Marburg-Biedenkopf – Mit dem Frühling beginnt auch die Stechmückensaison. Doch nicht nur die heimischen Arten werden aktiv. Es ist davon auszugehen, dass auch die Asiatische Tigermücke in Hessen wieder erfolgreich überwintert hat. Berichte über Funde des Insekts in der heimischen Region liegen dem Gesundheitsamt noch nicht vor. Verdächtige Beobachtungen können gemeldet werden.
„Bisher wurde die Asiatische Tigermücke im Landkreis-Marburg-Biedenkopf und den umliegenden Landkreisen noch nicht nachgewiesen,“ erklärt Dr. Birgit Wollenberg, Leiterin des Gesundheitsamtes des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Allerdings könne sie sich durch den Klimawandel und die dadurch bedingten höheren Temperaturen weiter ausbreiten.
Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) stammt ursprünglich aus Südost-Asien. In den zurückliegenden Jahrzehnten hat sich die Mücke durch den Handels- und Reiseverkehr weltweit verbreitet. In Südwest-Deutschland aber auch in Teilen Hessens ist sie bereits anzutreffen. Durch das zunehmend wärmere Klima kann die Asiatische Tigermücke hier teilweise überwintern. „Wir möchten gerne verhindern oder zumindest verzögern, dass sich die Tigermücke bei uns im Landkreis vermehrt und heimisch wird. Denn sie kann zum Krankheitsüberträger werden“, erklärt Dr. Wollenberg.
Die Asiatische Tigermücke ist in der Lage, verschiedene Krankheitserreger wie beispielsweise Chikungunya-, Dengue- oder Zika-Viren zu übertragen. Die Mücke trägt diese Erreger nicht von sich aus in sich. Wenn sie jedoch einen infizierten Menschen (etwa einen Reiserückkehrer aus den Tropen) sticht, kann sie Krankheitserreger in sich aufnehmen und diese durch weitere Stiche auf andere Menschen übertragen. In Deutschland wurde bisher aber noch keine Übertragung von Krankheitserregern durch die Asiatische Tigermücke bei einem Menschen dokumentiert.
Der Rat des Gesundheitsamtes: Reiserückkehrer aus Ländern, in denen diese Erreger vorkommen, sollten daher noch zwei Wochen lang nach ihrer Rückkehr auf einen ausreichenden Mückenschutz durch lange Kleidung und Repellentien, also Stoffe die Mücken durch Geruchsüberdeckung vertreiben, achten, wenn sie sich in Regionen aufhalten, in denen die Tigermücke vorkommt.
Verdächtige Mücken können gemeldet werden
Die Tigermücke ist nur 0,5 bis 1 Zentimeter groß und deutlich schwarz-weiß gestreift. Besonders auffällig ist der weiße Streifen, der sich vom Hinterkopf über den Rücken erstreckt. Typisch sind fünf weiße Ringel an den Hinterbeinen, die auch weiß enden. Die Tigermücke ist tagaktiv und sehr aggressiv.
Dr. Wollenberg rät dazu, verdächtige Funde oder Beobachtungen zu melden: „So können wir erfahren, ob die Asiatische Tigermücke in unserem Landkreis bereits auftritt.“ Verdächtige Mücken können beim Hessischen Landesamt für Gesundheit und Pflege gemeldet und zur Bestimmung eingesendet werden (Kontaktaufnahme erfolgt per E-Mail über die Adresse klimahlfgp.hessende).
„Der beste Schutz vor der Asiatischen Tigermücke ist es, ihre Ansiedelung zu verhindern. Die Tigermücke benötigt zum Brüten kleinste Wasseransammlungen, zum Beispiel in Gießkannen, Blumenuntersetzern oder Altreifen. Daher ist es im Frühjahr und Sommer wichtig, Grundstück und Garten auf mögliche Brutstätten zu überprüfen und Wasseransammlungen zu beseitigen“, rät die Amtsärztin. Regentonnen sollten mückensicher verschlossen und alle Behältnisse mit stehendem Wasser, wie etwa Vogeltränken, mindestens wöchentlich restlos geleert und ausgebürstet werden. „Auch auf Friedhöfen finden Tigermücken gute Brutmöglichkeiten: Leere Vasen oder Gießkannen beispielsweise sollten auch dort immer umgedreht gelagert werden, damit sich darin kein Wasser sammeln kann.“
Weitere Informationen und wichtige Links zur Tigermücke finden sich online unter www.marburg-biedenkopf.de/tigermuecke (Öffnet in einem neuen Tab).