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Jahresbilanz des KreisJobCenters: Spitzenwerte bei der Arbeitsmarktintegration und der Inanspruchnahme der Bildungs- und Teilhabeleistungen für Kinder – Bei allgemeiner Integrationsquote, bei Alleinerziehenden, den Beziehern von Langzeitleistungen und den Frauen bundesweit im besten Viertel aller Jobcenter
(Pressemitteilung Nr. 031/2013 vom 28.01.2013)
Marburg-Biedenkopf – Landrat Robert Fischbach und Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern haben am Montag gemeinsam mit der Leitung des KreisJobCenters (KJC), Andrea Martin und Joachim Hikade, sowie der Projektleiterin für das Bildungs- und Teilhabepaket Heike Weiß und dem Leiter des Büros für Integration Claus Schäfer die Jahresbilanz 2011 des KreisJobCenters präsentiert. Gäste waren Jürgen Hertlein und Zehra Demir vom Sportkreis. Landrat Fischbach und Dr. McGovern bedankten sich bei den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des KJC für ihre engagierte Arbeit, die eine positive Jahresbilanz möglich gemacht haben. Sie dankten aber auch den Firmen und Betrieben, die erfolgreich mit dem KJC zusammenarbeiten.

„Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Marburg-Biedenkopf ist trotz einer gerade in den vergangenen Monaten nachlassenden Arbeitskräftenachfrage und deutlichen Anzeichen für einen schwächeren Arbeitsmarkt immer noch auf einem sehr tiefen Stand“, erläuterte Landrat Fischbach. Insgesamt betrage die Arbeitslosenquote nur 4,4 Prozent. „Das KreisJobCenter steht mit einer Arbeitslosenquote für den SGB II-Bereich mit 2,7 Prozent sogar noch 0,2 Prozent besser da als im Vorjahr. Im Bereich der Agentur für Arbeit (SGB III) ist dagegen eine Zunahme um 0,3 Prozent zu verzeichnen und in Hessen liegt die Arbeitslosigkeit im Bereich des SGB II mit 3,6 Prozent auch deutlich höher “, ergänzte Dr. McGovern.

„Grund für den erneuten Rückgang der Arbeitslosenquote im Bereich des SGB II ist das sehr gute Ergebnis der Integrationen in den ersten Arbeitsmarkt, das mit in der Gesamtzahl mit 4.295 zwar um 13,3 Prozent geringer ausfiel als im vergangenen Jahr, aber dies im Vergleich zu der rückläufigen Anzahl der betreuten erwerbsfähigen Leistungsberechtigten (-7,2 Prozent) nur einen relativen Rückgang von 3,5 Prozent darstellt“, erläuterte der Erste Kreisbeigeordnete.

In dem bundesweiten Leistungsvergleich aller Jobcenter, den die Leiterin des KJC, Andrea Martin und ihr Vertreter Joachim Hikade, vorstellten, sind diese Erfolge abzulesen. Da diese Daten jedoch mit jeweils viermonatiger Verzögerung veröffentlicht werden, ist es zwar für eine Jahresbilanz zu früh, aber auch die bislang vorliegenden Daten, die die Monate Januar bis September 2012 zusammenfassen, zeigen das hervorragende Abschneiden des KreisJobCenters: Mit einer Integrationsquote von 32,2 Prozent, weit über dem Hessenschnitt von 25,9 Prozent und dem Bundesdurchschnitt von 25,9 Prozent liegt das KreisJobCenter in seinem Vergleichstyp im besten Viertel aller Jobcenter bundesweit.

Das gleiche Bild ergibt sich, wenn man den Blick auf die einzelnen Zielgruppen richtet: Auch bei den Alleinerziehenden, den langzeitarbeitslosen Menschen, die mindestens 21 Monate im Leistungsbezug des SGB II stehen, und den Frauen liegt das Ergebnis des KJC bundesweit in der besten der vier Erfolgsklassen. „Im Bezug auf das Ranking der 26 Grundsicherungsträger in Hessen ergibt dies derzeit den zweiten Rang für die Arbeitsmarktintegration insgesamt; im Bezug auf die Frauen liegt das KreisJobCenter an der Spitze“, stellten Landrat und Erster Kreisbeigeordneter nicht ohne stolz fest.

Gekürztes Budget gibt Anlass zur Sorge

Anlass zur Sorge gibt das drastisch gekürzte Budget zur Qualifizierung arbeitsloser Menschen. Standen im Jahr 2010 noch rund zwölf Millionen Euro dafür zur Verfügung, ist der Betrag seitens des Bundes nunmehr auf etwa fünf Millionen Euro gekürzt. „Gerade in der aktuellen Phase des sich verschlechternden Arbeitsmarktes wäre es notwendig, mehr Geld zur Qualifizierung zur Verfügung zu haben, um Menschen während ihrer Arbeitslosigkeit tagesstrukturierende und qualifizierende Angebote machen zu können“, so Fischbach und Dr. McGovern übereinstimmend.

