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Machbarkeitsstudie zur Route der Industriekultur wurde vorgestellt – Potenziale als außerschulische Lernorte, für die regionale Bevölkerung und für den Tourismus

(Pressemitteilung 064/2016 vom 16.02.2016)

Marburg-Biedenkopf – Landrätin Kirsten Fründt stellte zusammen mit der Geschäftsführerin von ConCultura, Elke Hartkopf, in der Kreisverwaltung eine Machbarkeitsstudie zur Implementierung einer Route der Industriekultur im Landkreis vor, die die ConCultura GmbH mit Sitz in Bonn erstellt hat. Fründt bedankte sich für die schnelle und sehr gute geleistete Arbeit von ConCultura und verwies darauf, dass diese Studie echte Potenziale aufzeige. Dieses Thema anzugehen, war zudem eines ihrer erklärten kulturpolitischen Ziele.

Der Landkreis hat die Anregung des Regionalmanagements Mittelhessen und von Prof. Dr. Otto Volk gerne aufgenommen, sich über eine Einrichtung einer Route der Industriekultur im Landkreis Gedanken zu machen und eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben. Hintergrund ist, dass die Zeugnisse des Industriezeitalters ein wichtiger Teil unserer Kultur sind. Deren Bedeutung steigt und das Interesse an diesem Themenkomplex wächst stetig. Die Studie gibt einen sehr guten Überblick über verschiedene Aktivitäten in diesem Bereich wie etwa des Nationalen Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus oder des Netzwerks Industriekultur Nordhessen und führt aus, was in unserem Landkreis umsetzbar wäre. Die Aufgabe der vorliegenden Machbarkeitsstudie bestand vor allem darin, die Recherche, Sichtung und Bewertung von mehreren industriehistorischen Objekten im Landkreis vorzunehmen, die besonders geeignet erschienen, um sie im Rahmen einer Route der Industriekultur zu erschließen, zu präsentieren und zu vernetzen.

„Ziel der Studie war es, eine Handlungsorientierung für den künftigen Umgang mit den Zeugnissen der Industriekultur im Kreis zu bieten, die verschiedene Interessen der örtlichen Akteure und Institutionen berücksichtigt und auf diese Weise einen Beitrag zur kulturtouristischen Aufwertung der Region leisten kann. Darüber hinaus schätzt die Studie das Finanzierungsvolumen und die Fördermöglichkeiten ab, die zur Umsetzung und dem weiteren Betrieb einer Route der Industriekultur erforderlich sind, und arbeitet eine zeitliche und finanzielle Staffelung von konkreten Maßnahmen aus“, erläuterte Hartkopf.

Der Kreis als Auftraggeber und die Bearbeiterinnen der Studie waren sich schon zu Beginn der Untersuchung einig, dass das Zusammenspiel nicht auskömmlicher landwirtschaftlicher Arbeit mit der in Marburg-Biedenkopf nicht so ausgeprägt montanhistorischen Erschließung zu vielfältigen Nebenerwerbsstrukturen in der Industriegeschichte des Landkreises führte. Genau diese hier typischen und interessanten Strukturen sollten Besucherinnen und Besuchern einer Route der Industriekultur auch nachvollziehbar vermittelt werden.

Besonders ein Vorschlag in der Studie überzeugt. Demnach könnte mit musealer Verankerung im Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf, in der Brücker Mühle, im DIZ Stadtallendorf und in einer noch zu klärenden Form in oder an der Carlshütte, mehrere Ankerpunkte der Route Ausgangs- und Informationsstellen für weitere Angebote auf der Route sein. „Diese musealen Ankerpunkte stellen auch touristische Anziehungspunkte dar, können durch pädagogische Angebote aufgewertet und als außerschulische Lernorte genutzt werden und entsprechen dem modernen Bedürfnis nach multifunktionaler, attraktiver Präsentation der regionalen Historie. Gleichzeitig schaffen sie eine Plattform und Orte der Begegnung für die kulturelle Identität der Region und ihrer Bewohner“, so heißt es in der Studie. Selbstverständlich geht es hier um die Basis einer solchen Route, die perspektivisch auch weitere Ergänzungen erfahren kann und auch schon enthält.

Hartkopf zeigte auf, dass gepaart mit einer dem Arbeitsaufwand entsprechenden Personalstruktur sowie mit Unterstützung der heimischen Industrie die Route in den nächsten Jahren sukzessiv zu einem sehr attraktiven Anziehungspunkt ausgebaut werden kann.

„Diese Route einer Arbeits- und Industriekultur hat in jedem Fall das Potenzial, eine wichtige Funktion als Identifikationsplattform zu übernehmen“, stellte Landrätin Fründt abschließend fest.

Im Marburger Landratsamt wurde eine Machbarkeitsstudie zur Route der Industriekultur vorgestellt (v.l.n.r.): Dr. Markus Morr (Fachdienst Presse- und Kulturarbeit), Elke Hartkopf (Geschäftsführerin der ConCultura GmbH) und Landrätin Kirsten Fründt.  Foto: Landkreis

Im Marburger Landratsamt wurde eine Machbarkeitsstudie zur Route der Industriekultur vorgestellt (v.l.n.r.): Dr. Markus Morr (Fachdienst Presse- und Kulturarbeit), Elke Hartkopf (Geschäftsführerin der ConCultura GmbH) und Landrätin Kirsten Fründt. 

Foto: Landkreis

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