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Thema Bürgerbusse im Landkreis – Chancen eines neuen Angebots, das insbesondere Senioren eine gute Mobilität ermöglicht

(Pressemitteilung 099/2015 vom 27.03.2015)

Marburg-Biedenkopf/Weimar – Gemeinsam mit Bürgermeister Peter Eidam und Heinz-Konrad Debus vom Regionalen Nahverkehrsverband (RNV) erläuterte Erster Kreisbeigeordneter Marian Zachow in einem Pressegespräch Chancen und Probleme von Bürgerbus-Initiativen. „Als wir kürzlich in der Kreisverwaltung zu einem Runden Tisch zu diesem Thema im Landkreis Marburg-Biedenkopf eingeladen haben, stellte sich heraus, wie wichtig Bürgerbusse werden können. Für uns war es eine zentrale Frage, wie es dem Landkreis Marburg-Biedenkopf gelingen kann, die zukünftige Kreisentwicklung aktiv mit seinen Bürgerinnen und Bürgern in wesentlichen Themenbereichen zu gestalten, um gesetzte Ziele und bestehende Herausforderungen gemeinsam zu erreichen“, so Zachow. Bei dem Gespräch sei es auch um die Vernetzung der einzelnen Gemeinden gegangen, die Bürgerbusse planen, um sich Misserfolge zu ersparen und gegebenenfalls erfolgreiche Wege nachzuahmen, ergänzte Heinz-Konrad Debus.

„Ich bin sehr froh darüber, dass in der Gemeinde Weimar/Lahn mit dem Bürgerbus eine tolles Projekt bereits realisiert werden konnte und finde die Idee des Austausch mit anderen Kommunen, die Bürgerbusse haben oder künftig realisieren wollen, sehr gut. Es ist eine wichtige Komponente, in diesem Zusammenhang einiges gemeinsam zu machen, so wie die Fortbildungen etwa. Ich finde es gut, dass der Kreis sich darum kümmert“, betonte Bürgermeister Eidam. In der Gemeinde läuft das Projekt nun schon seit fünf Jahren. Inzwischen engagieren sich 14 Ehrenamtliche drei Mal wöchentlich als Fahrerinnen und Fahrer, so Eidam.

Nach den Erfahrungen von Fachleuten aus Bad Laasphe, die beim Runden Tisch von ihren Erfahrungen berichtet hatten, benötigen solche Projekte Zeit. Sobald das Projekt dann jedoch buchstäblich ins Rollen gekommen ist, merken vor allem die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger, dass sie durch die Busse Unabhängigkeit und Mobilität zurückgewinnen. Sie müssen nun nicht mehr ihre Verwandten oder Bekannten bitten, sie zum Arzt oder zum Supermarkt zu fahren. Das stellt eine enorme Erleichterung für beide Seiten dar. Ältere Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse, wenn sie zum Beispiel mit einem Rollator unterwegs sind. Darauf können die ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer der Bürgerbusse leichter eingehen. Insofern wäre es eine komplett neue Aktivität.

Auch für die hier ehrenamtlich Aktiven sind das positive Erfahrungen. Sich hier zu engagieren und zu sehen, wie man damit Menschen hilft, gebe ein gutes Gefühl. Die Fahrer Horst Nau und Werner Reif konnten bei dem Pressetermin in Weimar viele Beispiele dazu anführen. Da sie mit dem Bürgerbus nicht nur Geschäfte und Arztpraxen anfahren, sondern auch beispielsweise einen höher gelegenen Friedhof, sei das insbesondere für ältere Menschen ein Gewinn, die damit ihre Wege unkompliziert erledigen können. Beide Fahrer wiesen darauf hin, dass ihr Team durchaus noch Verstärkung gebrauchen könnte. Interessierte können sich bei der Gemeinde melden.

Zachow sicherte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Runden Tisches die Unterstützung des Landkreises zu. Er machte deutlich, dass es einen "Zehn-Punkte-Plan" zur Unterstützung von Bürgerbusprojekten gibt. Dieser sieht folgendes vor:

1. Organisation eines Runden Tisches, der 3 bis 4 x jährlich tagt

2. Organisation von Fortbildungsveranstaltungen für Bürgerbusfahrer /-innen wie etwa für Erste-Hilfe-Kurse oder Fahrertraining

3. Organisation eines jährlichen Erste-Hilfe-Kurses für ehrenamtliche Fahrer/innen

4. Eine jährlich stattfindende Danke-Schön-Veranstaltung

5. Abrufangebot für zusätzliche Haltestellenschilder

6. Bei Bedarf: Übernahme von AST-Fahrten aus dem RNV-Fahrplanangebot.

7. Beratung bei der Fahrplangestaltung – Einspeisung in das RMV-Fahrplansystem (Fahrplanbuch und Internet)

8. Gemeinsames Logo für den Bürgerbus verbunden mit einer gemeinsamen Werbekampagne (für Kunden & zur Gewinnung Ehrenamtlicher)

9. Werbekampagne für das ehrenamtliche Engagement als Bürgerbusfahrer /-in

10. Politische Lobbyarbeit

Alle Beteiligten waren sich dahingehend einig, dass Bürgerbusprojekte gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels eine echte Bereicherung darstellen. Am Beispiel des Bürgerbusses in der Gemeinde Weimar sieht man, wie gut das funktionieren kann.

Wir hilfreich Bürgerbusprojekte sein können, wurde bei einem Pressetermin in der Gemeinde Weimar zum dortigen Bürgerbusprojekt deutlich (v.l.n.r.): Horst Nau (Fahrer), Erster Kreisbeigeordneter Marian Zachow, Heinz-Konrad Debus (RNV), Bürgermeister Peter Eidam und Werner Reif (Fahrer).   Foto: Landkreis

Wir hilfreich Bürgerbusprojekte sein können, wurde bei einem Pressetermin in der Gemeinde Weimar zum dortigen Bürgerbusprojekt deutlich (v.l.n.r.): Horst Nau (Fahrer), Erster Kreisbeigeordneter Marian Zachow, Heinz-Konrad Debus (RNV), Bürgermeister Peter Eidam und Werner Reif (Fahrer).
 
Foto: Landkreis

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