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Gelebtes kreisübergreifendes Arbeiten: Die Landkreise Marburg-Biedenkopf und Schwalm-Eder erledigen ihre Aufgaben im Bereich der Abfallwirtschaft gemeinsam in einem Abfallwirtschaftsverband

(Pressemitteilung 089/2015 vom 20.03.2015)

Marburg-Biedenkopf – „Eigentlich gibt es die Zusammenarbeit in Abfallwirtschaftsfragen zwischen Schwalm-Eder und Marburg-Biedenkopf ja schon seit Beginn der 1990er Jahre“ erklärte Winfried Becker, der Erste Kreisbeigeordnete des Schwalm-Eder-Kreises und Vorsitzende der Abfallwirtschaft Lahn-Fulda (ALF). „Zu Beginn beschränkte sich das Miteinander auf die Nutzung der Deponie Wabern durch den Landkreis Marburg-Biedenkopf, aber bereits 1995 ist man enger zusammengerückt und hat in beiden Kreistagen die politischen Beschlüsse zum Ausbau der Zusammenarbeit getroffen“, so Becker.

Was dann mit einem gemeinsamen Betrieb der Deponie Wabern begann, führte schließlich in 2011 zur Gründung des Zweckverbandes „Abfallwirtschaft Lahn-Fulda“. Das Gebiet des Zweckverbandes umfasst alle 49 Städte und Gemeinden der beiden Landkreise mit zurzeit circa 430.000 Einwohnern.

„Die wesentliche Aufgabe der Abfallwirtschaft Lahn-Fulda ist es, die Entsorgung aller Abfälle aus den privaten Haushalten jederzeit sicherzustellen. Dabei versuchen wir, ganz eng mit den Städten und Gemeinden zusammenzuarbeiten“, verdeutlichte Kirsten Fründt, die als Landrätin des Landkreises Marburg-Biedenkopf seit dem 1. Februar 2014 auch stellvertretende Vorsitzende im Verband ist.

„Wir haben in Hessen ja die Situation, dass die Einsammlung der Abfälle Aufgabe der Städte und Gemeinden ist und ab der Gemeindegrenze dann die Verantwortung der Landkreise beginnt. Eine optimale Gestaltung der Sammelsysteme in ökologischer und ökonomischer Hinsicht kann daher nur in enger Abstimmung zwischen der Abfallwirtschaft Lahn-Fulda und den Kommunen erfolgen“, sind sich Becker und Fründt einig.

Die Zusammenarbeit wird dadurch erleichtert, dass sich in beiden Landkreisen zahlreiche Städte und Gemeinden ebenfalls schon in Zweckverbänden organisiert haben. Im Schwalm-Eder-Kreis gehören alle 27 Kommunen dem Zweckverband Abfallwirtschaft an, in Marburg-Biedenkopf sind es inzwischen 13 Städte und Gemeinden, die sich im Müllabfuhrzweckverband Biedenkopf organisiert haben.

Dass eine gemeinsame Erledigung von Aufgaben durchaus auch im Interesse der Gebührenzahler ist, hat die Abfallwirtschaft Lahn-Fulda bereits 2012 eindrucksvoll zeigen können. „Wir haben durch die Bündelung der Altpapiermengen der beiden Landkreise und die Kooperation mit weiteren Landkreisen in Nord- und Mittelhessen bei der Verwertung des Altpapiers hervorragende Ergebnisse erzielen können“, so Becker. „Die Überschüsse aus der Altpapiervermarktung, die wir in der Folge an die Städte und Gemeinden ausgeschüttet haben“ konnten dort zur Unterstützung der Gebührenhaushalte eingesetzt werden und kamen damit allen Gebührenzahlern im Verbandsgebiet zu Gute.“

Dass die Abfallwirtschaft Lahn-Fulda nicht nur organisatorische Aufgaben wahrnimmt, wird beim Blick auf die Anlagenstandorte deutlich. Mit zurzeit rund 70 Beschäftigten betreibt der Verband am Standort Wabern das Entsorgungszentrum Schwalm-Eder, zu dem neben der Deponie Wabern eine Müllumschlagstation und eine Sickerwasserreinigungsanlage gehören. Darüber hinaus zählen auch die Müllumladestation in Marburg-Wehrda und die Müllumschlagstation in Schwalmstadt zu den Entsorgungsanlagen der ALF. Die Verwaltung des Verbandes hat ihren Sitz in Wabern und Marburg.

