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Tipps der Naturschutzbehörde: Vögel richtig füttern – Richtiger Futter-Mix hilft gefiederten Freunden Energie für frostige Tage zu tanken

(Pressemitteilung Nr. 049/2012 vom 07.02.2012)
Marburg-Biedenkopf – Bei vielen Menschen ist das Füttern von Vögeln zur Winterzeit sehr beliebt. Die Tiere lassen sich an den Futterstellen aus nächster Nähe beobachten, so dass den Menschen – und dabei vor allem Kindern und Jugendlichen – ein besonderes Naturerlebnis geboten werden kann. Um den Nutzen der Fütterung für die heimischen Vögel auch zu sichern, weist der Landkreis Marburg-Biedenkopf mit der beim Fachbereich Bauen, Wasser und Naturschutz angesiedelten Unteren Naturschutzbehörde (UNB) auf einige Punkte hin.

Grundsätzlich gilt, dass die herkömmlichen Futtermischungen oft kaum den vielfältigen Ansprüchen unserer heimischen Vogelwelt gerecht werden, erläutern die Fachleute der Unteren Naturschutzbehörde. Deshalb sei selbst hergestelltes Futter ein besonderer Genuss für heimische Vögel. Man kann Futtermischungen zusammenstellen, die von einer größeren Gruppe von Vögeln in Notzeiten gerne angenommen wird, so die Fachleute der UNB weiter.

Sie geben hierzu einige Tipps:
Körner-Mix für Körnerfresser wie Finken, Sperlinge und Ammern mischt man zu etwa zwei Dritteln aus Sonnenblumenkernen und zu einem Viertel aus Hanfsaat. Der Rest kann aus Haferflocken, gehackten Nüssen und kleineren Sämereien bestehen.

Für die Weichfutterfresser (wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Amseln oder Zaunkönig) und Allesfresser (wie Meisen, Spechte und Kleiber) eignen sich Fett-Körner-Mischungen wie Meisenknödel und Ringe. Diese lassen sich im Handel kaufen oder auch selbst herstellen. Auch Rosinen, Obst, Haferflocken und Kleie eignen sich für Weichfutterfresser. Keinesfalls sollte man jedoch salzige Nahrung wie Speck oder Salzkartoffeln anbieten. Brot ist ebenfalls nicht geeignet, da es im Magen der Vögel aufquillt, warnt die UNB.

Am besten beginnt man mit der Fütterung erst bei Frost oder Schnee, da die Vögel nur dann wenig Futter finden und trotzdem viel Energie verbrauchen, um ihre Körpertemperatur gegen die Kälte aufrecht zu erhalten. Hat man erst einmal mit der Fütterung begonnen, sollte sie anschließend regelmäßig erfolgen.

Es sollte ein Futterspender gewählt werden, bei dem die Tiere nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot verschmutzen. So kann die Übertragung und Ausbreitung von Krankheitserregern minimiert werden, raten die Fachleute. Sie empfehlen, den Futterspender mit genügend Abstand zu Glasscheiben an einer übersichtlichen Stelle zu platzieren, so dass sich auch keine Katzen oder andere Fressfeinde anschleichen können. Das Futterhäuschen sollte regelmäßig mit heißem Wasser gereinigt werden und täglich nur mit wenig Futter nachgelegt werden. Beim Reinigen sollten aus hygienischen Gründen Handschuhe getragen werden.

Bei Verwendung fertiger Futtermischung aus dem Handel empfiehlt es sich, möglichst großkörniges Sonnenblumensamen-Vogelfutter zu verwenden, das frei von Beifuß-Ambrosia-Samen ist, denn die Samen der Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisifolia) werden unter anderem über Vogelfutter verbreitet. Ursprünglich aus Nordamerika eingeschleppt breitet sich die Beifuß-Ambrosie jetzt auch in Deutschland weiter aus. Die Pollen der Pflanze können starke Allergien hervorrufen.

Rezeptvorschlag zum Selbstherstellen von Vogelfutter für Weichfutterfresser:
Grundstoff für Meisenknödel oder Ringe ist ungesalzener Rinder- oder Hammeltalg, der nicht allzu sehr erhitzt wird. Dann wird etwa die doppelte Menge Körner-Mix hinzu gegeben. Für die Weichfutterfresser wird ein Mix aus Talg, Weizenkleie, Beeren und Haferflocken im Verhältnis 1:1 gemischt. Ein Schuss Speiseöl verhindert, dass das Fett zu hart wird und bröckelt. Das erkaltete Gemisch kann man dann zu Knödeln oder Ringen formen oder in geeignete Fettfutter-Spender (z.B. Blumentöpfe) füllen.
 

 
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