„Die Integration in Arbeit zur Überwindung der Abhängigkeit von staatlichen Leistungen steht im Fokus bei der Beurteilung der Arbeit der Jobcenter, aber der soziale Auftrag ist nicht minder wichtig, um benachteiligte Menschen an der Gesellschaft teilhaben zu lassen und Kindern den Weg in eine gute berufliche Zukunft zu ebnen“, bemerkte Dr. McGovern bei der Vorstellung der Ergebnisse der Arbeit im Bereich der Bildungs- und Teilhabeleistungen für Kinder und Jugendliche. Das im April 2011 in Kraft getretene Gesetz galt es im vergangenen Jahr rasch umzusetzen und möglichst viele berechtigte Familien zu informieren und zu überzeugen, die vielfältigen Leistungen für die Kinder und Jugendlichen auch tatsächlich zu beantragen und beispielsweise zur Finanzierung von Klassenfahrten, einem warmen Essen in der Schule, Nachhilfeunterricht oder für sportliche oder kulturelle Aktivitäten zu nutzen.

Die besondere Bedeutung sportlicher Aktivitäten im Verein mit ihren Möglichkeiten auch außerhalb der engsten sozialen Bezugsgruppe Kontakte zu knüpfen, stellte Jürgen Hertlein vom Sportkreis Marburg-Biedenkopf heraus. Damit die Förderleistungen des Bildungs- und Teilhabepaketes wirklich dazu führen, dass mehr Kinder an Sport im Verein herangeführt werden, schloss der Landkreis Marburg-Biedenkopf mit dem Sportkreis im Oktober des vergangenen Jahres eine Kooperationsvereinbarung ab, die einen engen Informationsaustausch, eine koordinierte Information der Vereine und die Perspektive einer Unterstützung durch Mitarbeiter des Projektes „Bürgerarbeit“ vorsah. Das Modellprojekt „Bürgerarbeit“ bietet arbeitslosen Menschen die Chance einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit in gemeinnützigen Bereichen.

Diese Kooperation wurde nun in der Realisierung vorgestellt. Zerah Demir ist gemeinsam mit zwei Kollegen als „Bürgerarbeiterin“ beim Sportkreis angestellt. Ihr Büro befindet sich in Stadtallendorf, wo sie in enger Zusammenarbeit mit Claus Schäfer, dem Leiter des Büros für Integration des Kreises, Familien mit Migrationshintergrund anspricht und die komplizierten Vorschriften der Leistungsbewilligung verständlich erläutert und die Familien zur Nutzung motiviert. „Die Mühe lohnt sich“, bekräftigten Zehra Demir und Claus Schäfer.

Auch die Ergebnisse in diesem Bereich können sich sehen lassen: Das KreisJobCenter weist für die antragsabhängigen Leistungen des Bildungs- und Teilhabepaketes nun schon zum zweiten Male in Folge mit aktuell 61,64 Prozent Nutzung die höchste tatsächliche Inanspruchnahme in Hessen aus. „Unser Ziel war es, die komplizierten Regelungen so umzusetzen, dass möglichst viele Kinder gefördert werden – das ist uns gelungen. Bei aller Kritik am Bildungs- und Teilhabepaket – es geht hier um das verfassungsrechtlich garantierte Existenzminimum von Kindern“, unterstrich der Erste Kreisbeigeordnete.
In der Kreisverwaltung wurden die sehr guten Ergebnisse des KreisJobCenters für das Jahr 2012 und die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Sportkreis Marburg-Biedenkopf vorgestellt (v.l.n.r.): Heike Weiß (KJC), Jürgen Hertlein (Sportkreis Marburg-Biedenkopf), Claus Schäfer (Stabsstelle Integration des Kreises), Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern, Peter Jacobi und Zehra Demir (die beide für den Sportkreis Marburg-Biedenkopf einen Bürgerarbeitsplatz inne haben) sowie Joachim Hikade (stellv. Leiter des KJC) und Andrea Martin (Leiterin des KJC). Foto: Landkreis
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In der Kreisverwaltung wurden die sehr guten Ergebnisse des KreisJobCenters für das Jahr 2012 und die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Sportkreis Marburg-Biedenkopf vorgestellt (v.l.n.r.): Heike Weiß (KJC), Jürgen Hertlein (Sportkreis Marburg-Biedenkopf), Claus Schäfer (Stabsstelle Integration des Kreises), Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern, Peter Jacobi und Zehra Demir (die beide für den Sportkreis Marburg-Biedenkopf einen Bürgerarbeitsplatz inne haben) sowie Joachim Hikade (stellv. Leiter des KJC) und Andrea Martin (Leiterin des KJC). Foto: Landkreis
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