Neben dem Betrieb der Entsorgungsanlagen führt die Abfallwirtschaft Lahn-Fulda auch zahlreiche Transporte mit eigenem Fuhrpark und Personal durch. Seit 2012 wird der komplette Hausmüll aus den beiden Ladkreisen mit eigenen Sattelaufliegern nach Kassel in das Müllheizkraftwerk transportiert. „Wir haben mit dem Einsatz eigener Fahrzeuge und eigener Fahrer sehr gute Erfahrungen gemacht“ betonte Becker. „Durch eine Optimierung der Transportlogistik hat sich zudem die Anzahl der Hausmülltransporte, die von Marburg über die B3 nach Kassel stattfinden um rund 30 Prozent verringert“, ergänzte Kirsten Fründt.

Auch mit der Zusammenarbeit in den Gremien des Verbandes sind Becker und Fründt sehr zufrieden. Bei allen Entscheidungen in der Verbandsversammlung und im Vorstand stehe über Parteigrenzen hinweg stets die Sachpolitik im Vordergrund, und das werde auch so bleiben. Darin sind sich die beiden Vorsitzenden sicher.


Hintergrund


Historie:

1991       Der Schwalm-Eder Kreis betreibt für die Entsorgung seiner Abfälle die Deponie Wabern. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf besitzt keine eigene Abfallentsorgungsanlage und liefert seine Abfälle auf Basis einer Mitbenutzungsvereinbarung auf die Deponie Wabern

1991       Gründung des Betriebes für Abfallwirtschaft (BefA) Marburg-Biedenkopf

1995       Beide Kreistage beschließen die dauerhafte Zusammenarbeit und den gemeinsamen Betrieb der Deponie Wabern

1998       Abschluss eines Entsorgungsvertrages zwischen beiden Landkreisen und der Müllheizkraftwerk Kassel GmbH, der die Hausmüllentsorgung bis 2020 sicherstellt.

2001       Gründung des Deponiezweckverbandes, der seither die Deponie Wabern betreibt. Gesellschafter sind die beiden Landkreise.

2011       Übertragung aller abfallwirtschaftlichen Aufgaben der Landkreise auf die Abfallwirtschaft Lahn-Fulda (ALF)


Daten zum Verband:

Name:                                     Abfallwirtschaft Lahn-Fulda

Rechtsform:                             Zweckverband

Aufgabe:                                 Entsorgung der Abfälle aus privaten Haushalten und der Abfälle zur Beseitigung aus anderen Herkunftsbereichen

Verbandsvorstand:                   6 Mitglieder

Vorsitzender:                          Erster Kreisbeigeordneter Winfried Becker (Schwalm-Eder-Kreis)

Stellv. Vorsitzende:                  Landrätin Kirsten Fründt (Landkreis Marburg-Biedenkopf)

Verbandsversammlung            18 Mitglieder (je 9 pro Landkreis)

Anzahl der Beschäftigten:         69

Geschäftsbereiche                    Planung ● Technik ● Betrieb

                                               Geschäftsführer Dr. Peter Zulauf

                                               Recht ● Personal ● Organisation

                                               Geschäftsführer Markus Diehl

                                               Finanzmanagement ● Informationstechnologie

                                               Geschäftsführer Friedhelm Holzapfel

Verwaltungsstandorte:              Hauptsitz

                                              Industriegebiet Tannenhöhe

                                              34590 Wabern

Nebenstelle:                            Im Lichtenholz 60

                                              35043 Marburg


Anlagenstandorte:                   Entsorgungszentrum Schwalm-Eder (EZS)

                                             Deponie Wabern
                                             Müllumschlagstation Wabern
                                             Ersatzbrennstoffzwischenlager
                                             Sickerwasserreinigungsanlage

                                             Müllumladestation Marburg-Wehrda

                                             Müllumschlagstation Schwalmstadt

Der Vorstand der „Abfallwirtschaft Lahn-Fulda“ (v.l.n.r.): Helmut Mutschler, Klaus Weber, Landrätin Kirsten Fründt, der Erste Kreisbeigeordneter des Schwalm-Eder-Kreises Winfried Becker, Heinz-Wilhelm Wasmuth und Bernd Pfeiffer. Foto: Abfallwirtschaft Lahn-Fulda

Der Vorstand der „Abfallwirtschaft Lahn-Fulda“ (v.l.n.r.): Helmut Mutschler, Klaus Weber, Landrätin Kirsten Fründt, der Erste Kreisbeigeordneter des Schwalm-Eder-Kreises Winfried Becker, Heinz-Wilhelm Wasmuth und Bernd Pfeiffer.

Foto: Abfallwirtschaft Lahn-Fulda

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