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Zerstörung einer Amphibienanlage und Tötung von Amphibien an der K 1 zwischen Mellnau und Simtshausen

(Pressemitteilung Nr. 093/2011 vom 18.03.2011)
Marburg-Biedenkopf – Kein Verständnis hat die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises dafür, dass in einem Akt des Vandalismus durch Unbekannte Schutznetze für Amphibien entlang der Kreisstraße 1 zwischen Mellnau und Simtshausen aus der Verankerung gerissen wurden und einige Eimer mit den Amphibien auch auf der Straße ausgeleert wurden. Der NABU hatte am 17. März darauf aufmerksam gemacht.

"Durch solche Zerstörungen wird nicht nur der freiwillige Einsatz der Naturschutzgruppen in einer respektlosen Weise ignoriert, sondern dies stellt auch einen Verstoß gegen das geltende Bundesnaturschutzgesetz dar. Amphibien zählen zu den besonders geschützten Tierarten. Diese Ordnungswidrigkeit kann nach dem Naturschutzgesetz mit einer Geldbuße bis zu fünfzigtausend Euro geahndet werden. Neben dem unnötigen Tod von zahlreichen Amphibien stellt diese sinnlose Aktion außerdem eine erhebliche Gefahr für die Autofahrer dar", unterstrich Landrat Robert Fischbach.

Jedes Jahr im Frühjahr bei einsetzenden Temperaturen über 5 Grad Celsius beginnen die Amphibien wieder mit ihrer Laichwanderung und überqueren unter anderem im Bereich der Kreisstraße 1 zwischen Mellnau und Simtshausen die Straße. Vor allem Erdkröten, Teichmolche, Bergmolche sowie Gras- und Teichfrösche wandern hier in großer Zahl von ihren Winterquartieren zu ihren Laichplätzen. Sehr wichtig und anerkennenswert ist daher der jährliche Einsatz der NABU Ortsgruppe in Wetter. Diese ist während der Wanderperiode täglich im Einsatz, um die Amphibien sicher über die Straße in ihre Laichgewässer zu bringen. Dazu wird jedes Jahr in ehrenamtlicher Arbeit von den Mitgliedern der Naturschutzgruppe ein Fangzaun an der Kreisstraße von Mellnau nach Simtshausen errichtet, um ein Überfahren der Amphibien zu verhindern. Die Tiere werden in Fangeimern des Fangzaunes gesammelt und täglich durch die Naturschutzgruppe kontrolliert. So können innerhalb weniger Wochen mehr als 1.000 Amphibien sicher über die Straße gebracht werden.

Ohne das große Engagement des NABU Wetter wäre hier der umfassende Schutz der Populationen der Amphibien nicht möglich, denn alleine in Hessen werden jährlich rund eine Millionen Amphibien überfahren. Der Schutz dieser Tiergruppe und damit auch die Arbeit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises sind auf die Unterstützung von ehrenamtlichen Naturschutzgruppen angewiesen. Landrat Fischbach bedankte sich bei allen Aktiven des NABU für deren Engagement zur Rettung der Amphibien und hofft darauf, dass man die Verursacher ausfindig machen kann.
 

 
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