Link auf das Hauptmenü Link auf die Untermenüpunkte Link auf Inhaltsbereich
Landkreis zeigt Wertschätzung gegenüber den neuen deutschen Staatsbürgern durch Empfang im Landratsamt - Landrat: "Wir wollen eine Gesellschaft sein, in der man etwas voneinander lernen kann."

(Pressemitteilung Nr. 027/2011 vom 28.01.2011)
Marburg-Biedenkopf – „Ich möchte Sie ganz herzlich im Kreise der deutschen Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Marburg- Biedenkopf begrüßen. Ich finde Ihre Entscheidung, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen, sehr gut! Für mich zeigt das, dass Sie dazu bereit sind, dieses Land als ihre neue Heimat anzunehmen. Es zeigt mir, dass Sie sich hier wohlfühlen; so sehr, dass Sie sich eine Zukunft für sich und ihre Kinder in Deutschland vorstellen können. Diese Wertschätzung, die Sie unserem Land entgegenbringen sehe ich als großes Kompliment an", sagte Landrat Robert Fischbach bei dem Neubürgerempfang des Landkreises.

Besonders hob er hervor, dass die Entscheidung, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen, im Landkreis Marburg-Biedenkopf realisiert wurde. Unser Land und unsere Region habe auch in der Vergangenheit viel von zugewanderten Menschen profitiert. Sie würden andere Erfahrungen, Kenntnisse, Wissen und neue Ideen mitbringen. Das könne uns weiterbringen und neue Entwicklungen anstoßen. Er drückte seine Hoffnung aus, dass die Arbeitskraft und Kreativität der neuen deutschen Staatsbürger im Landkreis positiv ausstrahlt.

Im Rahmen des Neubürgerempfangs begrüßte Landrat Fischbach 25 Neubürger. Erfreulicherweise haben diese auch Freunde, Verwandte und Nachbarn als zusätzliche Gäste mitgebracht und auch Vertreter politischer Gremien und der Kommunen waren vor Ort, darunter der Kreistagsvorsitzender Heinrich Herbener, Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern, Vertreter verschiedener politischer Gremien und Kommunen sowie Vertreter aus Migrantenvereinen. Insgesamt nahmen rund 100 Personen an diesem Empfang teil, der in dieses Jahr zum fünften Mal stattfindet.

Landrat Fischbach betonte außerdem, dass mit den neuen Rechten auch das Wahlrecht einherginge. Hierbei handele es sich um ein sehr hohes und wertvolles Gut und ein fundamentales Recht der Demokratie. Schon in wenigen Wochen hätten die Neubürger die Möglichkeit, dieses zentrale demokratische Recht bei den Kommunalwahlen auszuüben.

„Wir wünschen uns ein friedliches Zusammenleben der Menschen, ohne die bestehenden kulturellen Unterschiede außer Acht zu lassen. Dies ist nur in einer offenen Gesellschaft möglich, die auch Unterschiedlichkeiten akzeptiert, die allerdings auf einer gemeinsamen demokratischen Basis stehen sollen. Wir wollen eine Gesellschaft sein, in der man etwas voneinander lernen kann“, erläuterte Fischbach. Unsere Region habe auch in der Vergangenheit viel von zugewanderten Menschen, von „Fremden“, profitiert. Sie brächten andere Erfahrungen, Kenntnisse, Wissen und neue Ideen mit. Das könne uns weiterbringen und neue Entwicklungen anstoßen.

Durch den Vortrag von Djamba Onyumbe Shongo, der als junger Mann aus dem Kongo nach Deutschland flüchtete, konnten alle Besucher des Neubürgerempfangs etwas über die persönlichen Beweggründe erfahren, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. Shongo empfand das Durchführen des Neubürgerempfangs als ein wichtiges Zeichen des "Willkommenseins". Als er vor 16 Jahren nach Deutschland kam, konnte er noch gar kein Deutsch. Seine Integration erfolgte durch das Erlernen der Sprache und durch die Ausbildung (Jurastudium). Er konnte schnell integrieren und wohlfühlen. Seit 2009 hat er eine eigene Anwaltskanzlei. Evrim Alagöz, deren Familie bereits in der dritten Generation in Deutschland ist, ist zwar schon seit Geburt Deutsche, sie schilderte jedoch Eindrücke aus ihrer persönlichen Sicht. Die heutige Physikstudentin erläuterte, dass sie als Kind ein Problem damit hatte, für Deutsche eher eine Türkin zu sein und für Türken eher eine Deutsche, weil sie gar kein perfektes Türkisch mehr spricht. Das Erste und das Wichtigste sei es aber, die deutsche Sprache zu erlernen, um sich hier integrieren zu können.

Im Landkreis Marburg-Biedenkopf haben in der Zeit von November 2009 bis September 2010 insgesamt 173 Personen die Deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Die Anzahl der Personen, die die Deutsche Staatsbürgerschaft erlangen, ist zurzeit rückläufig. 2009 waren es noch 190 Eingebürgerte. In den Jahren davor war der Betrachtungszeitraum teilweise bis zu eineinhalb Jahre, weswegen ein Vergleich der Zahlen nicht möglich ist.

Dr. Henning Smolka trug außerdem das Märchen “Das tapfere Schneiderlein“ engagiert vor. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von "The Ladies Voyce". Abschließend konnten sich alle Teilnehmer bei einem kleinen Imbiss in lockerer Atmosphäre unterhalten.
 

  Auf dem Neubürgerempfang in der Kreisverwaltung zeigte der Landkreis seine Wertschätzung gegenüber den neuen deutschen Staatsbürgern (v.l.n.r.): Kreistagsvorsitzender Heinrich Herbener, Landrat Robert Fischbach, Mara-Rubia De Andrade-Nonnemacher (stellvertretend für alle Neubürger auf dem Empfang), Evrim Alagöz und Djamba Onyumbe Shongo (Vortragende) sowie Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern. Foto: Landkreis
Auf dem Neubürgerempfang in der Kreisverwaltung zeigte der Landkreis seine Wertschätzung gegenüber den neuen deutschen Staatsbürgern (v.l.n.r.): Kreistagsvorsitzender Heinrich Herbener, Landrat Robert Fischbach, Mara-Rubia De Andrade-Nonnemacher (stellvertretend für alle Neubürger auf dem Empfang), Evrim Alagöz und Djamba Onyumbe Shongo (Vortragende) sowie Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern.
Foto: Landkreis

Download Druckversion

Jede Neubürgerin und jeder Neubürger erhielt eine Rose und ein Jahrbuch des Landkreises, wie beispielsweise hier Ioana-Sofia Risch aus den Händen von Landrat Robert Fischbach im Beisein von Kreistagsvorsitzendem Heinrich Herbener (re.). Foto: Landkreis
Jede Neubürgerin und jeder Neubürger erhielt eine Rose und ein Jahrbuch des Landkreises, wie beispielsweise hier Ioana-Sofia Risch aus den Händen von Landrat Robert Fischbach im Beisein von Kreistagsvorsitzendem Heinrich Herbener (re.).
Foto: Landkreis
Download Druckversion

Auf dem Neubürgerempfang in der Kreisverwaltung zeigte der Landkreis seine Wertschätzung gegenüber den neuen deutschen Staatsbürgern. Ein Neubürger hält das Programm des Empfangs in seinen Händen. Foto: Landkreis
Auf dem Neubürgerempfang in der Kreisverwaltung zeigte der Landkreis seine Wertschätzung gegenüber den neuen deutschen Staatsbürgern. Ein Neubürger hält das Programm des Empfangs in seinen Händen. Foto: Landkreis
Download Druckversion

zurück