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Gemeinsame Pressemitteilung des Landkreises Marburg-Biedenkopf und der Universitätsstadt Marburg: Vom Pflegeheim zum Stadtteilhaus - Vortragsreihe zum "Wohnen im Alter" erfolgreich gestartet

(Pressemitteilung Nr. 32/2011 vom 03.02.2011)
Marburg-Biedenkopf/Marburg - Ein interessantes Beispiel moderner Altenhilfe erhielten die rund 140 Zuhörer bei einem Vortrag von Alexander Künzel im Rathaus der Universitätsstadt Marburg, zu dem der Landkreis Marburg-Biedenkopf und die Stadt Marburg im Rahmen der Vortragsreihe „Wohnen im Alter – Quartierbezogene und gemeinwesenorientierte Wohnformen im Alter“ eingeladen hatten.

Künzel, Vorstandsvorsitzender der Bremer Heimstiftung, kam schnell auf den Punkt. Mit Blick auf die demografische Entwicklung stelle sich weniger die Frage, wie viele Pflegeplätze zukünftig benötigt würden, sondern wesentlich interessanter sei die Frage: „Wie wenig Pflegeplätze brauchen wir?" Auf die Strukturen im Vorfeld komme es an. Hier gelte es, die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen, so Künzel.

Und so seien vor allem die Kommunen unter Druck, gemeinsam mit ihren Bürgern und den Trägern lebenswerte Lösungen für die Versorgung Pflegebedürftiger zu entwickeln. Dafür müssten die Kommunen Rahmenbedingungen vor Ort schaffen. Als Gegenmodell zu privaten Großpflegeheimen an den Rändern der Stadt empfahl Künzel das Prinzip „Normalität und Stadtteilbezug“ und forderte: „Netzwerk statt Käseglocke“, „Quartier statt grüne Wiese“ und „Klasse statt Masse“. Das von einem solchen Richtungswechsel in der Altenpolitik letztendlich alle profitieren, habe sich auf vielfältige Weise im bundesweiten Projekt „SONG“ (Soziales Neu Gestalten) gezeigt, in dem sich Trägergesellschaften, Stiftungen und Sozialbanken engagieren.

Klare Erwartungen formulierte er in diesem Zusammenhang an die freigemeinnützigen Träger: Diese hätten eine besondere Verantwortung, wenn es um lokale Vernetzung und neue Kooperationsformen gehe.

In der lebhaft geführten anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass viele aus ganz persönlichem Interesse gekommen waren. Politik und Parteien sollten den Bürgern nicht nur fertige Konzepte vorlegen, sondern sie aktiv in die Diskussionen über die Altenhilfe mit einbinden, lautete dann auch eine zentrale Forderung.

Dieser Forderung konnten sich die Dezernenten aus Stadt und Landkreis anschließen. Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach verwies auf die Marburger Altenplanung und die dabei auch stattfindenden Vor-Ort-Diskussionen und Befragungen in den Stadtteilen: "Wir wissen, dass die Gestaltung des Lebens im Alter nur eine gemeinschaftliche Aufgabe sein kann und freuen uns daher über die vielen Menschen, die sich an den Diskussionen und Prozessen beteiligen." Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern dankte dem Referenten in seiner abschließenden Moderation für seine Richtung weisenden Ausführungen: „Sie haben uns bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, wir wissen aber auch, dass es noch viel zu tun gibt“. Der Landkreis hat damit begonnen, Initiativen finanziell zu unterstützen, die sich mit dem Thema „Wohnen und Leben im Alter“ befassen. Als beispielgebend nannte Dr. McGovern Amöneburg, Lohra und Lahntal. Mit Hilfe professioneller Moderation entwickeln Bürger, Politik und Träger hier gemeinsam Ideen für Wohn- und Unterstützungsangebote, damit in Zukunft jeder „leben und sterben kann, wo er hingehört“.

Der nächste Vortrag in der Reihe "Wohnen im Alter" findet am 2. März 2011 um 18 Uhr in der Lahnfelshalle in Lahntal-Goßfelden statt. Dorette Deutsch referiert dann über "Lebensträume kennen kein Alter. Neue Ideen für das Zusammenwohnen". Weitere Informationen zur gemeinsamen Veranstaltungsreihe finden sich auch im Internet unter: www.marburg-biedenkopf.de, dann unter "Stabsstelle Altenhilfe", "Veranstaltungen" und schließlich unter "Vortragsreihe".
 

  Nach dem Vortrag von Alexander Künzel im Rathaus der Universitätsstadt Marburg zum Themenkomplex "Wohnen im Alter" wurde engagiert diskutiert. Foto: Landkreis
Nach dem Vortrag von Alexander Künzel im Rathaus der Universitätsstadt Marburg zum Themenkomplex "Wohnen im Alter" wurde engagiert diskutiert.
Foto: Landkreis

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Nach dem Vortrag von Alexander Künzel (re.) im Rathaus der Universitätsstadt Marburg zum Themenkomplex "Wohnen im Alter"  standen der Referent sowie Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach und Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern dem Publikum Rede und Antwort. Foto: Landkreis
Nach dem Vortrag von Alexander Künzel (re.) im Rathaus der Universitätsstadt Marburg zum Themenkomplex "Wohnen im Alter" standen der Referent sowie Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach und Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern dem Publikum Rede und Antwort.
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