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Schranken sichern jetzt die Fortpflanzung: Freie Bahn für Kröten und Molche – Nächtliche Straßensperrung zwischen Ronhausen und Argenstein

(Pressemitteilung 048/2016 vom 09.02.2016)

Marburg-Biedenkopf – Sobald auch die nächtlichen Temperaturen milder werden, beginnt meist ab Mitte Februar die alljährliche Laichwanderung der Amphibien: Molche und Erdkröten verlassen ihre Winterquartiere, die häufig im Wald liegen, und machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Problematisch wird dies, wenn sie auf ihrem Weg Straßen kreuzen müssen. Deshalb werden zu Beginn des Frühjahrs einige Straßen nachts gesperrt.

In der Vergangenheit kam es in dem Abschnitt der ehemaligen Kreisstraße 42 zwischen dem Marburger Stadtteil Ronhausen und dem Weimarer Ortsteil Argenstein immer wieder zu zahlreichen Verkehrsopfern: Bis zu 60 totgefahrene Amphibien wurden in Wandernächten mit günstigen Witterungsbedingungen auf nur 600 Metern Fahrbahnlänge gezählt. „Gerade während der Frühjahrswanderung kann die ständige Dezimierung von laichbereiten Tieren dramatische Auswirkungen haben, die bis zum Zusammenbruch der örtlichen Population führen können“, stellten die Fachleute von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises fest.

Kröten und Molche sind besonders geschützte Arten nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Gründe für ihren allgemeinen Rückgang in der Landschaft sind neben dem Straßenverkehr der direkte Verlust von Lebensstätten wie Teichen, natürlichen Ufern und Ufervegetation.

Bereits im vergangenen Jahr wurde die ehemalige Kreisstraße zwischen Ronhausen und Argenstein für etwa sechs Wochen zwischen 19:00 Uhr abends und 6.00 Uhr morgens zunächst nur durch Sperrschilder gesperrt. In diesem Jahr schützen zusätzlich Schranken die Frühjahrswanderung der Amphibien. Die Schranken sollen den Amphibien ein gefahrloses Überqueren der Straße ermöglichen. „Wir haben dieses Vorgehen zwischen dem Landkreis, der Universitätsstadt Marburg und der Gemeinde Weimar abgestimmt und uns gemeinsam auf diese Lösung verständigt“, sagten der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow und Marburgs Bürgermeister Dr. Franz Kahle. „Die Befürchtung, dass sich einige Autofahrer nicht an die Beschilderung halten könnten, hat sich leider bestätigt. Stichprobenartige Kontrollen haben ergeben, dass auch zu den gesperrten Zeiten immer wieder Autofahrer widerrechtlich die Straßenverbindung nutzten“, ergänzte Weimars Bürgermeister Peter Eidam. Die Sperrung der Straße mit den beiden Schranken sei daher ein wichtiger Beitrag zum Naturschutz.

Gekostet haben die beiden Schranken insgesamt rund 2.200 Euro, die Kosten tragen der Landkreis und die Universitätsstadt Marburg. Für das tägliche Öffnen und Schließen der Schranken können die Verantwortlichen auf das bürgerschaftliche Engagement von Anwohnern zählen: Brigitte Dietz, die in der Nehe-Mühle wohnt, übernimmt diese Aufgabe ehrenamtlich.

Die nächtliche Sperrung der Straße wird voraussichtlich zwischen Mitte Februar und Mitte April stattfinden. Entsprechende Hinweisschilder werden die Verkehrsteilnehmenden auf die Sperrung hinweisen.

Meist beschränkt sich die Hauptwanderzeit auf etwa sechs Wochen. Entscheidend hierfür ist das Wetter: Eine milde, feuchte Witterung mit Bodentemperaturen über 5 Grad Celsius sind optimal für die Wanderung. Bei längeren Kälteperioden kann die nächtliche Sperrung hingegen auch vorübergehend ausgesetzt werden. Sollte die Hauptphase der Krötenwanderung bereits vor Mittel April beendet sein, wird die Sperrung entsprechend früher aufgehoben. Dies wird in der regionalen Presse bekannt gemacht. Informationen haben zudem die Ortsvorsteher sowie die zuständigen Sachbearbeiter bei den Unteren Naturschutzbehörden. Für den Landkreis: Frau Fett, Telefon: 06421 405-1393, Frau Langer, Telefon: 06421 405-1395; für die Stadt Marburg: Frau Simon, Telefon: 06421 201-1709, Herr Bork, 06421 201-1708.

Sobald es zu Beginn des Frühjahres milder wird, machen sich die Erdkröten nachts auf den Weg aus ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern. Wenn sie dabei Straßen überqueren müssen, bezahlen viele Tiere den biologischen Drang zur Vermehrung mit dem Leben. (Foto: Landkreis)

Sobald es zu Beginn des Frühjahres milder wird, machen sich die Erdkröten nachts auf den Weg aus ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern. Wenn sie dabei Straßen überqueren müssen, bezahlen viele Tiere den biologischen Drang zur Vermehrung mit dem Leben.

Auch Molche sind besonders geschützte Arten nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Gründe für ihren allgemeinen Rückgang in der Landschaft sind neben dem Straßenverkehr der direkte Verlust von Lebensstätten wie Teichen, natürlichen Ufern und Ufervegetation. (Foto: Landkreis)

Auch Molche sind besonders geschützte Arten nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Gründe für ihren allgemeinen Rückgang in der Landschaft sind neben dem Straßenverkehr der direkte Verlust von Lebensstätten wie Teichen, natürlichen Ufern und Ufervegetation.

Der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow (v. li.), Weimars Bürgermeister Peter Eidam, Marburgs Bürgermeister Dr. Franz Kahle und Reinhold Katzer, der sich seit vielen Jahren für den Natur- und Artenschutz einsetzt, stellten eine der neuen Schranken zwischen Ronhausen und Argenstein vor. Mit den Schranken wird die ehemalige Kreisstraße demnächst in den Nachtstunden gesperrt, um die Wanderung der Amphibien abzusichern.  (Foto: Landkreis)

Der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow (v. li.), Weimars Bürgermeister Peter Eidam, Marburgs Bürgermeister Dr. Franz Kahle und Reinhold Katzer, der sich seit vielen Jahren für den Natur- und Artenschutz einsetzt, stellten eine der neuen Schranken zwischen Ronhausen und Argenstein vor. Mit den Schranken wird die ehemalige Kreisstraße demnächst in den Nachtstunden gesperrt, um die Wanderung der Amphibien abzusichern.


Fotos: Landkreis Marburg-Biedenkopf

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