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Winterwetter lässt Tiere auf der Weide meistens kalt – Kreis gibt Tipps zur Freilandhaltung in der kalten Jahreszeit

(Pressemitteilung Nr. 50/2012 vom 07.02.2012)
Marburg-Biedenkopf – Im Winter gehen immer wieder Anfragen besorgter Bürgerinnen und Bürger bei den Behörden ein, in denen die ganzjährige Freilandhaltung von Rindern, Pferden und Schafen bemängelt wird. Gerade wenn die Temperaturen extreme Minusgrade erreichen oder aber bei nasskaltem Wetter, bei dem man sprichwörtlich „keinen Hund vor die Tür jagt“, empfindet man als Mensch seine Umgebung als extrem ungastlich. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf mit den Fachbereichen Bauen, Wasser und Naturschutz sowie Ländlicher Raum, Veterinärwesen und Verbraucherschutz antworten auf die Frage, wie Rinder, Pferde und andere Weidetiere mit dem Wetter zurecht kommen.

Obwohl die ganzjährige Freilandhaltung von Weidetieren in Deutschland keine traditionelle Art der Bewirtschaftung ist, kommt sie doch der natürlichen Lebensweise der Tierarten am nächsten. Bei Freilandhaltung entwickeln zum Beispiel Rinder und Pferde ein sehr dichtes und gut isolierendes Winterfell, das sie gegen Temperaturen bis unter minus 20 Grad schützt. Eisige Temperaturen, die wir Menschen als unangenehm und frostig kalt empfinden, stellen für Weidetiere kein größeres Problem dar. Sie sind in der Lage insbesondere trockenem Frost oder Schnee zu trotzen ohne gesundheitliche Schäden davonzutragen. Ein Indiz hierfür sind zum Beispiel schneebedeckte Rinder, Pferde oder Schafe auf einer Weide. Würde deren Wärmeisolierung nicht funktionieren, wäre der Schnee geschmolzen und das Fell durchnässt.

Bei der Beweidung von feuchten Standorten, wie Bach- oder Flussauen und den angrenzenden Feuchtwiesen, kommt es regelmäßig, speziell in der Nähe von Futterstellen und Tränken, zu Trittschäden, die immer wieder Anlass zu Beschwerden geben. Zu einem Problem für die Tiere werden diese nassen Flächen dann, wenn keine Möglichkeit besteht, in trockenere Bereiche auszuweichen. Durch die Anlage von Strohmatten auf höher gelegenem Gelände können den Tieren trockene Ruheplätze angeboten werden. Wenn einzelne Tiere dennoch immer wieder gezielt Wasserflächen aufsuchen, so tun sie dies aus eigenem Antrieb.

Einer ganzjährigen Freilandhaltung von Weidetieren steht auch aus Sicht des Tierschutzes nichts entgegen, solange bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

