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Nächtliche Straßensperrung der Kreisstraße K 84 zwischen Sterzhausen und Wetter bis Mitte April wegen Amphibienwanderungen – Maßnahme dient dem Schutz der Amphibien und der Sicherheit der Autofahrer

(Pressemitteilung 53/2014 vom 18.02.2014)

Marburg-Biedenkopf – Jedes Jahr, wenn die Temperaturen wieder milder werden, beginnt die Zeit der Amphibienwanderungen. Diese Zeit steht auch jetzt wieder bevor. Sobald über längere Zeit hinweg Temperaturen über fünf Grad Celsius herrschen, kann mit den Wanderungen der Tiere gerechnet werden. So überqueren zwischen Sterzhausen und Wetter jedes Jahr Molche, Feuersalamander, Gras- und Teichfrösche sowie Erdkröten in großer Zahl die Kreisstraße 14. Sie wandern von den Winterquartieren zu ihren Laichplätzen, unter anderem zwei Forellenteichen unterhalb des Wollenbergs und zwei weiteren Teichen in einem früheren Steinbruch.

Auf ihrem gewohnten Wanderweg geraten die Amphibien immer häufiger in die große Gefahr, eine Straße überqueren zu müssen. Eine Erdkröte benötigt beispielsweise zehn bis zwanzig Minuten, um eine 15 Meter breite Straße zu überqueren. Um die hohe Zahl der Verkehrsopfer unter den Amphibien zumindest in diesem Bereich zu verringern, haben die Gemeinde Lahntal, die Stadt Wetter, die Polizei, die Straßenverkehrsbehörde und die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis Marburg-Biedenkopf in einer Gemeinschaftsaktion mit der Lahntaler Ortsgruppe des Naturschutzbunds (NABU) beschlossen, die Kreisstraße 14 während der Hauptamphibienwanderung für den Straßenverkehr nachts zwischen 19:00 Uhr und 06:00 Uhr zu sperren. Diese nächtliche Sperrung findet frühestens ab dem 22. Februar 2014 statt und wird längstens bis zum 20. April 2014 aufrecht erhalten.

„Diese Straßensperrung dient nicht nur dem Schutz der Amphibien, sondern auch der Sicherheit der Autofahrer. Denn durch überfahrene Amphibien kann die Fahrbahnoberfläche glatt wie Schmierseife werden, was eine erhebliche Gefahr für Autofahrer darstellt“, teilte Landrätin Kirsten Fründt mit.

Die Sperrung der K 84 betrifft den Abschnitt zwischen Lahntal-Sterzhausen und der Stadt Wetter. Vorhinweisschilder stehen an der Bundesstraße 62 in Sterzhausen kurz vor dem Abzweig nach Wetter und an der Landesstraße 3381 vor der Einmündung der Kreisstraße oberhalb von Wetter. Die Straße ist in beide Richtungen zusätzlich durch zwei fest installierte Schranken gesperrt. Die Umleitung des Verkehrs erfolgt über die B 62, Goßfelden sowie die L 3381 in Fahrtrichtung Wetter bzw. umgekehrt.

Entscheidend für den Beginn der Amphibienwanderung ist ein mildes Klima. Die günstigsten Bedingungen für die Wanderungen sind neben Bodentemperaturen über 5 Grad Celsius feuchtes, regnerisches Wetter bei einsetzender Dämmerung. Falls eine längere Kälteperiode die Amphibienwanderung unterbrechen sollte, so wird auch die Straßensperrung für diesen Zeitraum aufgehoben. Sollte der überwiegende Teil der Wanderung vor dem 20. April abgeschlossen sein, wird die Sperrung auch entsprechend früher aufgehoben. Verkehrsteilnehmer werden gebeten, die aufgestellten Vorhinweisschilder und die Mitteilungen in der regionalen Presse hierzu zu beachten.

Nachdem sich die Tiere fortgepflanzt haben, begeben sie sich wieder zurück in das meist weit entfernte Sommerquartier. In der Regel sind die Tiere sehr ortstreu und leben dort bis zum Herbst in einem kleinen Revier. Der Grund für die Wanderlust vieler Amphibienarten liegt darin, dass sie wechselwarme Wirbeltiere sind und als Erwachsene zwar dauerhaft an Land leben könnten, aber bei der Fortpflanzung noch wie ihre Vorfahren, die Fische, ans Wasser gebunden sind. Die Amphibien legen auf ihrem Wanderweg zum Teil Entfernungen von mehreren Kilometern zurück. Oft werden weite Strecken sogar in mehrtägigen Etappen absolviert.

„Die bevorstehende Wanderung wird tatkräftig von den Mitgliedern der Lahntaler Gruppe des Naturschutzbundes begleitet. Sie übernehmen ehrenamtlich den täglichen Auf- und Abbau der Sperreinrichtung“, stellte die Landrätin anerkennend fest. Und der Aufwand lohne sich: Es habe sich gezeigt, dass die seit 1994 durchgeführte Sperrung der Straße nicht nur aus Gründen des Arten- und Biotopschutzes sehr sinn- und wirkungsvoll ist. Sie könne auch relativ einfach und kostengünstig umgesetzt werden.

„Im Namen aller beteiligten Behörden möchten wir die Verkehrsteilnehmer bitten, diese Sperrung zu beachten und die Naturschutzgruppe Lahntal bei ihren täglichen und nächtlichen Einsätzen zu unterstützen. Wir weisen darauf hin, dass in diesen Sperrbereichen Kontrollen stattfinden werden. Zusätzlich werden zwei fest installierte Schranken die Sperrung in der Nachtzeit absichern“, erläuterte Landrätin Kirsten Fründt.

Eine Kröte auf der Wanderung. (Foto: Stephan Schienbein/Landkreis Marburg-Biedenkopf)


Eine Kröte benötigt bis zu 20 Minuten, um eine Straße zu überqueren. Um die Tiere bei ihrer Wanderung zu schützen, wird die Kreisstraße zwischen Wetter und Sterzhausen in den Nachtstunden gesperrt.

Mit dieser Schranke wird die Straßensperrung während der Nachtstunden abgesichert. Mitglieder der Lahntaler Ortsgruppe des NABU sorgen ehrenamtlich dafür, dass die Schranke abends geschlossen und morgens wieder geöffnet wird.   (Foto: Stephan Schienbein/Landkreis Marburg-Biedenkopf)


Mit dieser Schranke wird die Straßensperrung während der Nachtstunden abgesichert. Mitglieder der Lahntaler Ortsgruppe des NABU sorgen ehrenamtlich dafür, dass die Schranke abends geschlossen und morgens wieder geöffnet wird.
 
(Fotos: Stephan Schienbein/Landkreis Marburg-Biedenkopf)
 

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