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In Indien interessiert man sich für das KreisJobCenter – KreisJobCenter Marburg-Biedenkopf als gutes Beispiel im indischen Bengaluru vorgestellt

(Pressemitteilung 49/2014 vom 14.02.2014)

Marburg-Biedenkopf – Für vier Tage  vom 10. bis zum 13.2.2014 hat in der Neun-Millionen-Metropole Bengaluru (früher Bangalore) im südindischen Bundesstaat Karnataka eine Konferenz über sogenannte “Single Window Services” stattgefunden, bei der es thematisch um Anlaufstellen für verschiedene Sozialleistungen ging. Die vom Arbeitsministerium der Regierung von Karnataka gemeinsam mit der deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführte Veranstaltung resümierte weltweite Erfahrungen mit Einrichtungen, die Sozialleistungen gebündelt an hilfebedürftige Menschen bringen.

Im Bundesstaat Karnataka mit seinen 60 Millionen Einwohnern hat die GIZ im Auftrag der dortigen Regierung Anlaufstellen nach dem Prinzip der „Single Window Services“ aufgebaut, die sich speziell an die in Indien sehr große Gruppe von nicht festangestellten Arbeiterinnen und Arbeitern richten. Diese machen sogar mehr als 90 Prozent der Arbeitskräfte aus. Neben den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Indien und Deutschland waren Gäste aus Indonesien, Tadschikistan, Thailand, Schweiz, USA und Vietnam vertreten.

Wegen den positiven Ergebnisse und des integrierten Fallmanagements des KreisJobCenters (KJC) ist auch der Landkreis Marburg-Biedenkopf eingeladen worden. Bereits im letzten Jahr war eine indische Delegation bei uns zu Besuch. Der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern und die Leiterin des KJC, Andrea Martin, haben daher an der Konferenz in Indien teilgenommen und über die Arbeit des KJC und die Koordination der sozialen Leistungen und Hilfen aus verschiedenen Fachbereichen sowie mit Dritten berichtet.

Dr. McGovern konnte in seinem Beitrag an der Konferenz einen Überblick über die Arbeit des KJC geben und stellte insbesondere heraus, dass der bei uns umgesetzte Ansatz seine Wirkung vor allem wegen der Umsetzung auf lokaler Ebene entfalten konnte. Die guten Arbeitsmarktdaten und die vorderen Plätze in den offiziellen Vergleichen, so seine These, waren aber auch nur möglich durch gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter und eine gute Kooperation mit anderen Fachbereichen des Landkreises, Beratungsstellen und freien Trägern.

Eine wichtige Erkenntnis der Konferenz war, dass viele Länder mit zersplitterten staatlichen Hilfs- und sozialen Sicherungssystemen zu tun haben, die häufig ihre Wirkung nicht entfalten. „Social Window Services“ bieten daher einen guten organisatorischen Ansatz, um dieses Problem zu lösen. Im indischen Bundesstaat Karnataka gibt es etwa bereits 40 verschiedene Unterstützungsleistungen für unorganisierte Arbeiterinnen und Arbeiter und ihre Familien, wie etwa die Übernahme von Schulgeld, Pensionszahlungen und Krankenversicherung. Durch die mit deutscher Hilfe eingeführten Anlaufstellen, die auch Selbsthilfestrukturen fördern, konnte deutlich mehr von dem zur Verfügung stehenden Geld die Empfänger erreichen.

Zum Abschluss der Konferenz war es daher erfreulich, dass der Arbeitsminister des Bundesstaates Karnataka bekräftigte, die Anlaufstellen nach dem Prinzip der SWS nach Auslaufen der Kooperation mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit in diesem Frühjahr im ganzen Bundesstaat einzuführen.

Ein Vertreter des Arbeitsministeriums von Karnataka hatte vor Ort darauf hingewiesen, dass ihn das Beispiel des KJC Marburg-Biedenkopf sehr beeindruckt habe.  „Die Konferenz hat aber auch für uns viele Anregungen gebracht, beispielsweise wie Leistungen noch besser bedürftige Menschen erreichen können“, resümierte Dr. McGovern. So wurde auf die Bedeutung adressatenbezogener Darstellungen der angebotenen Leistungen hingewiesen, die bei der Umsetzung des Bildungs- und Teilhabepaketes eine Rolle spielen könnten.

Präsentation der Tagung in Bengaluru als PDF-Datei, bitte klicken Sie hier.


Dr. Karsten McGovern ( Bildmitte) mit einer Teilgruppe der Teilnehmer der Konferenz  (zusammen mit Beratern in roten Hemden)  vor einer der Anlaufstellen für unorganisierte Arbeitskräfte. Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf

Dr. Karsten McGovern (Bildmitte) mit einer Teilgruppe der Teilnehmer der Konferenz  (zusammen mit Beratern in roten Hemden)  vor einer der Anlaufstellen für unorganisierte Arbeitskräfte.

Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf

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