Link auf das Hauptmenü Link auf die Untermenüpunkte Link auf Inhaltsbereich
Verwaltungsstab des Landkreises ließ sich schulen – Große Verantwortung für die Verwaltung im Krisenfall

(Pressemitteilung 90/2015 vom 16.03.2015)

Marburg-Biedenkopf – „Wenn es doch schon einen Katastrophenschutzstab im Landkreis gibt, wofür benötigen wir dann noch einen zusätzlichen Verwaltungsstab?“, so könnte eine zu erwartende Frage in diesem Zusammenhang sein. Antworten auf diese Frage und auf Fragen zu den Aufgaben dieses Verwaltungsstabes gab Uwe Becker von der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz in Ahrweiler, das zum Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gehört. Er führte im Auftrag seiner Behörde eine Schulung in der Kreisverwaltung durch, an der neben Landrätin Kirsten Fründt und Erstem Kreisbeigeordneten Marian Zachow auch viele Entscheidungsträger aus der Kreisverwaltung teilnahmen.

Auf der einen Seite betonte Becker, dass der Landkreis bereits gut aufgestellt sei, auf der anderen Seite zeigte er jedoch auf, dass die Arbeit in der Verwaltung in einem Krisenfall viel intensiver sein dürfte, als viele das vielleicht angenommen haben. Landrätin Kirsten Fründt freute sich dementsprechend auch über das Lob des Fachmanns, verdeutlichte aber auch, dass noch einige Hausaufgaben für den Verwaltungsstab zu erledigen seien.  

Die Hauptaufgabe des Verwaltungsstabes ist es, im Rahmen eines Krisenereignisses umfassende verwaltungsbezogene Entscheidungen zu treffen. Das, was sich hier noch so abstrakt anhört, lässt sich schnell anhand eines Beispiels vermitteln. Was muss alles geschehen, wenn im Landkreis der Strom ausfällt? Je mehr man sich mit dieser Frage beschäftigt, desto größer scheinen die Probleme, vor allem wenn dieser Ausfall über mehrere Tage andauern sollte. Kein Geld abheben können, ausfallende Heizungen, auftauende Gefrierschränke, Kommunikationsprobleme, Versorgungsprobleme und vieles andere mehr: Sofort wird deutlich, wie umfassend sich eine solche Lage entwickeln und große Teile der Verwaltung in Anspruch nehmen kann. Aber auch Hochwasserlagen halten sich normalerweise nicht an einen Regelarbeitstag der Verwaltung, sondern treten auch nachts und an Wochenenden und über einen längeren Zeitraum auf. Beispielsweise bei Evakuierungen müssten Räumlichkeiten wie Schulenturnhallen etc. zur Verfügung gestellt werden. Dafür muss ein solcher Verwaltungsstab arbeitsfähig sein, an sieben Tagen in der Woche und über 24 Stunden.

Ausbilder Becker zeigte auf, dass im Verwaltungsstab auch weitreichende und nicht selten kostenintensive Entscheidungen getroffen werden müssten, was er mit Beispielen nachvollziehbar machte. Eine Schweinepest oder eine Pandemie (etwa Grippe/Masern) fordern insbesondere Veterinäre beziehungsweise Mediziner, aber andere aus der Verwaltung müssen dann hier zuarbeiten. Was passiert bei Problemen mit der Trinkwasserversorgung, wenn diese nicht kurzfristig zu beheben sind? Wie kann die Information der Bevölkerung bei Stromausfall gewährleistet werden? Solche Lagen erfordern nicht nur die Präsenz der Entscheidungsträger, sondern auch das gemeinschaftliche und sich ergänzende Handeln in diesem Stab und die Bereitschaft aller, die hier getroffen Entscheidungen mitzutragen.

Es geht also nicht um die temporäre Unterstützung der Politik oder des Katastrophenschutzstabes, sondern um die notwendige und unter Umständen sehr weitreichende Verwaltungsarbeit im Zusammenhang mit einer besonderen Lage.

In der über einen vollen und zwei halbe Tage durchgeführten Schulung wurden insbesondere Verantwortungen, Entscheidungsprozesse sowie Instrumente und Werkzeuge zur Entscheidungsfindung aufgezeigt. Es wurde deutlich, wie hoch die Bedeutung der Krisenkommunikation anzusiedeln ist. Landrätin Fründt dankte Herrn Becker vom AKNZ mit seinen vielen praxisbezogenen und hilfreichen Anregungen und machte deutlich, dass der Verwaltungsstab regelmäßig üben werde. Becker hatte formuliert, dass es problematisch sei, wenn der Verwaltungsstab erst dann zusammentreten würde, wenn der Krisenfall eingetreten ist. Es sei deshalb sehr wichtig, diesen bereits vorher arbeitsfähig zu bekommen, genau so, wie es der Landkreis Marburg-Biedenkopf jetzt angeht.

„Natürlich hoffen wir, dass wir gar nicht erst in so eine Situation kommen, aber es ist immer gut, wenn man sich Strukturen geschaffen hat, mit denen man im Krisenfall den dann anstehenden Aufgaben besser begegnen kann“, so Fründt.

 

Im Landratsamt ließ sich der Verwaltungsstab des Landkreises mit Landrätin Kirsten Fründt und Erstem Kreisbeigeordneten Marian Zachow von Uwe Becker schulen, einem Fachmann der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz in Ahrweiler, um im Krisenfall gut aufgestellt zu sein.    Foto: Landkreis


Im Landratsamt ließ sich der Verwaltungsstab des Landkreises mit Landrätin Kirsten Fründt und Erstem Kreisbeigeordneten Marian Zachow von Uwe Becker schulen, einem Fachmann der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz in Ahrweiler, um im Krisenfall gut aufgestellt zu sein.
 
Foto: Landkreis

[ schließen ]