• Entscheidend ist, dass die Tiere ausreichend Futter und Wasser haben, um ihren im Winter erhöhten Energiebedarf zu decken. Sollte die Fläche (bei extremem Frost oder dauerhaft geschlossener Schneedecke) nicht mehr ausreichend Futter bieten, muss eine Zufütterung in ausreichender Menge und Qualität erfolgen (zum Beispiel mit Heu). Ebenso wichtig ist es, dass den Tieren jederzeit, mindestens jedoch einmal täglich Trinkwasser bis zur Sättigung zur Verfügung gestellt wird. Dies gilt insbesondere für Muttertiere mit säugenden Lämmern und Kälbern, hier ist mindestens zweimal täglich Trinkwasser bereitzustellen. Eine tägliche Kontrolle der Weideflächen ist vorgeschrieben.
• Sowohl Rinder, Schafe mit Lämmern oder Ziegen als auch Pferde, die auf der Weide gehalten werden, benötigen einen Witterungsschutz. Dieser kann aus natürlichen Elementen oder künstlichen Einrichtungen bestehen. Ein kalter Boden erhöht die Wärmeabgabe in der Ruhelage der Tiere. In der kalten Jahreszeit muss daher allen Tieren ein trockener windgeschützter Liegeplatz zur Verfügung stehen.
Natürlicher Witterungsschutz ist in den Wintermonaten selten gegeben. Laubbäume ohne Blätter bieten keinen wirksamen Schutz. Bei andauernder Kälte, Schnee oder Regen können daher in der Regel nur Unterstände ausreichende Schutzmöglichkeiten gewähren. Der Witterungsschutz muss so bemessen sein, dass er allen Tieren gleichzeitig eine trockene Liegefläche zur Verfügung stellt. Der Unterstand muss an drei Seiten nach den Hauptwindrichtungen geschlossen, um ausreichenden Schutz vor kaltem Wind zu gewährleisten, und immer ausreichend trocken eingestreut sein. Auch die Weidehaltung von Schweinen ist möglich. Wegen ihres nur schwach ausgeprägten Haarkleides bestehen jedoch höhere Anforderungen an den Witterungsschutz.
• Die Tiere sollten die Möglichkeit haben, sich langsam an die sinkenden Temperaturen zu gewöhnen. Gerade im Winter sollte verstärkt darauf geachtet werden, dass die Tiere über die nötige körperliche Fitness verfügen, um auch extreme winterliche Wetterlagen im Freien unbeschadet zu überstehen. Die Tiere müssen sich frei auf einer angemessen großen Fläche bewegen können. Speziell bei Pferden ist darauf zu achten, dass sie auf der Winterweide keine Hufeisen tragen, in denen sich Schnee und Eis festsetzen könnten.

Auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf dient die ganzjährige Freilandhaltung der Pflege und dem Erhalt: Zahlreiche schutzwürdige Gebiete sind nur mit Hilfe dieser Bewirtschaftungsweise dauerhaft und kostengünstig zu schützen und zu entwickeln. Wie in allen Berufsgruppen gibt es natürlich auch unter Tierhaltern schwarze Schafe, die ihre Tiere vernachlässigen und gegen die man bei Bedarf vorgehen wird. Bei aller notwendigen Verantwortung und Fürsorgepflicht des Tierhalters ist aber eine zu stark vermenschlichte Sichtweise meist nicht angebracht.
 

  Obwohl die ganzjährige Freilandhaltung von Weidetieren in Deutschland keine traditionelle Art der Bewirtschaftung ist, kommt sie doch der natürlichen Lebensweise der Tierarten am nächsten. Bei Freilandhaltung entwickeln zum Beispiel Rinder und Pferde ein sehr dichtes und gut isolierendes Winterfell, das sie gegen Temperaturen bis unter minus 20 Grad schützt.

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Obwohl die ganzjährige Freilandhaltung von Weidetieren in Deutschland keine traditionelle Art der Bewirtschaftung ist, kommt sie doch der natürlichen Lebensweise der Tierarten am nächsten. Bei Freilandhaltung entwickeln zum Beispiel Rinder und Pferde ein sehr dichtes und gut isolierendes Winterfell, das sie gegen Temperaturen bis unter minus 20 Grad schützt.Download Druckversion

Obwohl die ganzjährige Freilandhaltung von Weidetieren in Deutschland keine traditionelle Art der Bewirtschaftung ist, kommt sie doch der natürlichen Lebensweise der Tierarten am nächsten. Bei Freilandhaltung entwickeln zum Beispiel Rinder und Pferde ein sehr dichtes und gut isolierendes Winterfell, das sie gegen Temperaturen bis unter minus 20 Grad schützt.
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Obwohl die ganzjährige Freilandhaltung von Weidetieren in Deutschland keine traditionelle Art der Bewirtschaftung ist, kommt sie doch der natürlichen Lebensweise der Tierarten am nächsten. Bei Freilandhaltung entwickeln zum Beispiel Rinder und Pferde ein sehr dichtes und gut isolierendes Winterfell, das sie gegen Temperaturen bis unter minus 20 Grad schützt.
Fotos: Landkreis

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