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Landkreis Marburg-Biedenkopf stellt wichtige Weiche bei der Integration von Flüchtlingen – Modell Marburg-Biedenkopf 2.0: Unterstützung für Kommunen und Abstimmung von Angeboten

(Pressemitteilung 074/2015 vom 27.02.2015)

Marburg-Biedenkopf – Die starke Zunahme der Flüchtlingszahlen stellt auch den Landkreis Marburg-Biedenkopf vor große Herausforderungen. Erklärtes Ziel des Landkreises ist es, diese Herausforderung aktiv zu gestalten. Dies gilt nicht nur für die Aufnahme, Unterbringung und Versorgung der Menschen. Nachdem der Kreis in Zusammenarbeit mit den Kommunen bereits die Suche nach Unterkünften erfolgreich koordiniert, werden jetzt die Weichen für die Fragen der Integration gestellt.

„Jeder, der nach der Not von Flucht und Verfolgung in Marburg-Biedenkopf ankommt, soll unseren Landkreis positiv wahrnehmen und die Möglichkeit zur Teilhabe und Teilnahme haben“, betonte der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow. Eine solche Willkommenskultur zu leben sei deshalb nicht nur Aufgabe des zuständigen Teams im Fachbereich Ordnung und Verkehr sondern betreffe mehrere Fachbereiche der Kreisverwaltung.

„Wir sind erfolgreich mit unserem Konzept der dezentralen Unterbringung der Menschen in kleineren Wohneinheiten. Dieses Modell Marburg-Biedenkopf haben wir weiter entwickelt und ergänzen es jetzt durch das Model Marburg-Biedenkopf 2.0: die gezielte Koordinierung bei der Integration, damit Integration, Kooperation und Teilhabe eine noch größere Rolle spielen“, so Zachow. „Flucht, Asyl und Integration müssten zusammen gedacht werden. Hierbei spielt das Büro für Integration des Landkreises Marburg-Biedenkopf eine zentrale Rolle, das für diese Ausgaben mit neuen Aufgaben weiterentwickelt und personell gestärkt wird: Rainer Flohrschütz unterstützt das Büro für Integration jetzt als „Koordinator Asyl und Integration“.

Zu den Aufgaben gehört, die Zusammenarbeit des Kreises mit den Städten und Gemeinden weiter zu stärken und die Kommunen zum Beispiel bei Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung oder bei fachlichen zu unterstützen, Handreichungen und Arbeitshilfen für Gemeinden und Flüchtlingsbegleiter oder Unterstützer mit Informationen über aufenthalts- und arbeitsrechtlichen Fragen zu erstellen, Anregungen zur Unterstützung zu geben und Integrationsangebote und wichtige Kontakte und Organisationen zu vernetzen.

Zu den Aufgaben gehört weiterhin:

-  die Zusammenstellung eines Willkommenspakets mit Informationen zum Aufenthalt und über den Landkreis – für die AsylbewerberInnen/Flüchtlinge

-  Willkommenstage oder /-wochen zur Information und zum Kennenlernen des Landkreises, von Betrieben und öffentlichen Einrichtungen und weitere Bildungs- und Freizeitangebote für AsylbewerberInnen/Flüchtlinge zu entwickeln und durchzuführen;

-  Projekte zur Qualifizierung und Arbeitsmarktintegration zu koordinieren (mit Arbeitsgelegenheiten in unterschiedlichen Berufsfeldern, begleitendem Deutschunterricht und sozialpädagogischer Begleitung);

-  die Erstellung eines Konzepts zur Einrichtung von Gremien“ zur Vertretung/Beteiligung/Mitbestimmung der Asylbewerber/Flüchtlinge in den Gemeinschaftsunterkünften;

-  die verwaltungsinterne Sensibilisierung und Koordination der verschiedenen Fachbereiche für das Thema Flucht, Asyl und Integration.

Ein besonderes Anliegen von Rainer Flohrschütz ist es, dabei mitzuhelfen, eine Willkommenskultur zu schaffen, die den Flüchtlingen und Migranten eine langfristige und eigenständige Lebensperspektive im Landkreis Marburg-Biedenkopf ermöglicht.

Rainer Flohrschütz war nach seinem Studium der Politik und der Soziologie viele Jahre im Bildungsbereich tätig und hat für einen hiesigen Bildungsträger, in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit sowie der Europäischen Union, vielfältige Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekte geplant und umgesetzt. Seit dem Jahr 2005 hat Rainer Flohrschütz seine Erfahrungen für den Landkreis Marburg-Biedenkopf zunächst beim Aufbau des KreisJobCenters Marburg-Biedenkopf eingesetzt und eine Projektstelle beim Fachbereich Schule und Gebäudemanagement koordiniert. Seine langjährigen und vielfältigen Erfahrungen in der Projekt- und Organisationsentwicklung helfen ihm nun auch, die umfangreichen Aufgaben und Themen der Koordination Asyl und Integration wahrzunehmen.

„Mit dem Koordinator haben wir eine wichtige Schnittstelle zu den Kommunen geschaffen, die wir nun noch besser in diesem Bereich unterstützen können“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete.

Nach einer Schätzung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge werden für das Jahr 2015 rund 300.000 Flüchtlinge in Deutschland erwartet. Das ist ein Anstieg um rund 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nach dem „Königsteiner Schlüssel“ kommen davon rund 22.000 Menschen nach Hessen, wovon wiederum 5,25 Prozent dem Landkreis Marburg-Biedenkopf zugewiesen werden. Für das 1. Quartal 2015 geht das zuständige Regierungspräsidium Darmstadt von 90.000 Neuzugängen aus. Bei 300.000 Flüchtlingen entfallen auf den Landkreis Marburg-Biedenkopf im laufenden Jahr etwa 1.200 Menschen auf den Landkreis Marburg-Biedenkopf, bei 360.000 wären es etwa 1.400 Flüchtlinge.

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf setzt dabei auf Integration statt Isolation. Die Unterbringung in den Städten und Gemeinden ist dabei sinnvoller als die zentrale Unterbringung in großen Massenunterkünften auf „der grünen Wiese“. Der Kreis möchte den Flüchtlingen mehr Normalität als nur Notquartiere anbieten und verfolgt das Ziel, dass mehrere kleine Unterkünfte besser sind als eine große.

Sie gehen die Herausforderungen, die steigende Flüchtlingszahlen mit sich bringen, gemeinsam an: (v. li.) Claus Schäfer (Büro für Integration des Kreises), der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow, der neue Koordinator für Asyl und Integration Rainer Flohrschütz sowie Roland Döhler, Leiter des Fachbereichs Ordnung und Verkehr. (Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

Sie gehen die Herausforderungen, die steigende Flüchtlingszahlen mit sich bringen, gemeinsam an: (v. li.) Claus Schäfer (Büro für Integration des Kreises), der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow, der neue Koordinator für Asyl und Integration Rainer Flohrschütz sowie Roland Döhler, Leiter des Fachbereichs Ordnung und Verkehr.

(Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

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