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Impuls des Kreises stößt neue Pläne für ärztlichen Bereitschaftsdienst im Kreisteil Biedenkopf an – Gesundheitskonferenz trifft sich in Biedenkopf / Arbeitsgruppe wird konkrete Vorschläge für die wohnortnahe ärztliche Versorgung erarbeiten

(Pressemitteilung Nr. 063/2012 vom 15.02.2012)
Marburg-Biedenkopf – Niedergelassene Ärzte aus dem Kreisteil Biedenkopf, Bürgermeister aus den entsprechenden Kommunen, Landrat Robert Fischbach, der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Dr. Karsten McGovern und Dr. Ingo Werner, Leiter des Fachbereichs Gesundheit („Gesundheitsamt“), haben im Biedenkopfer DRK-Krankenhaus im Rahmen einer Gesundheitskonferenz über die wohnortnahe ärztliche Versorgung diskutiert. Ein wichtiges Thema war dabei auch die Organisation des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Ein Ergebnis: Eine kleine Gruppe von Teilnehmern der Gesundheitskonferenz wird jetzt die Organisation des Bereitschaftsdienstes neu planen.

Ein wichtiger Baustein zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung im Landkreis Marburg-Biedenkopf sind die Gesundheitskonferenzen, die nicht den gesamten Landkreis unter die Lupe nehmen sondern sich mit lokalen und regionalen Besonderheiten in den verschiedenen Kreisteilen auseinander setzen.

Der ärztliche Bereitschaftsdienst, also das Anbieten einer ärztlichen Versorgung außerhalb der üblichen Sprechzeiten nachts oder an Wochenenden, ist für die niedergelassenen Ärzte ein wichtiges Thema: Sie müssen diesen Bereitschaftsdienst sicher stellen. Die Meinung der Mediziner: Der Umfang der Belastungen durch die Bereitschaftsdienste hat viel mit der Lebensqualität zu tun. Und: Je weniger niedergelassene Ärzte es gibt, umso öfter trifft es jeden einzelnen Arzt bei der Dienstübernahme. „Weniger Ärzte verschärfen das Problem“, so die Mediziner.

Auch möchten die Ärzte eine angemessene Vergütung der Bereitschaftsdienste. „Jeder Schlüsseldienst wird nachts oder an Wochenenden besser bezahlt, als die Ärzte“, beklagen sie. Ausufernde Bürokratie war ein weiterer Kritikpunkt der Ärzte, die zudem ein zunehmendes Anspruchsdenken der Bevölkerung ausmachen. Gute ärztliche Versorgung definiere sich aber nicht dadurch, möglichst oft zum Arzt zu gehen.

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf, zwar nicht unmittelbar für dieses Problem zuständig, hat sich des Themas dennoch angenommen. „Wir sind bereits auf unterschiedlichen Ebenen auf diem Feld aktiv“, teilte Landrat Robert Fischbach mit. Als Beispiel nannte er die Initiative Gesundheitsregion, die sich intensiv mit dem Thema ärztliche Versorgung befasst. Der Landkreis sehe seine Aufgabe darin, Impulse zu geben und angestoßene Prozesse zu moderieren. „Wir können außerdem dazu beitragen, Probleme gemeinschaftlich zu lösen“, ergänzte Dr. McGovern.

„Zwar ist die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) für die ambulante ärztliche Versorgung verantwortlich – wir können allerdings nicht tatenlos zusehen, wenn sich Versorgungsprobleme abzeichnen“, erklärte Dr. McGovern. „Wir sehen es im Rahmen der allgemeinen Daseinsfürsorge durchaus als unsere Ausgabe an, mit dazu beizutragen, dass die ambulante ärztliche Versorgung künftig den Menschen in ländlichen Regionen erhalten bleibt“, sagte Landrat Fischbach.

Ein erstes, konkretes Ergebnis der Gesundheitskonferenz für den Kreisteil Biedenkopf ist eine kleine Gruppe aus Ärzten, Vertretern des Kreises und des DRK-Krankenhauses sowie den Bürgermeistern Bernd Schmidt (Dautphetal), Joachim Thiemig (Biedenkopf) und Thomas Beck (Angelburg), die unter Moderation des Kreises den ärztlichen Bereitschaftsdienst konkret planen und Ergebnisse der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen vorstellen soll.

Wie so etwas aussehen könnte, zeigte Dr. Michael Thomas Knoll, der zehn Jahre lang Obmann beim ärztlichen Bereitschaftsdienst Hungen/Lich im Landkreis Gießen war. Im Nachbarkreis schlossen sich die Bereitschaftsdienste Linden, Pohlheim, Buseck, Hungen/Lich und Grünberg/Laubach im vergangenen Jahr zum ärztlichen Bereitschaftsdienst Mittelhessen zusammen. Damit sei – mit Unterstützung durch die Infrastruktur der Johanniter-Unfallhilfe (Telefonzentrale, Fuhrpark, Fahrer) – ein wichtiger Baustein für die wohnortnahe ärztliche Versorgung geschaffen worden.
 

  Den Impuls für Pläne für eine Neuorganisation des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes im Hinterland hat der Landkreis gegeben. Eine Arbeitsgruppe erarbeitet jetzt konkrete Vorschläge: Kommunen, Ärzte und der Kreis suchen gemeinsam nach einer Lösung. (Foto: Landkreis)
Den Impuls für Pläne für eine Neuorganisation des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes im Hinterland hat der Landkreis gegeben. Eine Arbeitsgruppe erarbeitet jetzt konkrete Vorschläge: Kommunen, Ärzte und der Kreis suchen gemeinsam nach einer Lösung. (Foto: Landkreis)

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