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Willkommenspaket bietet Asylsuchenden Hilfe bei der Orientierung in der Gesellschaft – Landkreis Marburg-Biedenkopf hat hilfreiches Informationspaket für Asylsuchende und Ehrenamtliche geschnürt

(Pressemitteilung 024/2016 vom 19.01.2016)

Marburg-Biedenkopf – Neben einer positiven Grundhaltung gehören ganz praktische Hinweise und Handreichungen zur Willkommensstrategie des Landkreises Marburg-Biedenkopf für Flüchtlinge und Asylbewerber. Tipps und nützliche Informationen, für die, die sich ehrenamtlich bei der Betreuung und Begleitung des Asylsuchenden einsetzen, sind ein weiterer Baustein. Beides bietet der Kreis – in Papierform und digital.

„Die Menschen, die bei uns Schutz suchen, kommen aus anderen Ländern und oft auch aus anderen Kulturkreisen. Sie haben eine lange Flucht hinter sich und brauchen hier jetzt Hilfestellung, um sich zu orientieren“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow bei der Vorstellung des Willkommenspäckchens im Marburger Landratsamt. Dazu gehöre die unmittelbare Art, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden, dazu gehöre aber auch, Sprachhürden zu überwinden. „Sprache ist der Schlüssel zur Integration“, betonte Zachow.

Bestandteil des Päckchens, das der Kreis jedem Asylbewerber übergibt, ist deshalb auch ein kleines Bilderbuch mit 1.200 Abbildungen von Gegenständen aus dem täglichen Leben und deren Bezeichnung in deutscher Sprache – von „A“ wie Abfalleimer bis „Z“ wie Zahnbürste. Lebensmittel, Tiere, Landschaften oder Verkehrsmittel. Um sich zu verständigen, können die, die noch nicht deutsch sprechen, auf den abgebildeten Gegenstand zeigen und sich verständigen. Dazu dienen auch zwei Blätter mit verschiedenen Symbolen, die zu. Breispiel die Verständigung beim Arztbesuch oder Behördengang erleichtern. „Dies erleichtert insbesondere in den ersten Tagen und Wochen die Verständigung für beide Seiten“, ist sich auch Claus Schäfer vom Büro für Integration des Kreises sicher.

Neben dieser Handreichung, die die Verständigung erleichtern soll, finden die Asylbewerber Informationen über den Landkreis Marburg-Biedenkopf und über die Universitätsstadt Marburg sowie Informationen über den Öffentlichen Personennahverkehr in englischer Sprache in dem Päckchen.

„Wir haben auch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland in arabischer Sprache beigelegt – das soll den Menschen Orientierung in unserem Rechts- und Wertesystem geben. Aspekte wie die Meinungsfreiheit, die Gleichberechtigung von Mann und Frau oder die Rechtsstaatlichkeit sind uns wichtig und die Basis des gesellschaftlichen Zusammenlebens in Deutschland – das möchten wir den Menschen vermitteln“, so der Erste Kreisbeigeordnete.

Hinzu kommen Informationen zu Projekten des Kreises für Asylsuchende, wie zum Beispiel des Projekt VOICE. „Wir werden dieses Päckchen laufend weiter entwickeln und bei Bedarf mit weiteren Inhalten ergänzen“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete.

Ein weiterer Baustein der Willkommensstrategie sind konkrete Hilfestellungen für Ehrenamtliche. Diese sind auf der Homepage des Kreises abrufbar: Eine 24 Seiten starke Broschüre mit wichtigen Informationen, Kontakten und Ansprechpartnern. Dazu gehören auch die Beantwortung rechtlicher Fragen, Fragen zum Versicherungsschutz, Alltagsfragen oder allgemeine Fragen zum Asylverfahren. Ergänzt wird die Broschüre mit Hinweisen auf mögliche Formen der ehrenamtlichen Unterstützung und auf Angebote des Landkreises Marburg-Biedenkopf.

Bei dem Pressetermin in der Kreisverwaltung waren unter anderen auch Gundel Neveling (Runder Tisch Asyl Rauschenberg), Nurgül Santur (Koordinierungsstelle Flüchtlingsinitiativen bei Integral), Claus Schäfer und Rainer Flohrschütz (beide Büro für Integration des Landkreis Marburg-Biedenkopf) sowie zwei Flüchtlinge dabei, die jeweils aus ihrer Sicht berichteten. Während Santur über die Vernetzungsarbeit sprach, erläuterte Neveling aus ihrer Sicht, welche Arbeiten die Ehrenamtlichen beispielsweise in Rauschenberg leisten. Das Spektrum reiche vom Erläutern des Busfahrplans über das Übersetzen von amtlichen Schreiben bis hin zur Begleitung bei Arztterminen, Schul- oder KiTa-Anmeldungen oder etwa der Übernahme von Patenschaften für Familien.

Mohammad H. aus Syrien studierte vor seiner Flucht Grafik-Design und kam zusammen mit seiner Mutter, zwei Geschwistern und seinem Onkel über München im September in den Landkreis. Er verdeutlichte, dass sie sich jetzt etwas eingelebt hätten und erst jetzt in der Lage seien, Pläne für ihre Zukunft zu entwickeln. Er bedankte sich für die Hilfe. Auch Anwar B., der aus Afghanistan im September über München zusammen mit der Mutter und drei Brüdern in den Landkreis kam, berichtete in bereits erstaunlich gutem Deutsch, dass er hier viele nette Leute kennengelernt habe. „Ich hatte das Gefühl, noch einmal neu geboren zu werden“, sagte Anwar B. Die Zeit werde dabei helfen, auch die neue Kultur kennenzulernen.

Das Pressegespräch wurde dann schließlich fast zu einem Arbeitsgespräch, weil neue Anregungen und Hinweise aus dem Kreis der Teilnehmer auf sehr fruchtbaren Boden fielen.

„Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer leisten sehr wichtige Arbeit und bieten den Asylsuchenden eine helfende Hand, um sich in unserer Gesellschaft zurecht zu finden. Auch damit erreichen wir, dass aus der Willkommenskultur eine lebendige Miteinanderkultur wird“, erläuterte Marian Zachow abschließend.

In der Kreisverwaltung wurde über die Willkommens- bzw. Miteinanderkultur des Kreises informiert (v.l.n.r.), sitzend: Jochen Koenemann (Stabsstelle Ausländer, Migration und Flüchtlinge), Rainer Flohrschütz (Stabsstelle Integration), Anwar B., Mohhammad H., und stehend: Claus Schäfer (Stabsstelle Integration),  Denise Ulbrich (Stabsstelle Ausländer, Migration und Flüchtlinge), Nurgül Santur (Koordinierungsstelle Flüchtlingsinitiativen bei Integral), Erster Kreisbeigeordneter Marian Zachow sowie Gundel Neveling (Runder Tisch Asyl Rauschenberg). Foto: Landkreis

In der Kreisverwaltung wurde über die Willkommens- bzw. Miteinanderkultur des Kreises informiert (v.l.n.r.), sitzend: Jochen Koenemann (Stabsstelle Ausländer, Migration und Flüchtlinge), Rainer Flohrschütz (Stabsstelle Integration), Anwar B., Mohhammad H., und stehend: Claus Schäfer (Stabsstelle Integration),  Denise Ulbrich (Stabsstelle Ausländer, Migration und Flüchtlinge), Nurgül Santur (Koordinierungsstelle Flüchtlingsinitiativen bei Integral), Erster Kreisbeigeordneter Marian Zachow sowie Gundel Neveling (Runder Tisch Asyl Rauschenberg).

Foto: Landkreis

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