von dem Künstler Karl Lenz gestaltet

(Pressemitteilung 101/2015 vom 30.03.2015)

Marburg Biedenkopf – Das Exponat des Monats April ist ein “Schul-Entlassungszeugnis” aus dem Jahre 1929, das von Karl Lenz künstlerisch gestaltet wurde. Eine Bürgerin aus dem Hinterland hat es kürzlich dem Museum gestiftet. Karl Lenz (1898-1948) zählt zu den bedeutendsten Malern des Hinterlandes und hat lange Zeit in Erdhausen gelebt und gearbeitet. Seine Themen fand er in der Landschaft sowie im ländlichen bzw. bäuerlichen Leben. In den frühen Jahren seines Schaffens, bevor er als Maler größere Anerkennung erfuhr, musste er seinen Lebensunterhalt vor allem mit Illustrationen unterschiedlichster Art verdienen. Hierzu zählt auch das vorliegende Abschlusszeugnis, auf dessen Urheber sich unten links der Hinweis findet: „Entwurf von Karl Lenz“.

Das „Schul-Entlassungszeugnis“ wurde für eine Schülerin in Breidenbach ausgestellt. Das eigentliche Formular wird von einem Schmuckrahmen umgeben. Oben findet sich dominierend eine Federzeichnung. Sie zeigt im Hintergrund die Silhouette eines Dorfes mit einem Kirchturm und Fachwerkhäusern - diejenige von Erdhausen, die Karl Lenz oft gezeichnet und gemalt hat und als eines seiner Lieblingsmotive gelten kann. „Im Vordergrund ein Wandergeselle, der auszieht, sein Glück zu suchen“, so Ursula Glöckner-Will in ihrer Monografie über den Künstler. Die Zeichnung ist in der unteren linken Ecke gesondert signiert und datiert mit „Karl Lenz 1928“. Beidseits wird sie begleitet von zwei Wappen: das rechte zeigt im Schild den Adler des Deutschen Reiches, das linke die Nationalfarben schwarz-rot-gold. Somit wird das lokale heimatliche Motiv in einen größeren staatlichen Zusammenhang eingebunden, wie Museumsleiter Gerald Bamberger erläutert.

Die übrige Rahmung des Formulars wird mit Zweigen, die gelb-weiße Blätter und kleine runde rote Blüten bzw. Früchte tragen, vollständig ausgefüllt. Sie stammen vom „Baum des Lebens“ und haben somit eine symbolische Bedeutung.

Glöckner-Will nahm wahrscheinlich aufgrund des Bildmotivs an, dass das Zeugnis für die Schule in Erdhausen bestimmt gewesen sei. Das vorliegende ausgefüllte Exemplar zeigt aber, dass es auch in weiterem Umkreis Verwendung fand, denn das Zeugnis wurde ausgestellt für eine Schülerin, die nach achtjährigem Schulbesuch am 27. März 1929 die Volksschule in Breidenbach verließ. Übrigens waren sowohl ihre Kopf- als auch Fachnoten gut.

Ein Schulentlassungszeugnis aus dem Jahr 1929, das vom Künstler Karl Lenz gestaltet wurde, ist das Exponat des Moants April im Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf.   Foto: Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf

Ein Schulentlassungszeugnis aus dem Jahr 1929, das vom Künstler Karl Lenz gestaltet wurde, ist das Exponat des Moants April im Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf.
 
Foto: Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf 

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