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Freie Bahn für Mühlkoppe, Bachneunauge und Co in der Wohra bei Himmelsberg – Umgebautes Wehr ist für Fische kein Hindernis mehr
(Pressemitteilung Nr. 071/2013 vom 05.03.2013)
Marburg-Biedenkopf – Durch den Umbau eines Wehres und somit der Beseitigung eines weiteren Wanderhindernisses in der Gemarkung Himmelsberg können sich die Fließgewässerbewohner der Wohra auch hier Bach aufwärts ausbreiten. Dies bedeutet eine weitere Verbesserung der ökologischen Situation des Gewässers.

Die Wohra mit einem beidseitig etwa zehn Meter breiten Uferrandstreifen wurde 2008 zwischen Kirchhain und Gemünden als europäisches Schutzgebiet nach der Richtlinie Fauna-Flora-Habitate – kurz FFH – ausgewiesen. Als besonders schützenswert sind hier unter anderem die Fischart Mühlkoppe sowie das Bachneunauge benannt. Für beide Arten können schon kleinere Barrieren im Gewässer unüberwindbare Hindernisse darstellen.

Fast alle Fischarten führen im Laufe ihres Lebens aus unterschiedlichen Gründen Wanderungen durch. Sei es zum Aufsuchen von Laichplätzen, Nahrungsgründen, Winter- oder Sommerlebensräumen. Im Laufe des Lebens können sich auch die Ansprüche eines Fisches an Strömungsverhältnisse oder Beschaffenheit der Gewässersohle verändern, so dass auch in diesem Fall Wanderungen im Gewässer notwendig werden. Daher ist es außerordentlich wichtig, dass ein Bach oder Fluss in beide Richtungen durchschwommen werden kann.

Die Betreuung des FFH-Gebietes im Bereich zwischen Ernsthausen und Kirchhain sowie die Aufstellung und Umsetzung des Bewirtschaftungsplans obliegt dem Fachbereich Ländlicher Raum und Verbraucherschutz der Kreisverwaltung Marburg-Biedenkopf. Unter dessen Federführung wurde in Abstimmung mit den Städten Kirchhain und Rauschenberg, der Fischerei und betroffenen Eigentümern unterhalb der Hardtmühle bei Rauschenberg durch den Wasserverband Lahn-Ohm ein bestehendes Wehr in eine sogenannte Sohlgleite umgebaut, um das Gewässer an dieser Stelle wieder für Fische und deren Nährtierchen Gewässer aufwärts passierbar zu machen. Die Maßnahme mit einem Kostenvolumen von rund 38.000 Euro wurde zu 100 Prozent durch das Land Hessen aus Mitteln von Natura 2000 (Überbegriff für FFH- und Vogelschutz der EU) gefördert.

Vorher-nachher-Aufnahme der Situation an der Wohra: Ein Wehr versperrte den Fischen den Weg Bach aufwärts.
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Nach dem Umbau können Mühlkoppe und Bachneunauge das Gewässer nun ungehindert durchschwimmen.
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Vorher-nachher-Aufnahme der Situation an der Wohra: Ein Wehr versperrte den Fischen den Weg Bach aufwärts. Nach dem Umbau können Mühlkoppe und Bachneunauge das Gewässer nun ungehindert durchschwimmen. 
(Fotos: Landkreis)

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