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Landkreis fördert Qualitätsverbesserung des Schulessens – Erste Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung der Schulverpflegung der Gesamtschulen Niederwalgern und Gladenbach liegen vor

(Pressemitteilung Nr. 053/2012 vom 09.02.2012)
Marburg-Biedenkopf – „Für den Landkreis Marburg-Biedenkopf ist die Nachfrage nach einer gesunden und attraktiven Mittagsverpflegung von zunehmender Bedeutung, da immer mehr Schulen in den Ganztagsbetrieb wechseln“, sagte Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern bei einem Pressetermin in der Schulmensa in Niederwalgern. Mit der Hochschule Niederrhein und dem Ernährungswissenschaftler Professor Dr. Volker Peinelt lässt der Landkreis seine neu entwickelten Verpflegungsangebote in den Gesamtschulen Niederwalgern und Gladenbach von Beginn an wissenschaftlich begleiten. Die Ergebnisse dieser Untersuchung dienen hierbei auch als Erfahrungsgrundlage für die Weiterentwicklung der gesamten schulischen Verpflegungsangebote des Landkreises.

Der Kreis geht auch bei der Mittagsverpflegung an der Gesamtschule in Niederwalgern ganz neue Wege: Er setzt das neue Verpflegungskonzept „Cook & Chill“ um. Das bedeutet, dass die Speisen zentral vorgegart und dann schnell heruntergekühlt werden. Nach dem Transport an den Schulstandort wird das Essen dann erwärmt und fertig gegart. Diese Verfahrensweise ist für die Lebensmittel sehr schonend und erhält gesunde Inhaltsstoffe wie Vitamine in dem Essen. Die Speisen sind zudem frei von gentechnisch veränderten Lebensmitteln, die Zutaten stammen aus der Region. Die Schülerinnen und Schüler können jeden Tag zwischen zwei Hauptkomponenten und Beilagen, Salate und Dessert wählen.

Auf der Grundlage der Ergebnisse einer Vorfeldanalyse der Verpflegungssituation an den Schulen des Landkreises durch die Hochschule Niederrhein wurde in Gladenbach und Niederwalgern zum ersten Mal das sogenannte „Cook and Chill“ Verfahren eingesetzt, das in der aktuellen Ernährungsforschung, als eines der besten Verpflegungsverfahren für Schulen gilt. Mit diesem Verfahren können beispielsweise die für die Qualität der Speisen ungünstigen Warmhaltezeiten erheblich reduziert werden.

„Die Ergebnisse der Geschmackstests in Niederwalgern und Gladenbach bestätigen die guten Ergebnisse, den dieses Verpflegungskonzept bisher gezeigt hat. Darüber hinaus werden bei der wissenschaftlichen Begleitung der neuen Verpflegungsangebote auch alle technischen und organisatorischen Details der Speisenerstellung und Herausgabe einer besonders kritischen Analyse unterzogen und Optimierungsempfehlungen entwickelt“, erklärte Prof. Dr. Volker Peinelt bei einem Pressetermin in der Mensa in Niederweimar.

Bei Einhaltung der strengen Qualitätsrichtlinien der Hochschule Niederrhein könne hierdurch auch der gesamte Verlauf des Mensaessens – von der Zubereitung bis zur Herausgabe der Speisen – lückenlos zertifiziert werden. Dabei würde es auch für das Zertifikat des „gesunden Schulessens“ feste Standards geben, die eingehalten werden müssten. Dabei sollte beispielsweise jeden Tag Gemüse sowie wöchentlich ein Fischgericht angeboten werden. Darüber hinaus seien lange Warmhaltezeiten unbedingt auszuschließen, so Prof. Peinelt.

„Die Rückmeldungen der Hochschule zeigen, dass wir auf einem guten Weg beim Angebot eines qualitativ hochwertigen Essens sind. Wichtig ist allerdings auch, dass dies bei den Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften auf breite Akzeptanz stößt und auch angenommen wird“, ergänzte Dr. McGovern zu diesen ersten Auswertungsergebnissen der Hochschule Niederrhein.

Knapp zwei Millionen Euro hatte der Landkreis Marburg-Biedenkopf als Schulträger in die neue Schülermensa an der Gesamtschule Niederwalgern investiert. Das Geld stammte aus dem Sonderinvestitionsprogramm und aus dem Kreishaushalt. Mit dem Neubau will der Kreis nicht nur Energie sparen, sondern auch neue Wege in Sachen Schulverpflegung gehen. Der Neubau wurde im Passivhausstandard ausgeführt. Das Gebäude benötigt wegen der guten Wärmedämmung keine klassische Heizung. Der überwiegende Teil des Wärmebedarfs wird dabei aus passiven Quellen wie Sonneneinstrahlung und Abwärme von Personen und technischen Geräten gedeckt. Gekoppelt ist diese Bauweise mit moderner Energietechnik: Es wurde ein Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung eingebaut, die durch Erdwärme unterstützt wird. Auf dem Dach wurde zudem eine Photovoltaikanlage installiert.
 

  Der Ernährungsexperte Professor Dr. Volker Peinelt von der Hochschule Niederrhein erläutert dem Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Karsten McGovern (li.) die Vorzüge des Zubereitungsverfahrens "Cook and Chill". Professor Peinelt begleitet den Aufbau des neuen Verpflegungssystems an der Gesamtschule Niederwalgern wissenschaftlich.
Der Ernährungsexperte Professor Dr. Volker Peinelt von der Hochschule Niederrhein erläutert dem Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Karsten McGovern (li.) die Vorzüge des Zubereitungsverfahrens "Cook and Chill". Professor Peinelt begleitet den Aufbau des neuen Verpflegungssystems an der Gesamtschule Niederwalgern wissenschaftlich.

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Die Schülerinnen und Schüler können mittags zwischen drei verschiedenen Gerichten wählen.
Die Schülerinnen und Schüler können mittags zwischen drei verschiedenen Gerichten wählen.
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Gesund und lecker: Maultauschen mit eine schmackhaften Tomatensauce, Kartoffeln, Gemüsebeilage und Salat ließen sich viele Schüler schmecken.
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Fotos: Landkreis

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