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Gemeinsame Pressemitteilung der Universitätsstadt Marburg und des Landkreises Marburg-Biedenkopf – Gemeinsame Vortragsreihe 2016: Gestaltungsmöglichkeiten bedürfnisorientierter Altenhilfe. Topleute referieren zu wichtigen Themen ab dem 17. März 2016

(Pressemitteilung 079/2016 vom 03.03.2016)

Marburg-Biedenkopf – Bundesweit anerkannte Expertinnen und Experten stellen im Rahmen einer gemeinsamen Vortragsreihe von Landkreis und Universitätsstadt Marburg neue Wege und Ansätze zeitgemäßer Altenhilfe zur Diskussion. Landrätin Kirsten Fründt und Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies machten deutlich, dass sich Bedingungen guten Älterwerdens verändern und eine Gestaltung im Hilfe-Mix erfordern. Große Bedeutung werden dabei Kommunen, Dienstleistern, freiwillig Engagierten, Bürgerinnen und Bürger sowie der Politik als örtlicher Gestaltungspartnerin zugesprochen, so die beiden Verwaltungsspitzen. Die gemeinsame Veranstaltungsreihe biete die Chance, sich zu diesem aktuellen Thema bestens zu informieren.

Die dreiteilige Vortragsreihe stellt regionale Diskussionen in einen größeren fachlichen und sozialpolitischen Kontext. Übergeordnete Politikansätze und gesetzliche Reformen heben diese örtliche Gestaltung und lokale Verantwortung für „gutes Älterwerden“ zunehmend in den Vordergrund. Der 7. Altenbericht der Bundesregierung („Sorge und Mitverantwortung in der Kommune – Aufbau und Sicherung zukunftsfähiger Gemeinschaften“) fokussiert ebenso wie die Bund-Länder-AG zur Stärkung der Rolle der Kommunen in der Pflege und das Pflegeverstärkungsgesetz auf die kommunale Verantwortung.

In diesem Rahmen hat der Landkreis Marburg-Biedenkopf 2015 „Seniorenpolitische Leitlinien: Ziele, Handlungsfelder, Maßnahmen und Hintergrundinformationen“ verabschiedet. Zentral ist für den Kreisausschuss die Förderung von Lebensmodellen, die den Bedürfnissen der Betroffenen bestmöglich gerecht werden und den effizienten Einsatz knapper Ressourcen berücksichtigen. Neben der Vorhaltung ausreichender stationärer Pflegeplätze steht daher die Stärkung der ambulanten Versorgungsstrukturen für die Altenhilfe im Vordergrund. Auf lokaler Ebene gilt es, in einer „Sorgegemeinschaft“ aus Staat, Zivilgesellschaft und professionellen Dienstleistern flexible Hilfe-Mix-Strukturen aufzubauen, die das Potenzial des „aktiven Alterns“ mit einbeziehen. Den Kommunen kommt dabei eine zentrale Rolle in der Strukturentwicklung und Prozesssteuerung zu durch sozialraumorientierte Strategien, Partizipationsförderung und Vernetzung der verschiedenen Handlungsfelder und Akteure. Unter den aktuellen Gegebenheiten sieht der Landkreis seine Rolle in der fachlichen Steuerung durch Planung, Beratung und Öffentlichkeitsarbeit. Darüber hinaus wird den Städten und Gemeinden personelle und monetäre Hilfestellung bei der Gestaltung lokaler Altenhilfestrukturen angeboten. Auf Landkreisebene werden qualifizierte Beratungs- und Vernetzungsstrukturen zur Unterstützung der verschiedenen Akteurs-Ebenen entwickelt und vorgehalten.

Der Magistrat der Universitätsstadt Marburg erarbeitet ebenfalls ein neues Konzept kommunaler Altenplanung der Universitätsstadt Marburg. Dieses Konzept basiert auf Befragungen älterer Menschen in Marburgs Stadtteilen. Grundlage bilden die Marburger Eckpunkte einer zukunftweisenden Alternssozialpolitik. Dazu zählt:

die Vermittlung eines zeitgemäßen und differenzierten Alternsbildes
die Weiterentwicklung von Information, Beratung und Kooperation zu Wohnen, Betreuung, Pflege und Altern sowie freiwilligem Engagement
ein fortgesetzter Ausbau offener Angebote in den Stadtteilen
die Schaffung quartiersbezogener Anlaufstellen, (Wohn-)Projekte und ambulanter Pflege-Infrastruktur
die Förderung präventiver Angebote der Gesundheits- und Bewegungsförderung für Ältere
sowie eine Ergänzung durch modernisierte stationäre Pflegeeinrichtungen.

