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Ausstellung im Zusammenhang mit dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus wurde im Landratsamt eröffnet – Sie ist bis zum 29.01.2013 zu sehen – Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Landsynagoge Roth und dem DIZ
(Pressemitteilung Nr. 020/2013 vom 16.01.2013)
Marburg-Biedenkopf – Landrat Robert Fischbach verwies in seiner Begrüßung der über 40 Besucher, die trotz des Schneetreibens den Weg ins Landratsamt gefunden hatten darauf, dass der Kreis im Foyer normalerweise vor allem Kunstausstellungen zeigen würde, daneben schon mal eine Wanderausstellung oder eine Ausstellung zu bestimmten Fragestellungen. Diese aktuelle Ausstellung sei aber etwas ganz Außergewöhnliches.

Am 27. Januar ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, besser bekannt als Holocaust-Gedenktag. In diesem Zusammenhang stehe auch diese Ausstellung, die noch bis zum 29. Januar zu sehen ist. Landrat Fischbach bedankte sich besonders bei all denen, die dazu beigetragen haben, dass hier eine beeindruckende kleine Ausstellung zu einem schwierigen Thema gezeigt werden könne. „Zu einem Thema, an das wir immer wieder erinnern müssen. Erinnern – in der Hoffnung – dass dieses menschenunwürdige Handeln nicht vergessen wird und erinnern, damit sich die Fehler der Vergangenheit nicht noch einmal wiederholen“, so Fischbach.

In die Ausstellung führte dann der für die Kulturarbeit des Kreises zuständige Dr. Markus Morr ein. Er erinnerte daran, dass der Landkreis vor dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte nicht die Augen verschließe, sondern seit vielen Jahren vor allem durch das Erinnern und Informieren über die Grausamkeiten dieser Zeit die junge Generation auf die schlimmen Folgen aufmerksam mache. Es sei ein für den Landkreis wichtiges Thema.

Dafür stehe auch das Engagement des Landkreises beim Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) in Stadtallendorf, für das er sehr warb. Hier ist der Magistrat der Stadt Stadtallendorf Träger und Landkreis und Land Hessen unterstützen diese wichtige Bildungseinrichtung finanziell. Inhaltlich ginge es beim DIZ unter anderem auch um die 1.000 jüdischen weiblichen Gefangenen des Lagers Münchmühle aus Ungarn, einem Außenlager des KZ-Buchenwald, darüber hinaus aber zudem um die Geschichte der Zwangsarbeiter in der damaligen Rüstungsindustrie in Stadtallendorf.

„Ich bin sehr, sehr froh darüber, dass Herr Brinkmann-Frisch uns Exponate aus dem DIZ für diese Ausstellung zur Verfügung gestellt hat. Das sind nicht nur irgendwelche, sondern sehr beeindruckende Ausstellungstücke“, sagte Dr. Morr und beschrieb das Gefühl, das ausgestellte Häftlingskleid in Händen zu halten. Man werde dann ganz still und bescheiden.

Außerdem zeigt die Ausstellung Schautafeln im Zusammenhang mit der Arbeit einer zehnten Klasse der Georg-Büchner-Schule in Stadtallendorf, die vom DIZ professionell aufgearbeitet wurden. Das sei ein gelungenes Beispiel, wie junge Menschen unter guter Anleitung mit dem Thema umgehen könnten. Im Zusammenhang mit der Betreuung ehemaliger jüdischer Mitbürger zitierte Dr. Morr Gabriel Goldschmidt aus Hanavy in Israel, einem ehemaligen jüdischen Mitbürger, der vor ein paar Jahren mit einer Gruppe im DIZ und im Mahnmal Münchmühle zu Besuch war: „Es werden zum Teil schlimme Erinnerungen geweckt, aber es ist auch gut zu wissen, das man sich dieser Zeit erinnert und gerade Schulklassen diese sehr gute Ausstellung und die Gedenkstätte zu sehen bekommen.“

Auch der Arbeitskreis Landsynagoge Roth präsentiert sich mit einer kleinen Teilausstellung. Er arbeitet seit mehr als 15 Jahren mit großem Engagement und Erfolg an der Aufarbeitung der Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Roth und besonders an dem Knüpfen von Kontakten zu den ehemaligen jüdischen Mitbürgern und deren Nachfahren. Hier gäbe es viel Positives zu berichten und er verwies darauf, dass der Landkreis dieses außerordentliche Engagement mit der höchsten Auszeichnung des Kreises im Kulturbereich, dem Otto-Ubbelohde-Preis im Jahr 2003 gewürdigt habe. Die Synagoge in Roth ist zwar im Besitz des Kreises, der für seine Wiederherstellung sorgte, aber gelebt und mit Veranstaltungen „bespielt“ werde sie in beispielgebender Form vom Arbeitskreis Landsynagoge Roth.

Drei Kunstwerke von Heinrich Groß und eines von Michael Feldpausch komplettieren die Ausstellung und zeigen, dass man sich durch die künstlerische Auseinandersetzung diesem Themenkomplex nochmals ganz anders nähern kann.

Abschließend erläuterten Dr. Annegret Wenz-Haubfleisch die Arbeit ihres Arbeitskreises Landsynagoge Roth und Fritz Brinkmann-Frisch die Arbeit des Dokumentations- und Informationszentrum Stadtallendorf nochmals etwas vertiefender.
Landrat Robert Fischbach (2.v.r.) eröffnete im Landratsamt in Marburg-Cappel die Ausstellung im Zusammenhang mit dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus im Beisein des Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Karsten McGovern (re.) sowie des Kreistagsvorsitzenden Detlef Ruffert (li.) und Dr. Markus Morr vom Fachdienst Presse- und Kulturarbeit. Im Hintergrund ein Foto von den "gelben Frauen des Lagers Münchmühle" von Michael Feldpausch. Foto: Landkreis
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Landrat Robert Fischbach (2.v.r.) eröffnete im Landratsamt in Marburg-Cappel die Ausstellung im Zusammenhang mit dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus im Beisein des Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Karsten McGovern (re.) sowie des Kreistagsvorsitzenden Detlef Ruffert (li.) und Dr. Markus Morr vom Fachdienst Presse- und Kulturarbeit. Im Hintergrund ein Foto von den "gelben Frauen des Lagers Münchmühle" von Michael Feldpausch.
Foto: Landkreis  

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