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Amphibienwanderungen führen zur nächtlichen Straßensperrung der Kreisstraße 84 zwischen Sterzhausen und Wetter bis circa 18.4.2010 - Die Maßnahme dient sowohl dem Schutz der Amphibien als auch der Sicherheit der Autofahrer

(Pressemitteilung Nr. 042/2011 vom 11.02.2011)
Marburg-Biedenkopf – „Jedes Jahr, wenn die Temperaturen wieder milder werden, beginnt die Zeit der Amphibienwanderungen. Sobald über längere Zeit hinweg wieder Temperaturen über fünf Grad Celsius herrschen, kann mit den Wanderungen der Tiere gerechnet werden“, erläuterte Landrat Robert Fischbach in der Kreisverwaltung. So überqueren zwischen Sterzhausen und Wetter jedes Jahr Molche, Feuersalamander, Gras- und Teichfrösche sowie Erdkröten in großer Zahl die Kreisstraße. Sie wandern von den Winterquartieren zu ihren Laichplätzen, unter anderem zwei Forellenteichen unterhalb des Wollenbergs und zwei weiteren Teichen in einem früheren Steinbruch.

Nachdem sich die Tiere fortgepflanzt haben, begeben sie sich wieder zurück in das meist weit entfernte Sommerquartier. In der Regel sind die Tiere sehr ortstreu und leben dort bis zum Herbst in einem kleinen Revier. Der Grund für die Wanderlust vieler Amphibienarten liegt darin, dass sie wechselwarme Wirbeltiere sind und als Erwachsene zwar dauerhaft an Land leben könnten, aber hinsichtlich der Fortpflanzung noch wie ihre Vorfahren, die Fische, ans Wasser gebunden sind. Die Amphibien legen auf ihrem Wanderweg zum Teil Entfernungen von mehreren Kilometern zurück, die Erdkröte, beispielsweise, bis zu 2.200 Meter. Nicht selten werden weite Strecken in sogar mehrtägigen Etappen absolviert.

Auf ihrem gewohnten Wanderweg geraten die Amphibien immer häufiger in die große Gefahr, eine Straße überqueren zu müssen. Eine Erdkröte benötigt beispielsweise zehn bis zwanzig Minuten, um eine 15 Meter breite Straße zu überqueren. Um die hohe Zahl der Verkehrsopfer unter den Amphibien zumindest in diesem Bereich zu verringern, haben die Gemeinde Lahntal, die Stadt Wetter, die Polizei und die Kreisverwaltung mit ihrer Straßenverkehrsbehörde und ihrer Unteren Naturschutzbehörde in einer Gemeinschaftsaktion mit der Lahntaler Ortsgruppe des Naturschutzbunds (NABU) beschlossen, die Kreisstraße während der Hauptamphibienwanderung für den Straßenverkehr nächtlich zwischen 19 Uhr und 6 Uhr zu sperren.

„Im Namen aller beteiligten Behörden sowie die Polizei möchten wir die Verkehrsteilnehmer bitten, diese Sperrung zu beachten und die Naturschutzgruppe Lahntal bei ihren täglichen und nächtlichen Einsätzen zu unterstützen. Diese Maßnahme dient nicht nur dem Schutz der Amphibien, sondern auch der Sicherheit der Autofahrer. Wir weisen darauf hin, dass Kontrollen in diesen Sperrbereichen vorgenommen werden. Zusätzlich werden zwei fest installierte Schranken die Sperrung in der Nachtzeit absichern“, erläuterte Landrat Fischbach, der sich auch ausdrücklich bei allen Beteiligten für deren Engagement bedankte.

Die Sperrung der K 84 betrifft den Abschnitt zwischen Lahntal-Sterzhausen und der Stadt Wetter. Vorhinweisschilder stehen an der Bundesstraße 62 in Sterzhausen kurz vor dem Abzweig nach Wetter und an der Landesstraße 3381 vor der Einmündung der Kreisstraße oberhalb von Wetter. Die Straße ist in beide Richtungen zusätzlich durch zwei fest installierte Schranken gesperrt. Die Umleitung des Verkehrs erfolgt über die B 62, Goßfelden sowie die L 3381 in Fahrtrichtung Wetter bzw. umgekehrt.

Die Sperrung wird voraussichtlich bis zum 18.04.2010 andauern. Entscheidend für den Beginn der Amphibienwanderung ist, wie eingangs schon erwähnt, ein mildes Klima. Die günstigsten Bedingungen für die Wanderungen sind neben Bodentemperaturen über 5 Grad Celsius, feuchtes, regnerisches Wetter bei einsetzender Dämmerung. Falls eine längere Kälteperiode die Amphibienwanderung unterbrechen sollte, so wird auch die Straßensperrung für diesen Zeitraum aufgehoben. Sollte der überwiegende Teil der Wanderung vor dem 18.04.2010 abgeschlossen sein, wird die Sperrung auch entsprechend früher aufgehoben. Autofahrer werden gebeten, die hierzu aufgestellten Vorhinweisschilder und die Mitteilungen in der regionalen Presse zu beachten.

Die bevorstehende Wanderung wird tatkräftig von den Mitgliedern der Naturschutzgruppe Lahntal begleitet. Sie übernehmen den täglichen Auf- und Abbau der Sperreinrichtung. Doch der Aufwand lohnt sich. Die Erfahrungen der letzten 15 Jahre haben gezeigt, dass diese Maßnahme nicht nur aus Gründen des Arten- und Biotopschutzes sehr sinn- und wirkungsvoll ist, sondern auch relativ einfach und kostengünstig durchgeführt werden kann. Wenn auf solche Schutzmaßnahmen verzichtet werden würde, wären die Amphibienvorkommen im Landkreis gefährdet. Alleine in Hessen werden jährlich rund eine Millionen Amphibien überfahren.

 

 



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