Der Marburger Magistrat skizziert seine Grundsätze guten Älterwerdens folgendermaßen: Oberstes Ziel der Alternssozialpolitik sind Selbstbestimmung und Selbstverantwortung. Eine wichtige Grundlage dafür bildet die Förderung zeitgemäßer und vielfältiger Alterns-Begriffe und -bilder. Älteren wird ermöglicht, engagiert für sich und andere – im frei gewählten Rahmen – zu leben oder auch so beschaulich wie erwünscht. Insbesondere über den Seniorenbeirat und Organisationen von, mit und für ältere Menschen wird die kommunale Alternssozialpolitik stetig weiterentwickelt.

Gutes Älterwerden wird dabei zu Querschnittsziel und -aufgabe kommunaler Entwicklungsplanung in vielen Bereichen der Stadtpolitik. Die Umsetzung erfolgt im Bürger-Kommune-Profi-Mix. Dafür ist die stärkere Mit-Verantwortung von Bund und Ländern systematisch einzufordern, um die kommunale Handlungsfähigkeit vor Ort zu gewährleisten.

Die Vorträge im Einzelnen:

Donnerstag, 17.3.16, 17:30-19:00 Uhr: Die Zukunft der Pflege liegt im Quartier

Dr. h.c. Jürgen Gohde, Vorsitzender des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA)

In Selbstbestimmung und Würde alt werden zu können auch bei Hilfe- und Pflegebedarf bildet den Schwerpunkt des KDA-Quartiersansatzes. Der Referent zeigt anhand von Praxisbeispielen auf, welche strukturellen Rahmenbedingungen erforderlich sind, damit Pflege im Quartier gelingen kann.

Donnerstag, 14.4.16, 17:30-19:00 Uhr Bürgerengagement vor Ort

Prof. Dr. Margret Müller, Marilena von Köppen, Frankfurt University of Applied Sciences

Die Referentinnen zeigen, wovon es abhängt, dass Menschen sich engagieren und wie Nachhaltigkeit im freiwilligen Engagement gesichert werden kann. Oft ist dieses kontinuierliche und verlässliche Engagement Voraussetzungen selbstständigen Lebens mit Unterstützungsbedarf. Vorgestellt werden Ergebnisse des Modellprojekts „Leben und Altwerden in Amöneburg-Mardorf und Umgebung“.

Donnerstag, 12.5.16, 19:30-21:00 Uhr: Sorge und Mitverantwortung in der Kommune

Prof. Dr. Thomas Klie, Evangelische Hochschule Freiburg

In Zukunft wird es darum gehen, in Pflege und Sorge familiäre, bürgerschaftliche und professionelle Unterstützung miteinander zu verbinden. Solche „Hilfe-Mix“-Strukturen müssen vor Ort, in den Kommunen, entwickelt und realisiert werden. Ziel ist es, kommunale Fördermöglichkeiten für selbstständige Lebensführung Älterer sowie aktives Altern in Selbst- und Mitverantwortung auszubauen.

Gemeinsame Veranstalter sind der Landkreis Marburg-Biedenkopf und die Universitätsstadt Marburg, jeweils organisiert durch die Stabsstelle Altenhilfe des Landkreises und die Stabsstelle Altenplanung der Universitätsstadt.

Kontakt: Stabsstelle Altenhilfe, Inka Agel, Telefon 06421 405-1746, E-Mail: ageli@marburg-biedenkopf.de , Tagungsort jeweils: Landratsamt (Großer Sitzungssaal, barrierefreier Zugang), Im Lichtenholz 60, 35037 Marburg-Cappel

Flyer zum Herunterladen; klicken Sie bitte hier.


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