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Landrat Fischbach betont die Bedeutung der erneuerbaren Energien auf dem Neujahrsempfang des Landkreises – Festrednerin Prof. Martina Klärle warb für die Chancen der erneuerbaren Energien

(Pressemitteilung Nr. 007/2011 vom 06.01.2011)
Marburg-Biedenkopf – „Das Jahr 2011 hat uns in Atem gehalten! Bekommen wir noch alles zusammen, was über unsere Welt hereingebrochen ist?“, sagte Landrat Robert Fischbach zur Begrüßung auf dem Neujahrsempfang des Landkreises vor 270 Besuchern. Er erinnerte an die Euro-Krise, zehn Jahre nach der Einführung des Euros und an die damit verbundene Griechenland-Krise. Europa und der Euro befinden sich in der Krise und müssten jetzt ihre größte Herausforderung bestehen.

Fischbach betonte, dass das Erdbeben und der Tsunami in Fukushima die ganze Welt in Atem gehalten habe. Als Folge sei der Jahrzehnte wogende Kampf um die Nutzung der Kernenergie beendet worden. Das alles gelang im großen gesellschaftlichen Konsens, was wiederum die Diskussionen um den Einstieg in die erneuerbaren Energien mit großer Macht befeuert habe.

Im Landkreis sei im letzten Jahr natürlich ein besonderes Augenmerk auf die Kommunalwahl gerichtet worden. Nach der Neuwahl des Kreistages sei die Koalition aus CDU, Büdnis90/Grüne und Freie Wähler bestätigt worden, obwohl auch andere Konstellationen denkbar gewesen wären. Die schon über zehn Jahre währende Zusammenarbeit erleichtere die Arbeit und vermindere Reibungsverluste.

Auf den Kreis bezogen verwies er besonders auf den Klimaschutz, den man schon seit 2007, also lange vor Fukushima als besonders wichtig erkannt habe. Seitdem verfolge man dass Ziel, bis zum Jahr 2040 die Energie, die im Kreis verbraucht werden, selbst aus erneuerbaren Energien zu produzieren. Die Energieerzeugungsanlagen würden allerdings viel dichter in unser persönliches Lebensumfeld eindringen, als das in der Vergangenheit der Fall gewesen sei. Bürgerinnen und Bürger würden direkter betroffen sein. Außerdem verwies er auf das Klimaschutz-Konzept, den Master-Plan und das 50-Millionen-Euro-Programm zur energetischen Sanierung der Schulen im Landkreis.

Darüber hinaus erläuterte Landrat Fischbach die Aktivitäten des Landkreises im Bereich der Breitbandversorgung, die für die Zukunftsfähigkeit der Städte und Gemeinden von enorm großer Bedeutung seien, er nannte Beispiele aus der erfolgreichen Arbeit der Gesundheitsregion, betonte die Bedeutung des Lückenschlusses der B3a, und ging abschließend noch auf die Finanzen des Landkreises ein.

In seiner Neujahrsrede vom 8.01.2010 habe er die Prognose dargestellt, dass das kommunale Defizit von damals 75 Millionen auf 235 Millionen Euro bis zum Jahr 2013 anwachsen werde. Ein jetzt prognostiziertes Defizit von 130 Millionen Euro bis Ende 2013 sei zwar kein Grund zum Jubeln, aber doch deutlich besser, als gedacht. „Wir können darauf stolz sein, eines der niedrigsten Defizite aller Landkreise in Hessen und auch eine der niedrigsten Verschuldungen aller Landkreise in Hessen zu haben“, sagte Landrat Fischbach, der sich abschließend bei allen bedankte, die daran sehr engagiert mitgearbeitet hätten.

Die Festrednerin Prof. Dr. Martina Klärle von der Fachhochschule Frankfurt am Main ging in ihrem Vortrag auf die Chancen der Erneuerbaren Energien ein. In ihrem sehr interessanten, konkreten und praxisbezogenen Vortrag stellte sie klar, dass sie sich als eine Botschafterin für erneuerbare Energien sieht. Hierbei herrsche eine Aufbruchstimmung, die auch in den nächsten zehn Jahren noch anhalten werde. Sie machte deutlich, dass mit der Energiewirtschaft auch eine Wertschöpfung einhergehe, etwa durch Pachteinnahmen bei Windkraftanlagen. Hier müssten die Kommunen zusammenhalten. Man solle die erneuerbaren Energien auch als wichtige Einnamequelle sehen, denn die Energiewende werde in der Fläche, also auf dem Land entschieden und dort solle auch die Wertschöpfung gehalten werden.

Beispiele aus dem Projekt ERNEUERBAR KOMM im Regierungsbezirk Gießen konnte sie herunter brechen auf den Landkreis Marburg-Biedenkopf. Dabei ging sie anhand von bestimmten Kommunen im Landkreis auf die Chancen vor allem der Windenergie und der Solarenergie, aber auch auf die Möglichkeiten der Biomasse, von Wasserenergie sowie der Geothermie ein. So könne beispielsweise ein großes Windrad die Energie für bis zu 20.000 Menschen liefern. Viele Möglichkeiten der Photovoltaik seien auch noch nicht ausgeschöpft. So könne man auf den Flächen nahe der Bahnstrecken oder auch an Autobahnen solare Energie gewinnen.

Bezogen auf den Landkreis Marburg-Biedenkof sagte sie, dass das Ziel 100 Prozent der verbrauchten Energie aus erneuerbaren Energien selbst zu erzeugen, auf jeden Fall machbar wäre. Im Internet unter www.erneuerbarkomm.de sind viele Informationen auf der Ebene der Städte und Gemeinden leicht abrufbar.

Landrat Fischbach bedankte sich für den überaus interessanten Vortrag. Abschließend gab es im Foyer des Landratsamtes lockere Gespräche und Diskussionen über das Schwerpunktthema des Abends und über viele andere den Kreis betreffende Themen.
 

  Die Festrednerin Prof. Dr. Martina Klärle trug sich im Beisein von Erstem Kreisbeigeordneten Dr. Karsten McGovern, Landrat Robert Fischbach und Kreistagsvorsitzedem  Detlef Ruffert (v.l.n.r.) ins Goldene Buch des Landkreises ein. Foto: Landkreis
Die Festrednerin Prof. Dr. Martina Klärle trug sich im Beisein von Erstem Kreisbeigeordneten Dr. Karsten McGovern, Landrat Robert Fischbach und Kreistagsvorsitzedem Detlef Ruffert (v.l.n.r.) ins Goldene Buch des Landkreises ein.
Foto: Landkreis

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Landrat Robert Fischbach begrüßte auf dem Neujahrsempfang des Landkreises Gäste aus Politk, Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Institutionen sowie aus der Kultur. Foto: Landkreis
Landrat Robert Fischbach begrüßte auf dem Neujahrsempfang des Landkreises Gäste aus Politk, Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Institutionen sowie aus der Kultur.
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