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Kontrollmessung ergibt auch im Grundschulgebäude in Breidenbach leicht erhöhte PCB-Werte – Kreis sucht nach der Quelle der Belastung und führt wirksame Maßnahmen zur Senkung der Schafstoffbelastung durch

(Pressemitteilung 043/2014 vom 11.02.2014)

Marburg-Biedenkopf – Nachdem im Hauptgebäude der Mittelpunktschule Breidenbach bei einer Routineuntersuchung erhöhte Werte von polychlorierten Biphenylen (PCB) nachgewiesen wurden, veranlasste der Landkreis Marburg-Biedenkopf als Schulträger auch im benachbarten Grundschulgebäude eine Kontrollmessung. Diese Messung hat ebenfalls leicht erhöhte Werte ergeben. Die Werte im Gebäude der Grundschule und in den Räumen der Betreuung liegen allerdings deutlich unter den Werten im Hauptgebäude.

„Die jetzt festgestellten Werte liegen in den meisten Fällen unter der als tolerabel genannten Grenze der PCB-Richtlinie. Lediglich in vier Räumen ist dieser Wert geringfügig überschritten worden. Die Suche nach der Ursache für die erhöhten PCB-Werte im Grundschulgebäude läuft. Sobald die PCB-Quellen ermittelt sind, werden sie beseitigt werden. Damit die Werte bis dahin auf niedrigem Niveau bleiben oder weiter gesenkt werden können, werden die für das Hauptgebäude veranlassten Maßnahmen wie intensive Reinigung, Belüftung oder das Beseitigen von Staubfängern auch im Grundschulgebäude und in den Räumen der Betreuung konsequent angewendet. Maßstab für alle Maßnahmen ist die PCB-Richtlinie des Landes Hessen, die bundesweit als eine der strengsten Vorgaben in diesem Bereich gilt.“, teilte Schuldezernent Dr. Karsten McGovern am Dienstag mit.

Der Fachbereich Gesundheit („Gesundheitsamt“) des Landkreises Marburg-Biedenkopf sowie externe und unabhängige Experten des Hygiene-Instituts der Justus-Liebig-Universität Gießen sind bei den bisher durchgeführten und den noch geplanten Schritten eingebunden.

Der Schadstoff reichert sich vor allem im Staub an. Daher können PCB-Belastungen bereits durch eine intensive Reinigung, die Beseitigung von Staub und eine gute Lüftung wirkungsvoll gesenkt werden. Polychlorierte Biphenyle (PCB), die früher unter anderem als Weichmacher und Flammschutzmittel in Baustoffen eingesetzt wurden, sind künstlich hergestellte chemische Substanzen, die überall in der natürlichen Umgebung vorkommen. PCB werden vom Menschen hauptsächlich über die Nahrung aufgenommen und können in größeren Mengen gesundheitsschädlich sein.

„Durch die bereits ergriffenen Maßnahmen im Hauptgebäude der Mittelpunktschule konnten die Messwerte stabilisiert und gesenkt werden. Lediglich in einem Klassenraum zeigten die eingeleiteten Schritte nicht den gewünschten Effekt. Dieser Klassenraum wird jetzt bis zur Sanierung geschlossen, um kein Risiko einzugehen“, informierte Dr. McGovern. Zudem würden die an der Decke eines Flures angebrachten Deckenplatten, die eine Ursache der erhöhten PCB-Werte darstellen, bis zur Sanierung mit Folie vorübergehend abgedichtet.

Die Sanierungsarbeiten können nach derzeitigem Plan nach den Osterferien beginnen. Um Klassen auszulagern, wurden – wie angekündigt – acht Klassenraumcontainer bestellt, die auf dem Schulgelände aufgestellt werden.

Zwar wird von Experten darauf hingewiesen, dass es bisher keine Hinweise auf schädigende Wirkungen bei Personen gibt, die PCB im Innenraum ausgesetzt waren. Gleichwohl bietet der Landkreis Marburg-Biedenkopf den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Betreuung ein so genanntes Bio-Human-Monitoring an, bei dem durch eine Blutprobe Auffälligkeiten in der PCB Belastung festgestellt werden können.

Stichwort PCB:

Die polychlorierten Biphenyle (PCB) gehören chemisch zur Gruppe der chlorierten aromatischen Kohlenwasserstoffe. Ausgangsverbindung ist das Biphenyl, also zwei miteinander verbundene Phenylringe, an denen wiederum bis zu zehn Chloratome angeordnet sein können. Je nach Anzahl der Chloratome, die mit den Phenylringen verbunden sind, können mehr als 200 verschiedene Verbindungen entstehen. Die PCB wurden ab Mitte der 1950er Jahre in einer Vielzahl von Produkten in geschlossenen und offenen Anwendungen eingesetzt. Zu den geschlossen Anwendungen etwa gehört der Einsatz als Kühl- und Isolierflüssigkeit in Transformatoren und Kondensatoren oder als Hydrauliköl. In offenen Anwendungen fanden PCB Verwendung als Weichmacher in Kunststoffen und als Flammschutzmittel, beispielsweise in Fugendichtmassen, Anstrichen und Beschichtungen, Klebstoffen, Deckenplatten oder Kabelummantelungen. Seit 1983 werden PCB in Deutschland nicht mehr hergestellt.

Stichwort PCB-Richtlinie:

Die PCB-Richtlinie des Landes Hessen sieht vor, dass für stark belastete Bereiche („Interventionswert“: mehr als 3000 ng/m3) neben den Sofortmaßnahmen wie Belüftung und Reinigung ein Sanierungsplan erstellt und die Sanierung baldmöglichst durchgeführt werden muss. Außerdem sind weitere Kontrollanalysen erforderlich. Wenn sich durch die Sofortmaßnahmen die Messwerte nicht innerhalb von drei Monaten auf unter 3000 ng/m3 senken lassen, sollten die betroffenen Räume geschlossen werden.

In Räumen mit einer problematischen Belastung (PCB-Konzentration 300 bis 3000 ng/m3) fordert das Land eine intensive Suche nach der Quelle der Belastung sowie regelmäßige gründliche Reinigung und verstärktes Lüften der Räume. Wenn die Quelle der Belastung erkannt ist, soll auch hier eine Sanierung erfolgen.

Wenn die PCB-Konzentration im tolerablen Bereich liegt („Vorsorgewert“ – weniger als 300 ng/m3), sind nach der Richtlinie das regelmäßige Aufnehmen von Staub, an den sich die Substanz bindet, sowie regelmäßiges Lüften ausreichend.

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