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Landkreis Marburg-Biedenkopf informiert: Im Frühjahr benötigt die Tier- und Pflanzenwelt ganz besonderen Schutz

(Pressemitteilung Nr. 069/2011 vom 01.03.2011)
Marburg-Biedenkopf – Der Winter hat den Rückzug angetreten. Wer jetzt aus dem Fenster schaut, wird erkennen können, dass es bald an nahezu allen Ecken zu blühen beginnt. Die Winterlandschaft wird sich langsam in eine bunte, lebhafte Frühlingslandschaft wandeln und zahlreiche Tiere kommen aus ihren Verstecken heraus. Gerade jetzt im Frühjahr benötigt die Tier- und Pflanzenwelt einen ganz besonderen Schutz und der Mensch sollte besonders sensibel und aufmerksam mit ihr umgehen.

Die Tiere machen sich jetzt auf die Suche nach einem passenden Nistplatz oder nach einer Wohnhöhle. Ob es Vogelpärchen, Amphibien, Insekten, Siebenschläfer oder Igel sind: Die Tierwelt benötigt ein möglichst ungestörtes Zuhause. Daher richtet der Landkreis Marburg-Biedenkopf mit der Unteren Naturschutzbehörde eine Bitte an alle Grundstücksbesitzer, Gartenfreunde und Naturliebhaber und weist auf die seit 2010 geltenden neuen Regelungen des Bundesnaturschutzgesetzes hin.

Hier sind unter anderem Zeiten geregelt, in denen Rodungs- und größere Gehölzschnittmaßnahmen während der gesetzlich definierten Brut- und Setzzeit verboten sind. Seit vergangenem Jahr beginnt dieser Zeitraum schon am 1.März und dauert bis zum 30. September an. In dieser Zeit dürfen Bäume, Hecken und Gebüsche nicht abgeschnitten oder auf den Stock gesetzt werden. Solche Arbeiten sollten nur im Spätherbst oder Winterhalbjahr durchgeführt werden.
Hierdurch wird ein wichtiger Beitrag zum Erhalt und zur Förderung der heimischen Tierwelt geleistet. Viele Vögel, Fledermäuse und Kleinsäuger wie Eichhörnchen, Igel, Siebenschläfer, Gartenschläfer und Haselmaus werden dafür dankbar sein, denn sie freuen sich über eine ruhige Wohnung.

Bei geplanten Neupflanzungen sollten möglichst heimische Bäume und Sträucher gewählt werden, da hier heimische Tiere einen geeigneten Lebensraum finden können. Während auf Eichen bis zu 300 Insektenarten leben, sind es bei Kastanien lediglich vier. Diese Insekten (zum Beispiel Raupen) stellen eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel dar. Bei der Pflanzung von heimischen Sträuchern wie Schlehe, Weißdorn, Wildrosenarten, Himbeeren oder Holunder kann sich auch der Gartenbesitzer im Sommer an ihren Früchten erfreuen.

Strukturreiche Gärten, die nicht vollständig aufgeräumt werden, stellen einen vielfältigen Lebensraum für zahlreiche Tiere dar. Daher sollten Laubreste, Reisighaufen, verblühte Blumen und holzartige Reste möglichst nicht vollständig aus dem Garten entfernt werden. Sie bieten vielen Tieren Unterschlupf, Futter und Rückzugsmöglichkeiten.

Auch die Städte und Gemeinden des Landkreis Marburg-Biedenkopf verzichten während der Frühlings- und Sommerzeit auf das Ausbaggern von Gräben, da hier häufig besonders geschützte Lebensräume und Tierarten betroffen sind. Solche Maßnahmen erfolgen daher im Spätsommer und Herbst in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Landwirtschaft. Dadurch werden wichtige Aufzucht- und Überwinterungsquartiere von Amphibien und anderen besonders geschützten Arten durch Räumarbeiten nicht beeinträchtigt.

Insbesondere jetzt zu Beginn des Frühlings werden auch die Autofahrerinnen und Autofahrer um erhöhte Vorsicht und Rücksichtnahme gebeten: Im Frühjahr überqueren bei milden Temperaturen eine Vielzahl von Amphibien bestimmte Straßen im Landkreis, um so von den Winterquartieren zu ihren Laichplätzen zu gelangen. Besonders betroffen sind hier die Landesstraße L 3048 zwischen Mornshausen und Gladenbach, die Kreisstraße 59 zwischen Roth und Niederwalgern und die Kreisstraße 20 zwischen Neustadt und Arnshain. Wegen der einsetzenden Amphibienwanderung ist auch der Kreisstraße 84 zwischen Sterzhausen und Wetter gesperrt. Dies dient nicht nur dem Schutz der Amphibien, sondern auch der Sicherheit der Autofahrer.
 

  Grasfrosch (Foto: Morr)
Grasfrosch (Foto: Morr)
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