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Nächtliche Straßensperrung der Kreisstraße K 84 zwischen Sterzhausen und Wetter bis Mitte April wegen Amphibienwanderungen – Maßnahme dient dem Schutz der Amphibien und der Sicherheit der Autofahrer
(Pressemitteilung Nr. 056/2013 vom 01.03.2013)
Marburg-Biedenkopf – Jedes Jahr, wenn die Temperaturen wieder milder werden, beginnt die Zeit der Amphibienwanderungen. Diese Zeit steht auch jetzt wieder bevor. Sobald über längere Zeit hinweg wieder Temperaturen über fünf Grad Celsius herrschen, kann mit den Wanderungen der Tiere gerechnet werden. So überqueren zwischen Sterzhausen und Wetter jedes Jahr Molche, Feuersalamander, Gras- und Teichfrösche sowie Erdkröten in großer Zahl die Kreisstraße 14. Sie wandern von den Winterquartieren zu ihren Laichplätzen, unter anderem zwei Forellenteichen unterhalb des Wollenbergs und zwei weiteren Teichen in einem früheren Steinbruch.

Auf ihrem gewohnten Wanderweg geraten die Amphibien immer häufiger in die große Gefahr, eine Straße überqueren zu müssen. Eine Erdkröte benötigt beispielsweise zehn bis zwanzig Minuten, um eine 15 Meter breite Straße zu überqueren. Um die hohe Zahl der Verkehrsopfer unter den Amphibien zumindest in diesem Bereich zu verringern, haben die Gemeinde Lahntal, die Stadt Wetter, die Polizei, die Straßenverkehrsbehörde und die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis Marburg-Biedenkopf in einer Gemeinschaftsaktion mit der Lahntaler Ortsgruppe des Naturschutzbunds (NABU) beschlossen, die Kreisstraße während der Hauptamphibienwanderung für den Straßenverkehr nachts zwischen 19:00 Uhr und 06:00 Uhr zu sperren. Diese Maßnahme dient nicht nur dem Schutz der Amphibien, sondern auch der Sicherheit der Autofahrer.

Die Sperrung der K 84 betrifft den Abschnitt zwischen Lahntal-Sterzhausen und der Stadt Wetter. Vorhinweisschilder stehen an der Bundesstraße 62 in Sterzhausen kurz vor dem Abzweig nach Wetter und an der Landesstraße 3381 vor der Einmündung der Kreisstraße oberhalb von Wetter. Die Straße ist in beide Richtungen zusätzlich durch zwei fest installierte Schranken gesperrt. Die Umleitung des Verkehrs erfolgt über die B 62, Goßfelden sowie die L 3381 in Fahrtrichtung Wetter bzw. umgekehrt.

Die nächtliche Sperrung wird voraussichtlich bis zum 15. April 2013 andauern. Entscheidend für den Beginn der Amphibienwanderung ist ein mildes Klima. Die günstigsten Bedingungen für die Wanderungen sind neben Bodentemperaturen über 5 Grad Celsius feuchtes, regnerisches Wetter bei einsetzender Dämmerung. Falls eine längere Kälteperiode die Amphibienwanderung unterbrechen sollte, so wird auch die Straßensperrung für diesen Zeitraum aufgehoben. Sollte der überwiegende Teil der Wanderung vor dem 15. April abgeschlossen sein, wird die Sperrung auch entsprechend früher aufgehoben. Verkehrsteilnehmer werden gebeten, die aufgestellten Vorhinweisschilder und die Mitteilungen in der regionalen Presse hierzu zu beachten.

Nachdem sich die Tiere fortgepflanzt haben, begeben sie sich wieder zurück in das meist weit entfernte Sommerquartier. In der Regel sind die Tiere sehr ortstreu und leben dort bis zum Herbst in einem kleinen Revier. Der Grund für die Wanderlust vieler Amphibienarten liegt darin, dass sie wechselwarme Wirbeltiere sind und als Erwachsene zwar dauerhaft an Land leben könnten, aber bei der Fortpflanzung noch wie ihre Vorfahren, die Fische, ans Wasser gebunden sind. Die Amphibien legen auf ihrem Wanderweg zum Teil Entfernungen von mehreren Kilometern zurück. Oft werden weite Strecken sogar in mehrtägigen Etappen absolviert.

Die bevorstehende Wanderung wird tatkräftig von den Mitgliedern der Naturschutzgruppe Lahntal begleitet. Sie übernehmen den täglichen Auf- und Abbau der Sperreinrichtung. Doch der Aufwand lohnt sich. Es hat sich gezeigt, dass diese seit 1994 durchgeführte Maßnahme nicht nur aus Gründen des Arten- und Biotopschutzes sehr sinn- und wirkungsvoll ist, sondern auch relativ einfach und kostengünstig durchgeführt werden kann. Wenn auf solche Schutzmaßnahmen verzichtet werden würde, wären die Amphibienvorkommen im Landkreis gefährdet. Alleine in Hessen werden jährlich rund eine Millionen Amphibien überfahren.

„Im Namen aller beteiligten Behörden möchten wir die Verkehrsteilnehmer bitten, diese Sperrung zu beachten und die Naturschutzgruppe Lahntal bei ihren täglichen und nächtlichen Einsätzen zu unterstützen. Diese Maßnahme dient nicht nur dem Schutz der Amphibien, sondern auch der Sicherheit der Autofahrer. Wir weisen darauf hin, dass Kontrollen in diesen Sperrbereichen vorgenommen werden. Zusätzlich werden zwei fest installierte Schranken die Sperrung in der Nachtzeit absichern“, erläuterte Landrat Fischbach.
Aufgrund der anstehenden Amphibienwanderung wird die K 84 zwischen Sterzhausen und Wetter nachts gesperrt. Archivfoto: Landkreis
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Aufgrund der anstehenden Amphibienwanderung wird die K 84 zwischen Sterzhausen und Wetter nachts gesperrt. Archivfoto: Landkreis
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