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Seltene Hautkrankheit sorgt für Verunsicherung an Mengsberger Grundschule – Infektion mit Katzenpilz ist lästig aber nicht gefährlich / Kreis lässt Schulräume desinfizieren um weitere Übertragung zu verhindern

(Pressemitteilung 69/2015 vom 25.02.2015)

Marburg-Biedenkopf – In den vergangenen vier Monaten ist bei zwei Schülern und einer Lehrkraft der Grundschule in Neustadt-Mengsberg die seltene Katzenpilz-Erkrankung (Erreger: Microsporum canis) festgestellt worden. Ausgangspunkt dieser Hauterkrankung sind infizierte Katzen oder Hunde, wobei die Tiere selbst keine Krankheitszeichen zeigen müssen. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist grundsätzlich möglich. Voraussetzung hierfür ist jedoch ein enger Kontakt oder Kontakt zu infizierten Körperstellen. „Die Quelle dieser Erkrankung ist derzeit noch genau so unklar wie der Infektionsweg“, teilte der Erste Kreisbeigeordnete und Schuldezernent Marian Zachow mit.

Wie Dr. Martin Just vom Gesundheitsamt des Landkreises Marburg-Biedenkopf erläuterte, äußert sich die Erkrankung beim Menschen mit teilweise entzündlichen, runden Hautveränderungen, insbesondere am behaarten Kopf und am Rumpf. Die Hautveränderungen können stark jucken. „Die Erkrankung bleibt aber auf die Haut beschränkt, ist lästig, im Ergebnis aber nicht bedrohlich“, sagte Dr. Just.

„Bei den Eltern herrscht jetzt ein gewisses Maß an Verunsicherung. Deshalb werden wir mit einer Elternversammlung am Donnerstag die Schulgemeinde umfassend informieren und aufklären“, so Zachow. Außerdem bleibe die Schule an diesem Freitag, 27. Februar 2015, geschlossen, um die Räume desinfizierend zu reinigen.

Der Erste Kreisbeigeordnete machte deutlich, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass die Schule selbst die Quelle der Infektion oder dort eine Ansteckung begünstigt worden sei. „Wir möchten jedoch sicher sein, dass sich diese Erkrankung in der Schule nicht weiter verbreitet. Durch den Verbund mit der Grundschule in Momberg und der gemeinsamen Nutzung der Turnhalle in Mengsberg ist von der Schließung am Freitag auch die Momberger Grundschule betroffen, die ebenfalls sicherheitshalber gereinigt wird.

„Wir haben es hier mit einer seltenen, durch einen Hautpilz ausgelösten und nicht meldepflichtigen Erkrankung zu tun“, erklärte Dr. Martin Just. „Wir stehen mit dem Robert-Koch-Institut in Berlin und mit dem Institut für Mikrobiologie der Marburger Philipps-Universität in Kontakt, um unsere Maßnahmen und weitere Schritte abzustimmen und um aus seriösen Quellen zusätzliche Informationen zu bekommen“, erläuterte Dr. Just. Die Hautpilz-Erkrankung befalle die oberen Hautschichten und sei mit Medikamenten, die auf die entzündeten Hautstellen aufgetragen werde oder auch eingenommen werden müssen, behandelbar.

„Von ganz zentraler Bedeutung ist, dass auch alle vorhandenen Haustiere vom Tierarzt untersucht werden, da auch offensichtlich gesunde Katzen und Hunde mit dem Erreger infiziert sein und diesen dann übertragen können. Nur wenn die infizierten Tiere auch behandelt werden, kann die Erkrankung wirklich kontrolliert werden“, betonte Dr. Just.

„Für Eltern, die unsicher sind, ob sich ihr Kind angesteckt hat, organisiert der Landkreis im Moment freiwillige Untersuchungsmöglichkeiten bei niedergelassenen Hautärzten in der Nähe. Natürlich können Eltern mit ihren Kindern auch einen Hautarzt ihrer Wahl aufsuchen“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete.


Tipps des Gesundheitsamtes:

Kinder, die erkrankt sind, dürfen so lange nicht zu Schule gehen, bis ein Hautarzt attestiert, dass mit einer Weiterverbreitung der Krankheit nicht mehr zu rechnen ist.
Wäsche, auch Bettwäsche und Kopfkissenbezüge und Kuscheltiere der Kinder in der Waschmaschine waschen – kein Kurz-, Schon- oder Sparprogramm. Wenn möglich bei 90 Grad.
Im Haushalt lebende Katzen und Hunde vom Tierarzt auf eine Infektion untersuchen lassen, auch wenn die Tiere keine Krankheitszeichen zeigen. Infizierte Tiere müssen behandelt werden – nur so lässt sich eine immer wiederkehrende Infektion mit dem Erreger verhindern.

Bitte hier klicken, um das Merkblatt "Katzenpilz" herunterzuladen.

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